Zeugen gesucht Silvesternacht: 14-Jähriger stirbt in Halle bei Autounfall – Fahrer flieht

Ein Jugendlicher ist in Halle-Silberhöhe in der Silvesternacht von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden. Der Fahrer des Unfallautos beging Fahrerflucht. Die Polizei zieht Bilanz der Silvesternacht.

Blaulicht
Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

  • Tödlicher Unfall in Halle: Ein 14-Jähriger stirbt nach einem Autounfall. Der Fahrer flieht. Zeugen werden gesucht.
  • Abgesehen von dem tragischen Tod spricht die Polizei von einer "typischen Silvesternacht".
  • Ein Zwölfjähriger holt seinen alkoholisierten Vater in Halle mit dem Auto ab. In Weißenfels sorgen Haschkekse für eine Anzeige.

In Halle ist in der Silvesternacht ein 14-Jähriger von einem Auto angefahren und dabei tödlich verletzt worden. Der Junge wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er wenig später seinen Verletzungen erlag, wie die Polizei am Samstagmorgen mitteilte.

Der Fahrer des Unfallautos beging den Angaben nach Fahrerflucht. Wie genau es zu dem Unfall im Stadtteil Silberhöhe kommen konnte, ist derzeit noch unklar.

Zudem wolle man derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben zum Unfallhergang machen, so eine Sprecherin der Polizei.

Sachsen-Anhalt startet verhältnismäßig ruhig in 2022

Bis auf den tragischen Tod des Jugendlichen habe es in der Silvesternacht in Sachsen-Anhalt keine besonderen Vorkommnisse gegeben, so die Polizei.

Die Menschen seien verhältnismäßig ruhig ins Jahr 2022 gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei in Stendal in der Nacht zu Samstag. Auch in Halle habe sich die "Böllerei" in Grenzen gehalten, sagte eine Sprecherin des Lagezentrums.

Vereinzelt sei es zu kleineren Bränden, etwa in Mülleimern oder Briefkästen gekommen. Hier und da seien Menschen alkoholisiert mit dem Auto gefahren - "eine ganz typische Silvesternacht", sagte eine Sprecherin.

Zwölfjähriger holt alkoholisierten Vater mit dem Auto ab

Einen so kuriosen wie gefährlichen Vorfall gab es ebenfalls in Halle: Ein Zwölfjähriger habe am Silvesterabend seinen alkoholisierten Vater mit dem Auto nach Hause gefahren, so die Polizei.

Der Mann hatte den Angaben zufolge am Freitag gegen 20 Uhr zuhause angerufen und darum gebeten, abgeholt zu werden, da er Alkohol getrunken hatte.

Das hatte sein zwölf Jahre alter Sohn laut Polizei sehr wörtlich genommen und sich kurzerhand die Schlüssel geschnappt und sich hinters Lenkrad gesetzt, um seinen Papa abzuholen.

Ein Zeuge, der das Duo im Auto sah, rief die Polizei. Diese habe die beiden glücklicherweise unversehrt zuhause angetroffen.

Kleinere Brände, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen

Nach Angaben der Polizei habe es in Sachsen-Anhalt kleinere Brände gegeben, Sachbeschädigungen und vereinzelt Körperverletzungen.

In Weißenfels habe es in einem Wohnhaus gebrannt. Im Saalekreis sei ein Zigarettenautomat gesprengt worden. Außerdem ging dort ein Pkw in Flammen auf.

Haschkekse bei Familienfeier – Anzeige gegen Bäckerin

Bei einer familiären Silvesterfeier Weißenfels hat der Genuss von Haschkeksen zu Übelkeit und Magenschmerzen geführt. Die vier Feiernden in Weißenfels hatten noch vor Mitternacht den Rettungsdienst gerufen, wie die Polizei am Samstagmorgen mitteilte.

Anscheinend waren ihnen die Plätzchen nicht bekommen. Sie wurden von den Sanitätern vor Ort versorgt. Gegen die Bäckerin, eine der Feiernden, wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erstattet.

Halle: Entlastung der Kliniken durch Verkaufsverbot von Böllern

Durch das erneute Verkaufsverbot von Böllern und Co. sind die Krankenhäuser an Silvester wohl entlastet worden. Es habe im Vergleich zu den Jahren vor dem Verbot deutlich weniger kleine Verletzungen gegeben, sagte der Leitende Oberarzt der Spezialklinik für Handchirurgie und Brandverletzungen des BG Klinikums Bergmannstrost, Cord Corterier, am Samstag.

Normalerweise behandelt die Spezialklinik in Halle demnach etwa 100 Notfälle über Silvester und Neujahr. In diesem Jahr seien es deutlich weniger gewesen. Allerdings sei es in der Silvesternacht zu drei schwereren Verletzungen gekommen.

In einem Fall war die Hand eines Patienten durch einen illegalen Knallkörper "zerfetzt" worden. Die Hand sei nicht rekonstruierbar gewesen und musste amputiert werden, so der Arzt. In zwei Fällen mussten einzelne Finger abgenommen werden.

Die Spezialisten hatten vor Silvester davor gewarnt, zu illegalen oder selbst gebauten Feuerwerkskörpern zu greifen, da die Verletzungsgefahr dabei größer ist. Die Befürchtung habe sich bestätigt, sagte Corterier.

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MDR (dpa, Daniel George)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Januar 2022 | 09:00 Uhr

3 Kommentare

Burgfalke vor 25 Wochen

Meine Gedanken sind in dieser Situation bei den Angehörigen des verunglückten und leider verstorbenen 14- jährigen Jungen!
Hoffentlich kann dieser sehr tragische Sachverhalt aufgeklärt und der Verursacher festgestellt werde.

Da interessiert mich überhaupt nicht, wer besonders viel an den Böllern verdient hat!!!

astrodon vor 25 Wochen

"Durch das erneute Verkaufsverbot von Böllern und Co. sind die Krankenhäuser an Silvester wohl entlastet worden." - "Normalerweise behandelt die Spezialklinik in Halle demnach etwa 100 Notfälle über Silvester und Neujahr. In diesem Jahr seien es deutlich weniger gewesen."
Wer lesen und verstehen kann ist wirklich im Vorteil.

Karl-W vor 25 Wochen

Guten Morgen, wieder eine Maßnahme ohne Erfolg. Feuerwerksverkaufsverbot, Händler die auf dem Feuerwerk sitzen geblieben sind. Und trotzdem ganze Battarien von Feuerwerk den ganzen Tag bis an den frühen Morgen hinein, ein geböllere lauter und schöner als die Jahre zuvor. Da haben dann wohl wieder andere kräftig verdient nur nicht die eigenen Händler.

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