Pandemie Nikolaus neuer Stichtag für Corona-Regeln

Die aktuellen Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt gelten mindestens bis zum 7. Dezember. Das hat die Landesregierung am Dienstag entschieden. Am 6. Dezember, also am Nikolaustag, kommt das Kabinett erneut zu dem Thema zusammen. In die neue Entscheidung sollen dann die Ergebnisse aus der Bundespolitik einfließen.

Mann hält eine Schutzmaske in der Hand
Eine Maske bleibt in Bussen und Bahnen Pflicht und muss dort, anders als hier, am Mund angebracht sein. Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Die aktuelle Corona-Verordnung in Sachsen-Anhalt wird bis zum 7. Dezember verlängert. Damit bleibt es für die Menschen bei den bestehenden Regeln, wie die Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Im öffentlichen Personennahverkehr muss weiterhin ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Kinder unter sechs Jahren sind von der Pflicht ausgenommen.

Am Nikolaustag, dem 6. Dezember, will die Landesregierung das weitere Vorgehen beraten. In die Gespräche sollen dann auch Ergebnisse aus Beratungen mit dem Bund einfließen. Bis dahin kommen noch die Gesundheits- und die Verkehrsminister zusammen. Deren Ergebnisse zur Masken- und Isolationspflicht sollen dann in die Verhandlungen der Landesregierung einfließen.

Grimm-Benne für einheitliche Regeln

Damit verlängert sich auch die Maskenpflicht im ÖPNV in Sachsen-Anhalt um weitere zwei Wochen. Die Maßnahme findet sich auch weiterhin in der Corona-Eindämmungsverordnung des Landes. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte sich schon bei der letzten Verlängerung dafür ausgesprochen, dass Sachsen-Anhalt bei den Regeln "im bundespolitischen Kanon" bleibt.

Unterdessen sind in Sachsen-Anhalt die ersten Weihnachtsmärkte gestartet. Sie haben in diesem Jahr vor allem mit den hohen Energiekosten und den Folgen zu kämpfen. Corona-Regeln gibt es dagegen nicht mehr.

Erste Länder lockern

Bayern und Baden-Württemberg hatten in der vergangenen Woche die Isolationspflicht für Corona-Infizierte abgeschafft. Dort gibt es nur noch eine Empfehlung, zu Hause zu bleiben, wenn der Corona-Test positiv ist. Schleswig-Holstein und Hessen wollen dem Beispiel folgen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach sich dafür aus, dass es ab dem kommenden Jahr in Bussen und Bahnen statt einer Pflicht nur noch eine Empfehlung geben soll, Maske zu tragen.

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Keine Quarantäne-Pflicht und viele freiwillige Schutzmaßnahmen

MDR AKTUELL Mi 23.11.2022 09:51Uhr 01:10 min

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Weniger Corona-Patienten im Krankenhaus

An Sachsen-Anhalts Krankenhäusern war die Pandemie in den vergangenen Wochen weniger stark zu spüren. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen einen Rückgang der Covid-Fälle in den Kliniken.

MDR (Mario Köhne)

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. November 2022 | 14:00 Uhr

26 Kommentare

BernhardC vor 4 Wochen

Ich lese: "Man bleibe damit "im bundespolitischen Kanon". Schön wäre es, wenn wir uns endlich im europäischen Kanon befinden würden. Ich glaube, in den anderen Ländern hat man mittlerweile eingesehen, dass die Wellen auf- und abgehen und unbeeinddruckt von Maßnahmen sind. Dies hatte bereits im April 2020 der Mathematiker Isaac Ben-Israel, damals Vorsitzender der israelischen Weltraumbehörde und des Nationalen Rats für Forschung und Entwicklung des Wissenschaftsministeriums, in einer Studie vorgelegt. Er kam zu dem Schluss, dass die Statistik zeige, dass die Wellen nach 70 Tagen ihr Ende erreichen, egal wo sie stattfinden und unabhängig davon, welche Maßnahmen die Regierung ergreifen. In Deutschland hat man dem Bürger 2,5 Jahre lang erzählt, daß das Infektionsgeschehen primär vom Verhalten der Menschen, Massnahmen und Impfungen abhängt. Hatte Lauterbach nicht erst vor Kurzem gesagt, dass die Welle ja nicht von alleine abebben würde und vierstellige Inzidenzzahlen vor der Tür stehen?

Denkschnecke vor 4 Wochen

"Huldiger der Maske sind immer nur die Opfer"
Was kritisieren Sie denn jetzt? Fühlen Sie sich von mir angegriffen, wenn ich Ihnen in der Bahn mit Maske gegenübersitze?
Wollen Sie betreiten, dass jemand, der eine Maske trägt, bei unerkannter Infektion sein Gegenüber mit weit größerer Wahrscheinlichkeit infizieren kann als jemand, der eine FFP2-Maske trägt?
Wortreich philosophierend an den Fakten vorbeigesaust.

Denkschnecke vor 4 Wochen

Bis vor der Pandemie habe ich mich als Naturwissenschaftler über die Wissenschaftsferne der selbsternannten "Denkernation" amüsiert. Inzwischen ist mir das Lachen vergangen: Ich mache mir wirklich ernste Sorgen, wenn meine Mitbürger Chemtrails für realer halten als Viren und sich selbst dabei auch noch als medienkompetent einschätzen.

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