Nach Ministerpräsidentenkonferenz Sachsen-Anhalt will Corona-Regeln verschärfen

Nach langen Diskussionen in der Ministerpräsidentenkonferenz will Sachsen-Anhalt die Corona-Regeln verschärfen. Vor allem in Innenräumen sollen striktere Beschränkungen gelten. Die Landesregierung plant dort strenge 2G-Regeln.

Plakate mit 2G : Geimpft oder genesen
Geht es nach Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne, gilt in Innenräumen bald die 2G-Regel. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

Sachsen-Anhalt will die Corona-Maßnahmen in geschlossenen Räumen verschärfen. Künftig soll bei Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen in Innenäumen die 2G-Regel gelten. Zutritt erhalten also nur noch Menschen, die gegen Corona geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind. Das sagte Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nach der Bund-Länder-Beratung.

Bevor die neuen Regelungen gelten, sind sie noch am Donnerstagabend von der Landesregierung beschlossen worden. Eine Anpassung der aktuell gültigen Eindämmungsverordnung soll in den kommenden Tagen folgen.

2G soll in Innenräumen Pflicht werden

Aus der bisher geltenden Option der 2G-Regelung soll im Innenbereich dann eine Verpflichtung werden. Das gilt laut Grimm-Benne für Freizeit, Tourismus und Gastronomie sowie organisierten Spielbetrieb. Außerdem gelte dort Maskenpflicht.

In Clubs und Diskotheken soll 2G-Plus verpflichtend eingeführt werden. Das heißt, dass nur Geimpfte und Genesene Einlass bekommen, die zusätzlich einen negativen Coronatest vorweisen können. Dann jedoch würden die Abstands- und Hygieneregeln entfallen.

Weihnachtsmärkte können stattfinden

Für Außenbereiche sind derzeit keine gravierenden Verschärfungen geplant. Dort sollen weiterhin die bisherigen Regeln gelten, wenn die Abstände eingehalten werden können oder ein Mund-Nasenschutz getragen wird. Fußballspiele vom Halleschen FC und vom 1. FC Magdeburg können also weiterhin mit Publikum ausgetragen werden. Auch Weihnachtsmärkte können, wie bisher geplant, stattfinden.

Laut Grimm-Benne sollen die Landkreise und die kreisfreien Städte die Möglichkeit haben, je nach notweniger Lage weitere Kontaktbeschränkungen vorzunehmen oder Einrichtungen zu schließen; immer abhängig von Inzidenz, Hospitalisierungsrate und Intensivbettenkapazität.

Hospitalisierung wird entscheidendes Kriterium

Die Hospitalisierungsrate wird neuer Maßstab bei den Corona-Regeln. Das ist die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. In Sachsen-Anhalt liegt die Hospitalisierungsrate heute knapp unter zwölf. Bundeskanzlerin Merkel sprach nach den Beratungen von einer dramatischen Corona-Lage in Deutschland. Ministerpräsident Haseloff erklärte, Sachsen-Anhalt wolle die Beschlüsse 1:1 umsetzen.

Bundestag will epidemische Lage beenden

Zuvor hatte der Bundestag mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Danach soll die epidemische Lage von nationaler Tragweite zum 25. November auslaufen. Der Bundesrat muss den Änderungen noch zustimmen.

Vorgesehen sind dann unter anderem bundesweit eine 3G-Regel am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zudem soll es Testpflichten in Pflegeheimen geben. Für die Länder gilt bis zum 15. Dezember eine Übergangsfrist – sofern deren Verordnungen bisher schon eine Gültigkeit über den 25. November hinaus haben. Harte Einschränkungen wie etwa das Verbot von Veranstaltungen solle nur möglich sein, wenn das die Landesparlamente selbst beschließen.

MDR/Fabian Frenzel, Max Schörm, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT | 18. November 2021 | 20:00 Uhr

41 Kommentare

ElBuffo vor 26 Wochen

Ich kann keine 2 Jahre mit harten Maßnahmen sehen. Es gab temporär strenge Maßnahmen, die sich teilweise hinterher, teilweise vorher absehbar, als weitgehend wirkungslos erwiesen haben. Die Schweden denken über das Sterben am Lebensende auch einfach anders. Daher auch ein wenig verbissenerer Kampf um ein paar Tage längeren Todeskampf.

DER Beobachter vor 26 Wochen

"Schauen sie sich mal die Inzidenzen von den Ländern mit mehr hoher Impfquote an, da kommt keines hin". Nanu, plötzlich sind die stark schwankenden Inzidenzien für die Leerdenker wieder interessant? Nicht mehr die Hospitalisierungsraten und Todesraten? Vllt. schauen Sie sich tatsächlich mal das endlich an in Ländern mit hoher Impfquote?

DER Beobachter vor 26 Wochen

"Jag anser att vi har misslyckats. Vi har ett stort antal som har avlidit och det är fruktansvärt. Det är något som vi alla lider med." Carl XVI. Gustaf. Hat gestern endlich seine dritte Impfung bekommen dürfen und rief insbesondere die jüngere schwedische Bevölkerung auf, sich endlich impfen zu lassen bzw. auch zur dritten impfung zu gehen...

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