Bewerbung bis Ende März Sachsen-Anhalt sucht zum dritten Mal künftige Landärzte

In Sachsen-Anhalt hat die dritte Bewerbungsrunde für Medizin-Studienplätze mit der sogenannten Landarztquote begonnen. Bewerber können sich bis Ende März um Studienplätze in Halle und Magdeburg bewerben. Bedingung ist, dass sie später mindestens zehn Jahre in unterversorgten Regionen im Land arbeiten.

Ein Landarzt im Einsatz.
Landärzte sind in Sachsen-Anhalt Mangelware. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt ist die dritte Bewerbungsrunde um Medizin-Studienplätze mit der Landarztquote gestartet. Interessenten und Interessentinnen können sich bis zum 31. März um das Auswahlverfahren für ein Studium der Humanmedizin in Magdeburg und Halle zum Wintersemester 2022/2023 bewerben, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Magdeburg mit.

Viele Hausarztstellen im Land nicht besetzt

In den Bewerbungsdurchgängen der vergangenen beiden Jahre konnten laut Ministerium aus rund 320 Bewerbungen 40 künftige Landärzte und Landärztinnen für Sachsen-Anhalt gewonnen werden. Aktuell sind den Angaben zufolge 246,5 Hausarztstellen im Land nicht besetzt. Laut Prognosen werden bis 2032 weitere 260 frei.

Studierende müssen zehn Jahre im Land bleiben

Sachsen-Anhalt hatte als eines der ersten Bundesländer ein Landarztgesetz beschlossen. Im Februar 2020 wurden erstmals fünf Prozent der Studienplätze an den Universitäten Magdeburg und Halle im Rahmen der Landarztquote ausgeschrieben. Die Studierenden verpflichten sich, nach dem Studium und der anschließenden Facharzt-Weiterbildung für mindestens zehn Jahre in unterversorgten oder absehbar unterversorgten Regionen tätig zu sein.

Abiturnoten zählen bei der Bewerbung kaum

Im Gegenzug gilt für sie ein gesondertes Verfahren: Sie werden zu einem spezifischen Studierfähigkeitstest eingeladen, bei dem auch Motivation und Eignung als Hausärztin oder Hausarzt auf dem Land betrachtet werden. Das Ergebnis bestimmt den Angaben zufolge 50 Prozent des Bewerbungserfolges, 40 Prozent Einfluss hat eine einschlägige Berufsausbildung oder Berufserfahrung. Die Abiturnote zählt nur zu zehn Prozent.

Die Landarztquote eröffnet Männern und Frauen die Möglichkeit zum Studium, die sich gerne der Medizin widmen wollen, aber bisher insbesondere aufgrund ihrer Abiturnoten kein Studium aufnehmen konnten oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten.

Petra Grimm-Benne, Gesundheitsministerin Sachsen-Anhalt

Im Mai 2021 erweiterte die Landesregierung das System um die Amtsarztquote, um den Mangel an Ärztinnen und Ärzten in den Gesundheitsämtern entgegenzuwirken. Auch hier gelte die zehnjährige Verpflichtung zu einer Tätigkeit in Sachsen-Anhalt.

dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Februar 2022 | 15:00 Uhr

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