Neue Landesverordnung Ab 17. Juni: Corona-Lockerungen bei Masken und Tests

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat eine Vielzahl von Corona-Lockerungen beschlossen. So wird die Maskenpflicht entschärft. Außerdem entfällt unter bestimmten Bedingungen die Testpflicht. Die Verordnung gilt seit dem 17. Juni bis zum 14. Juli 2021.

Eine Frau mit Behelfs- Mund und Nasenmaske in der Innenstadt von Jena.
Die Maskenpflicht wird in Sachsen-Anhalt deutlich gelockert. Bildrechte: imago images/MedienServiceMüller

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat die Corona-Regeln deutlich gelockert. Wegen der weiter sinkenden Inzidenz-Zahlen wurde ein ganzes Bündel an Lockerungen beschlossen. Wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Mittwoch mitteilte, gilt die neue Verordnung (14. Eindämmungsverordnung) ab 17. Juni bis zum 14. Juli 2021.

Grafik Lockerungen
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Die wichtigsten neuen Regeln im Überblick:

1. Maskenpflicht

  • Im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen oder auch bei Kulturveranstaltungen ist nur noch ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) erforderlich. Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken entfällt.
  • In Schulen wird die Maskenpflicht auf Freigeländen und im Unterricht aufgehoben. Nur noch auf Begegnungsflächen wie Fluren müssen Masken getragen werden. Dies betrifft alle für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie das weitere pädagogische Personal.
  • Wenn ein Hygieneabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, gilt grundsätzlich weiter eine Maskenpflicht.

2. Testpflicht

  • In der Innengastronomie entfällt die Testpflicht, wenn es mindestens zehn Tage eine stabile Inzidenz von unter 35 gibt.
  • Bei organisierten Großveranstaltungen im Freien (höchstens 1.000 Gäste) oder im Innenbereich (höchstens 500 Gäste.) werden ein Hygienekonzept und ein negatives Testergebnis vorausgesetzt. Geimpfte und Genesene werden bei den Höchstzahlen nicht mitgezählt.
  • In Beherbungsbetrieben müssen sich die Gäste nur noch alle 72 Stunden testen lassen statt wie bisher alle 48 Stunden.
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren müssen sich für Aktivitäten im Freizeitbereich nicht mehr testen lassen, da sie zwei Mal pro Woche in Kitas und Schulen getestet werden.
  • Vollständig Geimpfte und Genesene sind ebenso von der Testpflicht ausgenommen, wenn sie das schriftlich oder elektronisch nachweisen können. Weiter heißt es: Geimpfte und Genesene werden dort, wo eine Personenhöchstzahl festgelegt ist, bei der Zählung nicht berücksichtigt. Dies gilt aber nicht für flächenbezogene Zugangsbeschränkungen – beispielsweise beim Einkaufen.

3. Kontaktbeschränkungen

  • Die bisherigen Vorgaben werden durch eine Empfehlung ersetzt. Diese lautet, sich nur mit maximal zehn Personen und vor allem im Freien zu treffen sowie größere Ansammlungen zu vermeiden.

4. Clubs und Discotheken

  • Diese Einrichtungen wie auch Indoor-Spielplätze, Saunen etc. werden wieder geöffnet. Bedingungen sind eine Belegung mit höchstens 60 Prozent der möglichen Gästezahl sowie ein negativer Test.

5. Sport

  • Sport außerhalb des Vereinssports ist wieder mit mehr als einer weiteren Person oder dem eigenen Hausstand gestattet.
  • Sportanlagen und Schwimmbäder dürfen für einen Kunden bzw. Sporttreibenden je zehn Quadratmeter geöffnet werden.
  • Bei Sportkursen, insbesondere in Fitness- und Sportstudios, genügt es, wenn ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten wird.
  • Für den Zutritt zu Sporthallen, Schwimmhallen, Fitnessstudios oder anderen geschlossenen Räumen ist weiterhin ein Test und Anwesenheitsnachweis erforderlich.

6. Freizeitparks und Zoos

  • In diesen Einrichtungen dürfen auch die Innenbereiche wieder geöffnet werden.

7. Private Feiern

  • Diese sind bei einer Teilnehmerzahl von maximal 50 Personen aus verschiedenen Haushalten ohne Tests möglich. Falls mehr Menschen zusammenkommen wollen, ist ein "professioneller Organisator" notwendig.

8. Kinder- und Jugendarbeit

  • Angebote der Kinder- und Jugendarbeit dürfen für den Publikumsverkehr geöffnet werden, wenn die allgemeinen Hygieneregeln mit Ausnahme der Abstandsregelungen eingehalten werden und die Verantwortlichen einen Anwesenheitsnachweis führen.

9. Außerschulische Bildungsangebote

  • Außerschulische Bildungsangebote sowie Angebote von öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen dürfen öffnen, wenn ein negatives Testergebnis vorgelegt, die Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und ein Anwesenheitsnachweis geführt wird.
  • Bei einem Gruppenunterricht bis zu zehn Personen entfällt die Testpflicht.
  • Finden Bildungsangebote an mehr als zwei Tagen in der Woche regelmäßig im festen Kursverbund statt, so genügt zwei Mal pro Woche ein Test.

10. Ausnahmen von der Testpflicht durch Landkreise und kreisfreie Städte

  • Unterschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von 35 an zehn aufeinander folgenden Tagen nach Inkrafttreten der 14. Eindämmungsverordnung, kann ab dem Tag, der auf die Bekanntgabe folgt, von der Testpflicht bei Kulturveranstaltungen, in der Innengastronomie und beim Trainingsbetrieb des organisierten Sports im geschlossenen Raum abgesehen werden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte: "Wir mahnen weiterhin Sorgsamkeit an. Ich bin aber auf der Seite derjenigen, die sagen, es muss wieder vieles möglich werden und Spaß machen im Leben. Der Sommer muss ein guter werden." Das heiße aber auch, dass man bestimmte Hygieneregeln nicht wegdrücken könne. Haseloff geht davon aus, dass Masken in verschiedenen Situationen auch künftig getragen werden müssen, wenn Abstände nicht eingehalten werden können.

Wie von der Bundesregierung festgelegt, bleibt der Pandemiestatus bis Ende September bestehen, so Haseloff. Die erlaube zum einen, weiter Regeln festzulegen, um der Pandemie Herr zu werden. Zum anderen könnten damit aber auch Unterstützungsleistungen, etwa für die Wirtschaft, ausgezahlt werden.

Hier können Sie sich die Pressekonferenz noch einmal anschauen:

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Maskenpflicht in Sachsen bereits zum Teil aufgehoben

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MDR/Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. Juni 2021 | 16:00 Uhr

6 Kommentare

Rain Man vor 6 Wochen

Bei derart niedrigen Inzidenzwerten wie in Sachsen-Anhalt müssten sämtliche Coronabeschränkungen sofort aufgehoben werden! Und zwar ohne wenn und aber! Diese Regierung tut das nicht und handelt damit verfassungswidrig!

Peter vor 5 Wochen

C.T.: Treffen wird´s aber wohl nur Diejenigen, welche sich partout nicht impfen lassen wollen. Selbstgemachtes Elend.

C.T. vor 5 Wochen

Nicht zu früh freuen! Die dubiose Delta-Variante kommt pünktlich zum Herbst mit einem neuen Lockdown. Wetten?

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