Einführung innerhalb von vier Wochen Land setzt auf Luca-App zur Kontaktverfolgung

Wie zahlreiche weitere Bundesländer setzt auch Sachsen-Anhalt bei der Kontaktnachverfolgung künftig auf die Luca-App. Innerhalb von vier Wochen sollen sie Städte und Kreise nutzen können. Kritik kommt vom Datenschutzbeauftragten.

Die App Luca läuft auf einem Smartphone eines Teilnehmer einer Pressekonferenz bei der die App vorgestellt wurde.
In Sachsen-Anhalt soll zur Kontaktnachverfolgung künftig dei Luca-App eingesetzt werrden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt will künftig die Luca-App nutzen. Mit dieser Anwendung auf dem Smartphone sollen Kontakte von Corona-Infizierten nachverfolgt werden können. Eine Sprecherin des Sozialministeriums teilte mit, dass alle Gesundheitsämter im Land in den kommenden vier Wochen angeschlossen werden. Der Salzlandkreis, Burgenlandkreis, Harz, Börde, die Stadt Halle und der Saalekreis werden  das System bereits in den kommenden zwei Wochen implementieren. Die Kosten von rund einer Million Euro trägt das Land.

Die App soll die Öffnungen im Rahmen von Modellprojekten flankieren, die gemäß der am Montag in Kraft getretenen neuen Corona-Verordnung ab dem 6. April möglich sind. Das Kabinett hatte die elektronische Verfolgbarkeit der Kontakte zur Bedingung für die Öffnungen gemacht. Auch andere Bundesländer wollen die App dafür nutzen. "Wir finden es ganz wichtig, dass man vom Harz bis an die Ostsee nur eine App braucht", sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag.

Virtuelle Visitenkarte

Die Luca-App funktioniert wie eine Art virtuelle Visitenkarte. Nutzer müssen ihre Daten eingeben, die dann von der App in Codes verschlüsselt werden. Mit diesen Codes können sich Nutzer in Restaurants oder Kinos anmelden. Tritt im Umfeld des besuchten Ortes eine Infektion auf, kann das Gesundheitsamt die gefährdeten Besucher über die App ermitteln. Davon verspricht sich die Landesregierung eine schnellere und effektivere Nachverfolgung der Risikokontakte.

Luca-App: Schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung im Austausch mit den Gesundheitsämtern. mit Video
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Kritik von Datenschützern

Sachsen-Anhalts Datenschutzbeauftragter Albert Cohaus kritisiert, dass er nicht an der Einführung der Luca-App für die Kontaktnachverfolgung beteiligt wurde. Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT sagte der amtierende Landesbauftragte für Datenschutz, er habe davon erst aus der Presse erfahren. Er hätte erwartet, vorher informiert zu werden. "Wir hätten mit Rat und Unterstützung geholfen." Cohaus führt derzeit die Geschäfte des Landesdatenschützers, weil der Landtag bislang keinen offiziellen Datenschützer gewählt hat.

Cohaus wies auf die Stellungnahme der Konferenz der Landesdatenschützer hin, die er unterstütze. Dort kritisieren die Datenschützer die Luca-App, weil alle Gesundheitsämter in Deutschland mit dem gleichen Schlüssel arbeiten würden, um die Daten der Nutzer zu entschlüsseln. Das berge ein vermeidbares Risiko. Die App-Macher wollen den Quellcode des Programms noch im März veröffentlichen.

dpa, MDR/ Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. März 2021 | 15:00 Uhr

7 Kommentare

Critica vor 3 Wochen

Ich kann das Wort "Kontaktnachverfolgung" nicht mehr hören oder lesen!!!
Ich lass mich nicht verfolgen, auch nicht wenn die ganze Welt meint, es wäre zu meinem Vorteil.
Irgendwann muss mal gut sein. Ich schütze meine Daten und gebe nicht preis, wo ich mich mit wem getroffen habe.

Nordharzer vor 3 Wochen

Ich habe jetzt bald mehr Corona-Apps auf dem Smartphone, als für andere Verwendungszwecke. Ich wäre zufrieden gewesen, wenn die weltbeste Corona-App (O-Ton Kanzleramtsminister Braun) alle Funktionen intgriert hätte. So habe ich mir neben dieser noch Luca und die PassGo-App des Landkreises Harz installiert, weil der Landkreis Harz unbedingt eine App, die im Landkreis entwickelt wurde, nutzen will.

SusiB. vor 3 Wochen

Ich habe die Luca App auch installiert, natürlich war klar das da wieder einer dagegen schießt. Ich muss meine Daten überall wo ich hingehe angeben. Was ist daran anders? Langsam kein Wunder mehr wenn es in unserem Land nichts mehr so richtig funktioniert. Man kann es auch mit dem Datenschutz übertreiben, überall in den sozialen Netzwerken wird ganz freiwillig alles preisgegeben.

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21.04.2021 | 17:35 Uhr

MDR FERNSEHEN Mi 21.04.2021 17:28Uhr 00:35 min

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