Corona-Lage | 16. Mai 2021 Positiver Trend – Bundes-Notbremse könnte in mehreren Landkreisen bald wegfallen

Hält der positive Trend bei den Corona-Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt weiter an, könnte in einigen Landesteilen die Bundes-Notbremse in der kommenden Woche wegfallen. Die niedrigste Inzidenz in Sachsen-Anhalt hat aktuell der Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Schloss Mansfeld
Bildrechte: MDR/imago/Rainer Weisflog

In vielen Landkreisen in Sachsen-Anhalt ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen bereits seit einigen Tagen unter die 100er-Marke gerutscht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag lag der Inzidenzwert für Sachsen-Anhalt insgesamt bei 83,1. Am Sonntag vor einer Woche hatte der Wert noch bei 122,1 gelegen.

In 11 der 14 Landkreisen und kreisfreien Städten lag der Wert am Sonntag demnach unter 100 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner. Allerdings ist laut RKI zu vermuten, dass durch den Feiertag am Donnerstag und den Brückentag am Freitag insgesamt weniger Personen zum Arzt und damit zum Testen gegangen sind.


Anhalt-Bitterfeld unter 50

Setzt sich der positive Trend bei den Corona-Zahlen weiter fort, können die Regeln der Bundes-Notbremse bald gelockert werden. Dazu gehören nächtliche Ausgangs- und strengere Kontaktbeschränkungen in einigen Landkreisen. Besonders gut sieht es aktuell in Anhalt-Bitterfeld aus. Bleibt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100, kann zwei Tage darauf gelockert werden. In Anhalt-Bitterfeld könnte das ab Mittwoch der Fall sein, wenn der Inzidenzwert auch am Montag unter 100 liegt. Die vom RKI gemeldete Inzidenz für Anhalt-Bitterfeld lag am Sonntag bei 49,8. Das ist der geringste Wert des Bundeslandes.

In Magdeburg, wo schon seit vergangenem Sonntag die weniger strengen Corona-Regeln gelten, liegt der Wert aktuell bei 58,1. Neben der Außengastronomie durften daher in der Elbestadt am Samstag auch die ersten Freibäder öffnen. Allerdings zogen die niedrigen Außentemperaturen nur wenige Gäste an.

Gute Chancen auf Lockerungen haben neben dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld auch der Landkreis Börde (59,1) und die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau (79,9). Hält der bisherige Trend an, könnte hier ab Donnerstag Außengastronomie möglich sein.


Sinkende Inzidenzen auch im Saalekreis und Burgenlandkreis

Lange Zeit wies der Süden Sachsen-Anhalts sehr hohe Corona-Inzidenzen auf. Auch hier zeichnet sich nun eine Trendwende ab. Im Burgenlandkreis, der lange ein Corona-Hotspot in Sachsen-Anhalt war, ging die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende besonders deutlich zurück: Am Sonntag lag die Inzidenz bei einem Wert von 78,8. Vor einer Woche hatte sie bei 172,2 gelegen.

Im Salzlandkreis (98,4) ist ab Montag an den Schulen wieder Wechselunterricht möglich, Kitas können wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln. Im Saalekreis ist ab Montag wieder Einkaufen nach Termin erlaubt, das sogenannte Click-and-Meet. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test oder ein Nachweis, dass man geimpft oder genesen ist.

Nur noch die Landkreise Wittenberg (102,4), Salzlandkreis (112,4) und Harz (126,1) verzeichneten am Sonntag eine dreistellige Inzidenz.


Spahn warnt vor Wettlauf bei Lockerungen

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung der indischen Coronavirus-Variante in Großbritannien warnt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einem neuen politischen Wettlauf beim Lockern der Corona-Auflagen. Die indische Corona-Mutante hat besonders viele Infektionen hervorgebracht. Spahn wandte sich in einem Brief an seine Länderkollegen. Darin heißt es, es scheine zwar zu gelingen, die dritte Welle zu brechen. Wenn aber zu schnell gelockert werde, bestehe das enorme Risiko eines erneuten starken Anstiegs.

Spahn zufolge haben inzwischen mehr als 30 Millionen Deutsche die erste Corona-Impfung bekommen. Das seien knapp 37 Prozent der Bevölkerung. Den vollen Impfschutz hätten fast elf Prozent. In Sachsen-Anhalt liegt die Quote bei 35,4 Prozent bei den Erstimpfungen, bei den Zweitimpfungen bei 11,2 Prozent (Stand: 15.05.2021).

Was bei den Inzidenzzahlen zu beachten ist

Die Meldungen des RKI sind laut Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt entscheidend für Beschlüsse über Corona-Maßnahmen wie Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen.

Die vom Land gemeldeten Werte weichen in der Regel von den RKI-Zahlen ab, da sie etwas aktueller sind. Außerdem ordnet das RKI nachgemeldete Zahlen dem tatsächlichen Erkrankungs- oder Meldedatum zu, auch wenn sie dadurch aus der Zeitspanne der sieben Tage herausfallen.


Antikörper-Präparat kommt in Dessau zum Einsatz

Eine positive Entwicklung gibt es auch am Städtischen Klinikum in Dessau. Dort werden Covid-19-Patienten erfolgreich mit einem Antikörper-Präparat behandelt. Der Chefarzt für Innere Medizin, Behre, sagte dem MDR, er sei froh, jetzt auf dieses Medikament zurückgreifen zu können. Die Bundesregierung hatte 200.000 Dosen des Präparats gekauft. Kliniken können sie bei Bedarf bestellen. Eine Behandlung kostet nach Angaben des Dessauer Arztes etwa 2.000 Euro. Die Kosten seien zwar hoch, aber nicht vergleichbar mit einer intensivmedizinischen Behandlung. In Dessau bekommen nur Risikopatienten mit positivem PCR-Test das Mittel.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben sich in Sachsen-Anhalt 96.576 Frauen und Männer nachweislich mit dem Virus infiziert.


Lage auf den Intensivstationen

Auf den Intensivstationen im Land werden nach Angaben vom Sonntag derzeit 157 Covid-19-Patienten behandelt. 64 von ihnen werden beatmet. Vor einer Woche am 9. Mai wurden hier 126 Patienten und Patientinnen behandelt und 78 von ihnen beatmet.

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MDR/Susanne Ahrens

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. Mai 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Ritter Runkel vor 5 Wochen

Die Opfer der ersten Welle (ca. 9000) sind der Unwissenheit über das Virus geschuldet. Die meisten Opfer danach gehen auf das Konto von Jens Spahn und der Verantwortlichen auf Bundes und Länderebene. Diese Politiker sind ein Fall für die Staatsanwaltschaft und dürften keine einzige Entscheidung in diesem Land mehr treffen.

harzer vor 5 Wochen

Ritter Runkel; ist auch meine Meinung!

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