Distanzunterricht Sachsen-Anhalts Lernplattform hat weiter Probleme

Zum Schulstart nach den Weihnachtsferien gibt es mit dem Distanzunterricht in Sachsen-Anhalt weiter technische Probleme. Die Lernplattform Moodle brach immer wieder zusammen oder baute sich gar nicht erst auf.

Ein Mädchen sitzt vor einem Laptop über Hausaufgaben.
Nur die Abschlussklassen dürfen derzeit in Sachsen-Anhalt in die Schule. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Beim Lernen mit der Lernplattform Moodle in Sachsen-Anhalt hat es am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien erneut technische Probleme gegeben. Das Angebot stürzte immer wieder ab oder baute sich gar nicht erst auf. Das berichten Eltern und Lehrer MDR SACHSEN-ANHALT. Dabei sind viele Kinder und Jugendliche auf Moodle angewiesen. Denn abgesehen von den Abschlussklassen müssen Schülerinnen und Schüler weiter zuhause unterrichtet werden, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Einige Lehrer hatten das Material bereits am Wochenende online gestellt. So konnten die Kinder und Jugendlichen die Unterlagen vorab runterladen. Für Gregor Lehmann, Lehrer an der Integrierten Gesamtschule in Halle sind die Probleme bei Moodle nicht neu. Auch er kennt sie bereits aus dem 1. Lockdown im Frühjahr. "Was man generell sagen kann, dass über die Sommerferien nichts passiert ist", kritisiert Lehmann.

Was man generell sagen kann, dass über die Sommerferien nichts passiert ist.

Gregor Lehmann, Lehrer in Halle

Andere Lehrer, mit denen MDR SACHSEN-ANHALT gesprochen hat, hätten sich mehr Schulungen in digitalem Unterricht gewünscht. Ähnlich äußert sich auch Dietricht Lührs, Leiter des Domgymnasiums in Magdeburg. Moodle sei dabei das Kernthema. Er sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von einer Bankrotterklärung des Landes. Wie er weiter sagte, war den Schulen erklärt worden, dass sie Moodle am besten nutzen, indem sie es gar nicht nutzen. "Das kann nicht sein", so Lührs. Seit März wisse man, dass die Serverkapazitäten hätten erhöht werden müssen.

Lehrerin Catharina Kiesendahl vom Magdeburger Domgymnasium hatte dagegen am Morgen bei ihren eigenen Kindern wenige Probleme mit Moodle. Bei einem Schüler habe es länger gedauert, ansonsten habe die digitale Lernplattform aber funktioniert.

Frau am Laptop
Wieder konnten sächsische Schüler die Lernplattform Lernsax nicht erreichen. Bildrechte: Colourbox.de

Bildungsminister hat Besserung versprochen.

Nach Problemen mit Moodle in der Vergangenheit hatte Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) in der vergangenen Woche erklärt, der Bildungsserver in Sachsen-Anhalt solle mit erhöhten Kapazitäten an den Start gehen. Nach Ausfällen im Dezember sei intensiv an der Technik gearbeitet worden. Teilweise sein ein Umzug auf eine neue Serverstruktur vorgezogen worden. Am Freitag hatte Tullner die Schulleiter in Sachsen-Anhalt in einem Brief zum Schulstart nach den Ferien informiert. Domgymnasium-Direktor Lührs bezeichnete das Schreiben als "zu spät".

Tullner äußerte sich am Montag im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT zufrieden. Das System laufe weitgehend stabil. Die Mühen der letzten Tagen hätten sich gelohnt. Das sei ein gutes Zeichen für die Schulen in Sachsen-Anhalt. 60 Prozent seien bereits auf neue Server umgezogen. Tullner kündigte an, dass der Wechsel spätestens Anfang Februar abgeschlossen sein soll.

Quelle: MDR,epd/kö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Januar 2021 | 12:00 Uhr

5 Kommentare

Ricwei11 vor 41 Wochen

Tja was hätte man nicht alles im Sommer vorbereiten können...aber warum? Die Eltern wuppen das schon.
Man kann doch nicht immer was in den Raum werfen und dann funktioniert nichts!
Das ist in allen Bereichen. Kinderkrankentage? Wer bezahlt die Hort Gebühren wenn keiner hingeht? Und wenn ich schon lese, dass notbetreuung nur geht, wenn andere Familienangehörige nicht betreuen können! Ja wie denn, wenn man mehr als ein Kinder hat und Tanten, Freunde, Onkel oder Oma/Opa glücklicherweise nicht single sind!!! So ein Schwachsinn. Für uns gilt die Kontaktbeschränkung nicht, das ist einfach nicht praktizierbar!

kleinerfrontkaempfer vor 41 Wochen

Das ist doch in allen Bundesländern so und zeigt den förderalen Unfug.
Wieso brauch es zahlreiche Lehrplanforschungseinrichtungen und andere hochtrabende Einrichtungen für jedes Ländle. Weil Mathe, Englisch, Geschichte, Deutsch, Chemie, .... in Hamburg anders als in Bayern oder Sachsen vermittelt wird?
Schön, wenn regionaler bezogener Unterricht einfließen kann, Heimatkunde, Musik, Kunst oder bei Sport Regionales berücksichtigt wird. Aber sonst ist Doitschland Entwicklungsland in der Bildung. Man kann fast Absicht vermuten. De Fachkräfte die perspektivisch gebraucht werden stehen private Schulen und Internate zur Verfügung oder sie kommen aus dem Ausland.
Der Plebs der auch noch da sein muß, für den reicht das förderale hochgelobte doitsche Bildungssystem.

Dab vor 41 Wochen

Wir hatten in unserem Landkreis,das Pech,das die Verantwortlichen keinen Bedarf für die Nutzung von Moodle gemeldet haben.Unsere Kids bekommen ein Paar Arbeitsblätter (Online) zum Ausarbeiten,fragen an die Lehrkräfte können per Mail gestellt werden,Eine Antwort dauert etwas,wenn Überhaupt ein Internetzugang da ist.Unsere Schulen haben nur einen Polilux in den Klassenräumen.Den zu Erarbeitenden Schulstoff,machen wir Eltern nach Feierabend,mit den Kids.Daher können wir auch sagen:RIP Schulbildung im Deutschen Staat

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