Staatsoberhaupt in Sachsen-Anhalt Bundespräsident Steinmeier in Ballenstedt und Bitterfeld: Austausch mit Jugendlichen und Dank an DLRG

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Montag in Ballenstedt über das Projekt "Jugend entscheidet" der Hertie-Stiftung informiert. Das Staatsoberhaupt sagte, es sei falsch, junge Menschen für unpolitisch zu halten. Im Anschluss reiste Steinmeier nach Bitterfeld-Wolfen und sprach dort mit Wasserrettern von der DLRG.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diskutiert im Rahmen eines Besuches mit Schülern, die sich am Projekt "Jugend entscheidet" der Hertie-Stiftung beteiligt haben. Links Elisabeth Niejahr von der Hertie-Stiftung.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diskutiert in Ballenstedt im Rahmen seines Besuches mit Schülern, die sich am Projekt "Jugend entscheidet" der Hertie-Stiftung beteiligt haben. Bildrechte: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Notwendigkeit von Gesprächen zwischen Politik und jungen Menschen betont. "Alle Heranwachsenden sollen sich gesehen und gehört fühlen, sollen die Möglichkeit haben, sich einzubringen", sagte er am Montag in Ballenstedt in Sachsen-Anhalt. Dort traf Steinmeier unter anderem auf Jugendliche, die im Rahmen des Programms "Jugend entscheidet" der Hertie-Stiftung in der Lokalpolitik Verantwortung übernehmen.

Steinmeier in Ballenstedt: Jugendliche nicht für unpolitisch halten

Zwar gelinge nicht jeder Versuch, Jugendliche für politische Arbeit zu interessieren, sagte Steinmeier. Dennoch sei es falsch, diese Altersgruppe für unpolitisch zu halten. Dies sei spätestens seit der Bewegung "Fridays for Future" den meisten Erwachsenen klar, betonte er. Anschließend trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt im Rahmen eines Besuches im Harz an der Eröffnung des Projektes "Jugend entscheidet" der Hertie-Stiftung teil. Im Rahmen seines Besuches bekommt er von der Projektteilnehmerin und Schülerin Alea Sliwinski eine Eiche geschenkt.
Frank-Walter Steinmeier bekam während seines Besuches in Ballenstedt von der Projektteilnehmerin und Schülerin Alea Sliwinski eine Eiche geschenkt. Bildrechte: dpa

Steinmeier pflanzte nach einem Grußwort und einer Diskussionsrunde auf dem Ballenstedter Rathausplatz am Bahnhof West ein Baum. Zudem sprach sich Steinmeier mit Jugendlichen über Umweltschutz und Nachhaltigkeit aus.

Besuch bei der DLRG in Bitterfeld-Wolfen

Danach reiste Steinmeier in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld weiter. Nach der schweren Flutkatastrophe im Sommer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen würdigte er dort die Hilfe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). "Als wir diesen Termin vereinbart haben, ahnten wir nicht, dass ein großer Einsatz (...) drohte", sagte Steinmeier beim Besuch der DLRG in Bitterfeld-Wolfen.

Das ist die DLRG

Die DLRG ist nach eigener Aussage die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie bildet Rettungsschwimmer aus und bietet Schwimmkurse an. Sie hat nach eigenen Angaben mehr als 22 Millionen Schwimmprüfungen und fast fünf Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Krise habe gezeigt, wie wichtig die Mitarbeiter der DLRG seien, sagte Steinmeier. Er habe sie vor Ort und nach Einsätzen am Rande der totalen Erschöpfung erlebt. "Großartige Arbeit, für die ich gerne die Gelgenheit ergreife um hier im Namen aller Deutschen herzlich Danke zu sagen", sagte Steinmeier am Ende einer Vorführung der verschiedenen Arbeitsbereiche der Wasserrettung.

DLRG: Nicht genügend Rettungsschwimmer

Ortskräfte der Wasserrettung beklagten gegenüber Steinmeier die "leeren Seen". Die Anzahl der Rettungsschwimmer reiche aktuell bei weitem nicht aus, um ausreichend Personal an den Badeseen vorzuhalten. Durch die Pandemie und die geschlossenen Schwimmbäder hätten zum einen weniger Rettungsschwimmer ausgebildet werden können. Außerdem konnte weniger Kindern und Jugendlichen das sichere Schwimmen beigebracht werden. Schwimmen müsse wieder zu einer grundlegenden Fähigkeit für Kinder erhoben werden, sagte Ute Vogt, Vizepräsidentin der DLRG.

MDR/Lucas Riemer, Gero Hirschelmann, epd, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. September 2021 | 11:00 Uhr

39 Kommentare

Gernot vor 1 Wochen

Der Peter weiß schon , was ich sagen will. Ok, hat nix mit Steinmeier zu tun. Da gebe ich dir Recht.
Frage mich aber, warum du und nicht der Peter reagiert.

Baldur von Ascanien vor 1 Wochen

Sie unterstellen mir zwar etwas, aber recht haben sie. Der Gebäudekomplex ist wert erhalten zu werden. Das wusste schon die SED und diverse Lehreinrichtungen, nach der Wende. Aber keine Angst, die Asiaten haben den Wert der Immobilie erkannt und werden investieren. Die stören sich nicht an "bösen Bauten".

SGDHarzer66 vor 1 Wochen

Am eigentlichen Begriff "Demokratie" ist nichts auszusetzen. Prinzipiell haben es aber größere Volksschichten auch nach über 30 Jahren nicht begriffen, das eben diese Bezeichnung durch die etablierten Parteien der BRD regelmäßig ad absurdum geführt wird.
Diese haben sich den "Staat" zur Beute gemacht und werden in ihrem Streben nach Machterhalt alle verfügbaren Mittel einsetzen.
Das die Generation, welche gestern den BP so herzallerliebst begleitet hat, nur Staffage ist, kann man ihnen nur bedingt ankreiden.
Welche Möglichkeiten haben sie denn wirklich, sich in Prozesse einzubringen? Eben - keine!
Wie @ule schon schreibt, Demokratie ist ein viel zu großes Wort, um es auf die Zustände in der Bundesrepublik übertragen zu können.

Und ob Steinmeier heute noch weiß, wo er gestern war...? Zweifel bleiben.

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