Beschluss der Landesregierung Ab März: Sachsen-Anhalt will auch Baumärkte, Gärtnereien und Fahrschulen öffnen

Friseure, Schulen und Kitas dürfen ab kommender Woche wieder öffnen – nun hat die Landesregierung weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie beschlossen. Sie sehen vor, dass ab 1. März auch Baumärkte oder Gärtnereien wieder öffnen dürfen. Das betrifft auch Fahrschulen. Zudem hat das Land eine ausführliche Öffnungsstrategie vorgelegt.

Verschiedene Arten von Schnittblumen in einem Blumenladen
Pünktlich zum Frühlingserwachen: In Sachsen-Anhalt dürfen Blumenläden ab Montag wieder öffnen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Baumärkte, Blumenläden und Fahrschulen dürfen ab Montag öffnen

In Sachsen-Anhalt soll es in der kommenden Woche weitere Öffnungen geben. Das hat die Landesregierung am Dienstag beschlossen. Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, sollen ab 1. März Baumärkte, Gärtnereien, Garten- und Blumenmärkte sowie Fahr- und Flugschulen wieder öffnen dürfen. Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sprach von einem wichtigen Signal in Richtung "etwas mehr Normalität in der Pandemie".

Nach Informationen von Dienstagnachmittag sollen Spitzensportler wieder trainieren dürfen. Damit wolle die Landesregierung die Chancen wahren, "wieder Weltmeisterschafts- und Olympiamedaillen zu erringen", sagte Haseloff. Neben den allgemeinbildenden Schulen sollen deshalb auch Sportschulen wieder öffnen dürfen.

Land legt konkreten Fahrplan für weitere Lockerungen vor

Über weitere Öffnungen in den kommenden Wochen soll in einem "Sachsen-Anhalt-Plan" entschieden werden. Die Landesregierung hat dazu zahlreiche Vorschläge gemacht, die nun an Verbände, gesellschaftliche Träger und kulturelle Einrichtungen gehen. Sie sind aufgerufen, die Pläne bis Freitag, 12 Uhr, zu kommentieren und der Landesregierung Rückmeldung zu geben. Diese Rückmeldungen fließen wiederum in den "Sachsen-Anhalt-Plan", der kommenden Dienstag beschlossen und von Regierungschef Haseloff am Mittwoch in der Konferenz der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin vorgestellt werden soll.

Alle Öffnungen sind an einen Stufenplan geknüpft, sagte Staatskanzlei-Chef Rainer Robra (CDU) am Dienstag. Bevor die Inzidenz nicht fünf Tage unter 50 liege, seien weitere Öffnungen nicht geplant. Die Inzidenzen blieben ein wichtiger Anhaltspunkt bei weiteren Lockerungen. Das Land will aber auch berücksichtigen, wie die Lage auf den Intensivstationen ist und wie die Impfungen vorangehen.

"Geschlossen" steht auf einem Schild an der Tür eines Restaurants.
Die Gastronomie soll öffnen dürfen, wenn die 7-Tage-Inzidenz fünf Tage stabil unter 35 liegt. Bildrechte: dpa

  • Um den ersten Schritt zu erreichen, ist Robra zufolge nötig, dass die Inzidenz fünf Tage lang stabil unter 50 liegt. Dann soll der Einzelhandel bis zu zwei Kunden empfangen dürfen, wenn sie sich vorher angemeldet haben. Auch Museen, Gedenkstätten und Musikschulen sollen dann wieder geöffnet werden.
  • Wenn die Inzidenz fünf Tage unter 35 liegt, sollen dem Plan zufolge weitere Lockerungsschritte erfolgen – etwa die komplette Öffnung des Einzelhandels und der Gastronomie unter strengen Hygienebedingungen. Auch Theater, Kinos oder Konzerthäuser sollen in diesem Fall wieder öffnen, allerdings maximal 250 Gäste empfangen dürfen.
  • Ein dritter Schritt soll den Plänen zufolge greifen, wenn die 7-Tage-Inzidenz drei Wochen am Stück unter 35 liegt. Dann ist geplant, dass sich Hausstände wieder mit bis zu 15 weiteren Personen treffen können, sagte Robra. Auch Bars dürften dann wieder öffnen.
  • Wenn die Inzidenz insgesamt sechs Wochen unter 35 liegt, sollen Kontaktbeschränkungen komplett wegfallen.

Entwurf für weitere Lockerungen in Sachsen-Anhalt
Öffnungsschritt Lockerungen (Auswahl)
1 – Inzidenz fünf Tage unter 50 Treffen mit maximal fünf weiteren Personen im öffentlichen Raum möglich, Öffnung von Planetarien, Museen oder Bibliotheken, Öffnung von Campingplätzen, Tattoostudios, "Click and Meet" im Einzelhandel mit maximal zwei Kunden im Laden, Kinder- und Jugendsport erlaubt
2 – Inzidenz fünf Tage unter 35 Öffnung der Läden im Einzelhandel, Kongresse oder Meetings mit bis zu 250 Teilnehmern möglich, Öffnung von Theatern, Konzerthäusern und der Gastronomie, Öffnung von Freizeitparks und Spielhallen, außerdem Wegfall der Begrenzung der Besucherzahl in Pflegeeinrichtungen, Öffnung von Fitness- und Sportstudios
3 – Inzidenz drei Wochen unter 35 Öffnung von Bars, Wegfall besonderer Abstandsregeln für Chöre, Busreisen wieder gestattet, Öffnung von Prostitutionsstätten, Aufenthalt im öffentlichen Raum mit maximal 15 weiteren Personen erlaubt
4 – Inzidenz sechs Wochen unter 35 Kulturelle Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 1.000 Personen erlaubt, in geschlossenen Räumen mit bis zu 500 Personen, für private Treffen sollen zudem Kontaktbeschränkungen entfallen. Im Einzelhandel sind keine Zugangsbeschränkungen für größere Einrichtungen ab 800 Quadratmeter geplant, Sportveranstaltungen dürfen mit Hygienekonzept von bis zu 1.000 Zuschauer im Freien besucht werden

Ministerpräsident Haseloff sagte, die Menschen bräuchten nach den langen Wochen des Lockdowns neue Motivation. Der Regierungschef betonte, dass der "Sachsen-Anhalt-Plan" keine konkreten Daten vorsehe. Haseloff sprach von einem "Drehbuch". Der Film könne wie geplant ablaufen, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Der Regierungschef bekräftigte erneut, beim Blick auf mögliche Reisen zu Ostern nichts ausschließen zu wollen. Klar sei aber, dass zunächst Ferien im eigenen Land realistisch seien.

MDR, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Februar 2021 | 19:00 Uhr

17 Kommentare

peterhau vor 40 Wochen

Damit steht wohl fest, Ostern erneut nur im engsten Kreis und Spaziergänge zur Gastronomie weiterhin nicht möglich. Und eventuelle Geschenke aus dem Internet, wie bisher. Es ist einfach nur noch absoluter Schwachsinn, was hier abgezogen wird!

nilux vor 40 Wochen

Ich finde diesen Plan der Landesregierung an sich ganz gut, die Stufen sind eigentlich ok.

Das sture Festhalten an Inzidenzzahlen (35/50) machen diesen Plan allerdings wieder unrealistisch. Das nimmt mir jeden Optimismus, denn: Die Anzahl an Neuinfektionen steigt insgesamt mit der Anzahl der durchgeführten Tests, welche man ja wiederum (endlich) auch erhöhen möchte.

Zudem fehlt die Einbeziehung der Todeszahlen (sinken jetzt erwartungsgemäß durch die Impfungen) und die Anzahl der Intensivbetten (steigen jetzt erwartungsgemäß).

Nehmen wir mal das Beispiel der beiden größten Städte des Landes, Magdeburg und Halle, beide bevölkerungsmäßig fast gleich groß:

Unter den unter 60-jährigen gibt es in beiden Städten wenige Verstorbene (MD 2/ HAL 12). Bei über 60 gibt es in Magdeburg 76 Tote, in Halle hingegen 226.

Das Risiko in Halle an Corona zu sterben ist damit fast 3 mal so hoch wie in Magdeburg. Trotzdem gelten die gleichen Öffnungsszenarien in beiden Städten.

[Quelle: RKI]



Kritiker vor 40 Wochen

Etwas höfflicher ausgedrückt zu folgenden Zeilen.
+...Um den ersten Schritt zu erreichen, ist Robra zufolge nötig, dass die Inzidenz fünf Tage lang stabil unter 50 liegt. Dann soll der Einzelhandel bis zu zwei Kunden empfangen dürfen, wenn sie sich vorher angemeldet haben....+
Was soll das mit der Anmeldung? Niemand der vorherigen Kunden weiß bei Anmeldung wie lange er/sie bleiben. Somit ist über die Art der Anmeldung bitte näheres zu schreiben bzw. zu erklären.
Daher wird zum Einen zBsp. in einem Baumarkt das Personal wohl mehr belastet oder Kunden bleiben dabei über Internet entsprechende Ware zu bestellen und diese dann =nach Anmeldung= bei entsprechenden Baumarkt (nur mal ein Beispiel) abzuholen.
Frage: Haben wir das nicht jetzt schon >>>Folglich nichts neues!
+...Alle Öffnungen sind an einen Stufenplan geknüpft, sagte Staatskanzlei-Chef Rainer Robra (CDU) am Dienstag...+
Darüber sollte bitte mal mehr nachgedacht werden, werter Hr. Robra im Bezug auf Bürger und deren Meinung.

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