Ansprache des Ministerpräsidenten Haseloff: "Müssen Notlage im Gesundheitssystem verhindern"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hat in einer Fernsehansprache im MDR um Verständnis für die neuerlichen Coronabeschränkungen geworben. Zugleich versprach er am Sonntag, dass Hilfen schnell bei den Unternehmen ankommen sollen.

Auch in Sachsen-Anhalt gelten ab Montag zusätzliche Coronabeschränkungen. Kontakte sollen reduziert werden, gastronomische Einrichtungen bleiben geschlossen. Nur Personen aus zwei Haushalten dürfen sich im Privaten sowie in der Öffentlichkeit aufhalten, maximal jedoch zehn Personen. In einer Fernsehansprache hat Ministerpräsident Reiner Haseloff im MDR um Verständnis für die Maßnahmen geworben.

"Eine der schwersten Krisen der jüngeren Zeit"

Haseloff sagte: "Wir befinden uns in einer der schwersten Krisen der jüngeren Zeit. Das Coronavirus breitet sich in Deutschland wieder rasant aus. Die Lage ist sehr ernst. Die Zahl der positiv Getesteten übersteigt inzwischen deutlich die Werte vom Frühjahr. Wir müssen unbedingt eine Notlage im Gesundheitswesen verhindern."

Der Ministerpräsident erklärte, dass er die Einschränkungen bedauere und er den Unmut vieler Menschen verstehen könne. Er appellierte aber auch "an alle Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt: Halten Sie Abstand, beachten Sie die Hygieneregeln, schränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum ein und bleiben Sie, so oft es geht, zu Hause."

#MDRklärt Corona-Schutzmaßnahmen: Das ist erlaubt, das ist verboten

Zum zweiten Mal gibt es in Sachsen-Anhalt einen Corona-bedingten Shutdown. So drastisch wie im Frühjahr wird es diesmal vorerst nicht, dennoch müssen eine Reihe von Unternehmen und Betrieben schließen. Eine Übersicht.

Corona-Schutzmaßnahmen: Das ist erlaubt, das ist verboten
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Corona-Schutzmaßnahmen: Das ist erlaubt, das ist verboten
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Friseure bleiben unter Auflagen der Hygieneregeln geöffnet. Das gilt auch für  Kosmetikstudios und Massage-Praxen.
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Individualsport im Freien (wie Joggen) bleibt erlaubt. Fitnessstudios schließen und der Amateursportbetrieb wird eingestellt.
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Offen bleiben Industriebetriebe und Handwerk, ebenso der Groß- und Einzelhandel. Hotels und Pensionen dürfen keine Gäste aufnehmen. Ausnahmen gibt es für notwendige Geschäftsreisen.
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Nur noch zehn Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen sich treffen. Für Sport-Veranstaltungen sind keine Zuschauer mehr in den Stadien erlaubt.
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Schulen und Kitas bleiben offen. Theater, Opern, Konzerthäuser, sowie Messen, Kinos, Freizeitparks, und Spielhallen schließen.
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Erlaubt sind weiter Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Auch Kantinen sollen offen bleiben. Alle Restaurants, Bars, Diskotheken und Kneipen sollen schließen.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
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Hilfen sollen schnell ankommen

Zudem versprach Haseloff, sich dafür einzusetzen, dass Hilfen schnell bei den Unternehmen ankommen, die im November wieder schließen müssen. Sie sollen vom Bund für den Monat November eine außerordentliche Wirtschaftshilfe erhalten. "Kleine Betriebe bis 50 Mitarbeiter können bis zu 75 Prozent ihrer Umsatzausfälle erstattet bekommen und größere Betriebe bis zu 70 Prozent. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats." Die Landesregierung wolle zudem Unternehmen helfen, die nach dem November 2019 gegründet wurden, so Haseloff.

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Der Ministerpräsident kündigte an, möglichst schon im Dezember zum "Sachsen-Anhalt-Weg" zurückkehren zu wollen. Weil es im Sommer in Sachsen-Anhalt nur sehr wenige Corona-Infektionen gab, sah dieser Weg bislang mehr Lockerungen als in einigen anderen Bundesländern vor.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 01. November 2020 | 19:25 Uhr

1 Kommentar

Denkschnecke vor 51 Wochen

Bevor hier die ersten gleich wieder ein Epiphänomen der Teststrategien behaupten:
Die Zahl der COVID-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat mit Stand von gestern das Niveau vom 2. April dieses Jahres. Die Zahlen stiegen damals auch noch exponentiell an, kurz bevor sich die Kurve abflachte; gut zwei Wochen später war das Maximum erreicht.
Anders ist aber, dass damals die Anzahl der positiven Tests schon seit 14 Tagen wieder abnahm, und sie jetzt immer noch durch die Decke gehen. Ich habe damit keine Hoffnung mehr, dass bei den Erkrankungen irgendetwas besser würde als im Frühjahr.

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