Übersicht Diese Corona-Regeln gelten ab 24. November in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gelten seit dem 24. November erneut neue Corona-Regeln. MDR SACHSEN-ANHALT fasst die aktuellen Eckpunkte der nunmehr 15. Corona-Schutzverordnung des Landes zusammen. Sie gilt befristet bis zum 15. Dezember. Neuerungen gibt es unter anderem bei Weihnachtsmärkten, am Arbeitsplatz, in der Gastronomie und in Schulen.

2G Regel Zutritt für Genesene und Geimpfte
In Sachsen-Anhalt gelten ab 24. November strengere Corona-Regeln. Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen

In der Corona-Schutzverordnung befindet sich als Kenngröße weiterhin die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen, die auch als Hospitalisierungsrate oder Krankenhausinzidenz bezeichnet wird. Der Wert beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Der Wert ist allerdings auch weiterhin nur in Verbindung mit der Bettenbelegung relevant.

Mit der 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierung werden die verschärften Regelungen der 15. Corona-Schutzverordnung begründet, neben der exponentiellen Steigerung der Infektionszahlen allgemein.

Die Kenngröße soll per Verordnung – neben der Impfquote, der 7-Tage-Inzidenz, der Bettenbelegung und Auslastung der Intensivstationen – den Landkreisen und kreisfreien Städten dazu dienen, ihre regionale Belastung des Gesundheitswesens einzuschätzen. Auf dieser Grundlage können dann weitere Einschränkungen erlassen werden, insbesondere Testpflichten.

Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz-Hospitalisierung finden Sie hier.

7-Tage-Inzidenz

In der Corona-Schutzverordnung befindet sich als weitere Kenngröße außerdem die sogenannte 7-Tage-Inzidenz. Der Wert beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In vorangegangenen Schutzverordnungen in Sachsen-Anhalt waren Lockerungen und Verschärfungen von Regeln an bestimmte Inzidenzwerte geknüpft.

Der Wert findet sich jetzt noch gemeinsam mit der Impfquote in der Präambel der 15. Corona-Schutzverordnung als Indikator für die Belastung des Gesundheitswesens allgemein. Erwähnt wird die 7-Tage-Inzidenz zudem im Bußgeldkatalog: Werden in Regionen mit einer Inzidenz von unter 50 Verstöße gegen das Tragegebot von FFP2-Maske beziehungsweise Mund-Nasen-Bedeckung festgestellt, kann eine Verwarnung ohne eine sonst fällige Strafe von 50 Euro ausgesprochen werden.

Die 7-Tage-Inzidenz in Ihrer Stadt bzw. in Ihrem Landkreis finden Sie hier.

2G-Regel hat sich geändert

In der bisherigen Landesverordnung wurde 2G so geregelt, dass der Zugang zu einem Angebot Geimpften oder Genesenen vorbehalten bleibt und für diese dann die Pflichten zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und zur Einhaltung des Abstandsgebotes entfallen. Dies ist nun aufgehoben. Maskenpflicht und Abstandsgebot gelten nunmehr auch unter der 2G-Regel.

Zudem ist 2G mit der neuen Landesverordnung verpflichtend für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. Ausnahmen sieht die Verordnung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ohne Symptome sowie Personen vor, für die aus gesundheitlichen Gründen keine Impfempfehlung besteht und die zudem einen negativen Corona-Test vorweisen und durchgehend eine FFP2-Maske tragen.

Die Regeln ab 24. November im Detail

Alle Regeln gelten zunächst befristet bis einschließlich 15. Dezember.

2G in Gastronomie, Sport, Tourismus und Kultur

Sachsen-Anhalts Landesverordnung sieht grundsätzlich das 2G-Zugangsmodell für Innenräume vor. Das deckt nahezu alle Freizeit-, Dienstleistungs- und Kultureinrichtungen ab, von B wie Busrundfahrt bis V wie Veranstaltungen. Für Veranstaltungen ab 50 Personen gilt die Regel ebenfalls. Trotz 2G gelten aber Maskenpflicht und Abstandsgebot.

Auch für Übernachtungen in Hotels oder Ferienwohnungen gilt ab sofort 2G, es sei denn, sie sind beruflich veranlasst. Für den Betrieb in Sportvereinen gilt in Innenräumen nun auch eine 2G-Pflicht. Kinder und Jugendliche sind davon ausgenommen, da sie regelmäßig in der Schule getestet werden.

Optional kann hier überall auch auf 2G+ gesetzt werden, also einen zusätzlichen Testnachweis.

2G+ für Diskotheken, Clubs und Chöre

In Diskotheken, Clubs und bei Tanzveranstaltungen wird verpflichtend 2G+ eingeführt. Geimpfte und Genesene müssen sich zusätzlich testen lassen, um Zutritt zu erhalten. Die Regelung gilt auch für Chöre. Das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder das Einhalten von Abständen kann dann entfallen.

3G auf Weihnachtsmärkten

In Außenbereichen sollen mehr Freiheiten möglich sein als in Innenräumen. Die Weihnachtsmärkte sollen weiterhin stattfinden können, müssen aber ein 3G-Konzept umsetzen, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte. Für Hütten mit Innenbereich gelten die Vorgaben für die Gastronomie und Freizeit.

Die Märkte können selbst strengere Regeln auferlegen: Der Magdeburger Weihnachtsmarkt ist ab sofort auf 2G umgeschwenkt. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bleiben davon ausgenommen. Masken- beziehungsweise Abstandspflicht gelten dennoch. In Halle wurde der Markt nach einem Tag wieder geschlossen. Die Stadt kann die geforderte 3G-Regelung nicht umsetzen und sucht nach einer Alternative.

3G für Friseur und andere körpernahe Dienstleistungen

Auch wer zur Fußpflege oder zur Kosmetik geht, muss nachweisen, dass er geimpft, genesen oder aktuell getestet ist. Die Regelung gilt auch für Nagelstudios, Massage- und Fußpflegepraxen, Piercing- und Tattoo-Studios sowie für medizinisch notwendige Behandlungen durch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden oder Medizinische Fußpfleger.

3G am Arbeitsplatz

Hierbei handelt es sich um Bundesregelungen. Wo es möglich ist, sollen Arbeitnehmer von zuhause aus arbeiten. Für diejenigen, die am klassischen Arbeitsplatz tätig sind, gilt 3G. Sie müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind.

3G in Bus und Bahn

Auch Fahrgäste müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sind – nur dann dürfen sie mitfahren. Das sieht das bundesweite Infektionsschutzgesetz vor. Ausgenommen davon sind Schülerinnen und Schüler. Auch in Taxen gilt 3G nicht. In den Verkehrsmitteln muss ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Es müssten "stichprobenhaft" Kontrollen erfolgen, forderte Ministerpräsident Reiner Haseloff. "Wir werden es flächendeckend nicht kontrollieren können", sagte er mit Blick auf die Personalstärke in den Kommunen.

Corona-Regeln in Schulen

Trotz der extrem hohen Corona-Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen bleiben die Schulen in Sachsen-Anhalt geöffnet. Allerdings können Eltern ab dem 25. November ihre Kinder auf Antrag zu Hause lassen, wenn diese beispielsweise eine Vorerkrankung haben oder in einem Haushalt mit vorerkerankten Personen leben. Das heißt: Die Präsenzpflicht ist an dieser Stelle aufgehoben. Schülerinnen und Schüler erhalten dann Aufgaben für zu Hause. Homeschooling hingegen wird nicht angeboten.

Die Weihnachtsferien werden fünf Tage früher beginnen, am 17. Dezember. Ab kommendem Montag, den 29. November, gilt eine tägliche Testpflicht an Schulen. Bislang müssen mindestens drei Mal pro Woche Tests durchgeführt werden – auch beim Schulpersonal.

dpa/MDR (André Plaul, Fabian Frenzel)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24. November 2021 | 06:00 Uhr

1 Kommentar

DermbacherIn vor 7 Tagen

Das ist keine Kommunikation, das ist eine Einbahnstraße, so wie das ganze Impfthema. Die Herde darf nur in eine Richtung getrieben werden. Es wird kein Weg gesucht, dass Ungeimpfte und Geimpfte mit gleichen Rechten gemeinsam miteinander leben können, es wird nur auf die Spritze zugesteuert, alles andere wird nicht gesehen und nicht gewollt. Mit wem will man da diskutieren, wenn nur diese Maßnahme als richtig anerkannt wird?
Und wenn man die aktuellen Impfstoffe nicht möchte, wird einem das gesellschaftliche Miteinander unterbunden. Weil man ja als potenzieller Gefährder eingestuft wird, für einen Virus, gegen den sich andere angeblich Impfen lassen können. Ich sag ja, Einbahnstraße.

Mehr Politik in Sachsen-Anhalt