Änderung der Eindämmungsverordnung Diese Corona-Regeln gelten an Weihnachten und Silvester

In Sachsen-Anhalt gelten über Weihnachten und den Jahreswechsel weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Landesregierung empfiehlt auch Geimpften und Genesenen, ihre Kontakte zu beschränken. Zudem bleiben Clubs und Diskotheken geschlossen, Großveranstaltungen finden ohne Publikum statt.

Ein Mädchen trägt einen Mund-Nasen-Schutz neben einem geschmückten Weihnachtsbaum.
Sachsen-Anhalts Landesregierung empfiehlt auch Geimpften und Genesenen, ihre Kontakte zu reduzieren. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft. Dazu hat das Kabinett am Dienstag die dritte Änderung zur 15. Eindämmungsverordnung beschlossen. Die Regeln gelten seit Donnerstag, den 23. Dezember. Über Weihnachten und den Jahreswechsel gelten folgende Regeln:

  • Kontaktbeschränkungen: Die Landesregierung empfiehlt auch Geimpften und Genesenen, ihre Kontakte zu reduzieren: Im privaten Umfeld sollen sich maximal zehn Menschen treffen, Kinder unter 15 Jahren sind ausgenommen. Ungeimpfte sollen neben dem eigenen Haushalt höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes treffen. Eine Ausgangssperre gibt es nicht.
  • Die Landkreise und kreisfreien Städte können je nach epidemischer Lage weitere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene verordnen. Zudem können sie am 31. Dezember 2021 und am 1. Januar 2022 Ansammlungsverbote auf bestimmten öffentlichen Plätzen erlassen.
  • Clubs und Diskotheken werden geschlossen.
  • Großveranstaltungen wie überregionale "Sport-, Kultur- und vergleichbare Veranstaltungen" sollen ab dem 28. Dezember ohne Publikum stattfinden.
  • Die 2G-Regel in Handel, Gastronomie und Freizeit soll weiter gelten, ein aktueller Test kann zusätzlich vorgeschrieben werden – Lebensmittelgeschäfte bleiben weiter ausgenommen.
  • Dort, wo nach der 2G-Plus-Regelung nur Geimpfte und Genesene mit einem negativen Testergebnis Zutritt erhalten, wird es vorerst keine Testbefreiung für geboosterte Personen geben.
  • Impfungen sollen fortgeführt werden, auch über Weihnachten und zwischen den Jahren.

Grimm-Benne: Kontaktbeschränkungen können nicht kontrolliert werden

Zu den von Bund und Ländern beschlossenen Kontaktbeschränkungen erklärte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstagabend, dass man diese allerdings nicht in den Wohnhäusern kontrollieren könne. Dazu bräuchte es eine Ausgangssperre, die nach Bundesgesetz aber nicht möglich sei. Grimm-Benne forderte dazu auf, dass sich die Menschen an die Empfehlungen halten und die Kontakte reduzieren.

Haseloff wirbt für Impfungen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) unterstrich, dass die neue Landesverordnung die Beschlüsse von Bund und Ländern bereits beinhalte. Sie ist am Donnerstag in Kraft getreten und gilt bis zum 18. Januar 2022. Der Ministerpräsident betonte, dass die derzeit sinkenden Inzidenzen nicht beeindrucken sollten. Es werde eine Virusvariante durch eine andere ersetzt. Zum Verlauf und der Ausbreitungsgeschwindigkeit herrsche eine große Unsicherheit. Doppelt Geimpfte und Geboosterte seien deutlich besser geschützt.

Laut Haseloff kann die Landesregierung auch über die Feiertage ständig schnell reagieren und jederzeit tagen. Spätestens am 7. Januar wollen die Länder wieder beraten.

Geschichte

Eine Grafik mit "Coronavirus in Sachsen-Anhalt: Aktuelle Entwicklungen, Hintergründe, Ansprechpartner".
Bildrechte: MDR/Panthermedia
Corona in Sachsen-Anhalt: Zahlen und Grafiken. Zwei Krankenpflegerinen stehen in einem Patientenzimmer.
Bildrechte: MDR/dpa

Kontakte minimieren, Impfungen maximieren

Vor den Beratungen von Bund und Ländern hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) maximale Kontaktbeschränkungen empfohlen. In einem Strategiepapier des RKI heißt es, die Einschränkungen sollten sofort beginnen und zunächst bis Mitte Januar gelten. Das Institut will die Verbreitung der Omikron-Variante verlangsamen. Das soll auch mit mehr Corona-Impfungen gelingen.

Die Ständige Impfkommission hat am Dienstag empfohlen, mit der Auffrischungsimpfung nicht mehr ein halbes Jahr nach der zweiten Spritze zu warten, sondern sich schon nach drei Monaten boostern zu lassen.

MDR (Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

PKisPrinceUnicorn vor 21 Wochen

Lassen Sie mich raten: Sie sind selber nicht geimpft, denn sonst würden Sie den Duktus "Spritze in den Arm rammen" nicht nutzen?!
PS: Menschen, die sich nicht impfen lassen, Grenzen sich selber aus.

Shantuma vor 21 Wochen

/ignored

Ich werde zwar keine Massenparty feiern, aber die Kontaktregeln werde ich etwas großzügiger auslegen.
Nur weil Menschen sich keine Spritze in den Arm haben rammen lassen, werden diese nicht ausgegrenzt.

Ansonsten können wir auch schnell mal in das rechte Gedankengut abgleiten.
Dann ersetzen wir den Impfpass mit einem deutschen Pass und machen aus der 2G-Regel im Einzelhandel, eben eine 2G-Regel für Deutschland.

Es dient doch zum Schutz.

Vielleicht wird jetzt langsam mal klar warum es irre ist, dass sich die rechten Parteien für die Freiheit "stark" machen, (macht ja sonst keine Partei), obwohl das Thema eigentlich kein rechtes Thema ist.
Und alle Parteien die meinen sie wären gegen Rechts, verhalten sich aber wie eine rechte Partei, in dem sie aus Sicherheitsgründen Leute ausschließen/ausgrenzen.

Karl Schmidt vor 21 Wochen

@Shantuma:
Ach was!
Tatsächlich habe ich mich in den vergangenen Tagen gefragt, was "Jana aus Kassel" mittlerweile so macht.

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