Ausschreibung verlängert Wachpolizei in Sachsen-Anhalt stark geschrumpft

Sie werden eingestellt, damit die Polizei entlastet wird: Wachpolizisten sollen helfen, den personellen Engpass in den Polizeidienststellen des Landes zu überbrücken – indem sie zum Beispiel Temposünder blitzen. Das Problem: Die Zahl der Wachpolizisten ist stark geschrumpft. Und auch die Suche nach Nachwuchs gestaltet sich schwierig.

Die Zahl der Wachpolizisten in Sachsen-Anhalt ist stark zusammengeschrumpft. Knapp drei Jahre nach dem Start des Projekts sind von den einst 100 Wachpolizisten nur noch 19 übrig – weil viele der Wachpolizisten in die klassische Polizeikarriere einsteigen, wie das Innenministerium jetzt mitgeteilt hat. Manche Wachpolizisten steigen demnach aber auch ganz aus.

So oder so: Während nun nur noch 19 Frauen und Männer als Wachpolizisten arbeiten und so ihre verbeamteten Kollegen entlasten, waren es vor einem Jahr noch 56. Problematisch ist, dass sich die Suche nach Nachwuchs schwierig gestaltet. In diesem Frühjahr etwa konnten laut Innenministerium nur fünf der 40 ausgeschriebenen Stellen besetzt werden. In der aktuellen Ausschreibungsrunde haben sich für 75 Plätze bislang 43 Bewerber gemeldet – die eigentliche Frist bis 11. Juni wurde deshalb bis Monatsende verlängert.

Zehn Wachpolizisten in Magdeburg, keine in Stendal

Von den aktuell 19 verbliebenen Wachpolizisten sind die meisten innerhalb der Magdeburger Polizeiinspektion im Dienst. Zehn Kollegen sind dort im Einsatz. Im Raum Halle sind es vier, im Einsatzgebiet von Dessau-Roßlau fünf. In der neuen Polizeiinspektion in Stendal sind bislang keine Wachpolizisten im Einsatz.

Und trotzdem: Das Innenministerium sieht in dem Projekt einen Erfolg. "Das Instrument war und ist erfolgreich, weil es das erreicht, wofür es implementiert wurde: in erster Linie die Polizeivollzugsbeamten bei bestimmten Aufgaben zu entlasten", wie die Pressestelle des Ministeriums mitteilte.

Temposünder blitzen, Schwerlasttransporte begleiten Die Ausbildung zum Wachpolizisten dauert nur drei Monate. Die Kollegen werden befristet angestellt und nicht – wie beim regulären
Polizeidienst – verbeamtet. Sie tragen keine Waffe, und ihr Aufgabengebiet beschränkt sich darauf, Temposünder blitzen und
Schwerlasttransporte begleiten. Die aktuelle Ausschreibungsrunde wurde mangels Bewerbern bis Ende Juni verlängert.

In Sachsen-Anhalt hatte die erste Einheit der Wachpolizei ihren Dienst im August 2016 aufgenommen. Ziel damals: Die belastete Polizei sollte schnell Verstärkung bekommen – um die Zeit zu überbrücken, bis die neu eingestellten Polizeianwärter in den regulären Polizeidienst wechseln.

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Juni 2019 | 09:00 Uhr

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