Nach Bund-Länder-Runde Vorerst keine schärferen Corona-Regeln in der Gastronomie

Bundesweit soll nun 2G+ in der Gastronomie gelten – außer in Sachsen-Anhalt. Das Land bleibt bei seinen derzeitigen Corona-Regeln. In der Gastronomie gilt weiterhin 2G, Geimpfte und Genesene brauchen keine zusätzlichen Tests. Allerdings sind auch in Sachsen-Anhalt Veränderungen bei der Quarantäne-Dauer geplant.

Ein Kellner mit Maske trägt ein Tablett mit Getränke
In Sachsen-Anhalts Cafés und Restaurants gilt weiterhin die 2G-Regel. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Ralph Peters

In Sachsen-Anhalt bleibt es zunächst bei den derzeit geltenden Corona-Regeln. Das Land plant in der Gastronomie vorerst keine 2G+-Regel, also keine zusätzlichen Tests für Genesene und Geimpfte. Das erklärte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag nach einer Konferenz von Bund und Ländern. Die Bund-Länder-Runde hatte sich darauf verständigt, dass Geimpfte und Genesene in Restaurants, Cafés und Kneipen künftig einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen müssen – es sei denn, sie sind geboostert. Dies soll nun außer in Sachsen-Anhalt bundesweit gelten.

Anders als in anderen Bundesländern trete in Sachsen-Anhalt bislang fast nur die Delta-Variante des Virus auf. Deshalb seien neue Maßnahmen erstmal nicht nötig, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zur Begründung. Das, was beispielsweise in Bremen oder Schleswig-Holstein notwendig sei, würde hier nicht greifen. Es sei nötig, zu differenzieren.

In Sachsen-Anhalt müssen Gäste in der Gastronomie derzeit geimpft oder genesen sein, es gilt 2G. Das Land bleibt dabei, dass Geboosterte bei 2G+ weiterhin einen negativen Test vorweisen müssen.

Veränderte Quarantäne-Regeln kommen

Bund und Länder hatten sich am Freitag zum ersten Mal in diesem Jahr zusammengeschaltet, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten. Vorangegangen waren am Mittwoch Gespräche der Kultus- sowie der Gesundheitsministerinnen und -minister. Dabei ging es auch um Änderungen bei den Quarantäne-Regeln. Grimm-Benne sagte, man habe dabei sehr gerungen. Es gehe um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung, gleichzeitig müsse genügend Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung stehen, um Menschen zu versorgen.

Bisher gab es bei der Omikron-Variante eine strikte Quarantäne von 14 Tagen. Sie konnte nicht vorzeitig durch einen negativen Test beendet werden. Dies sei bei der Delta-Variante nach wie vor genau so. Folgendes soll der Ministerin zufolge künftig gelten:

  • Künftig sind geboosterte Kontaktpersonen von der Quarantäne ausgenommen.
  • Das gilt auch für frisch Geimpfte und Genesene.
  • Für alle übrigen endet die Isolation bzw. Quarantäne (unabhängig davon, ob man selbst infiziert oder eine Kontaktperson ist) bei Omikron nach zehn Tagen.
  • Bei nachgewiesener infektion oder als Kontaktperson kann man sich nach sieben Tagen mit einem PCR-Test oder einem zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten lassen.
  • Schule und Kita: Hier kann die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen PCR- oder Antigen-Schnelltest beendet werden. In Schulen und Kitas gebe es durch die bestehenden Testregeln bereits eine hohes Schutzniveau.

Strengere Regeln für Klinik- und Heimpersonal

Grimm-Benne sagte, Krankenhäuser und Uniklinika hätten sich mit Blick auf die Quarantäne-Erleichterungen kritisch gezeigt, da sich nicht alle Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Deswegen könne man sich in diesem Bereich erst nach sieben Tagen mit einem PCR-Test wieder zum Dienst melden. Zudem müsse das Personal seit 48 Stunden symptomfrei sein.

Ministerpräsident Haseloff zufolge ist am kommenden Freitag (14. Januar) eine Sondersitzung des Bundesrats geplant, um die Änderungen bei der Quarantäne beschließen.

Aktuelle Verordnung gilt bis noch zum 18. Januar

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes ist bis zum 18. Januar gültig. Die nächste Ministerpräsidenten-Konferenz ist für den 24. Januar geplant. Für den Überbrückungszeitraum wird es möglicherweise neue Corona-Regeln geben. Eine andere Möglichkeit ist laut Haseloff, die bestehenden Regeln bis zum 24. Januar zu verlängern und danach gegebenenfalls Maßnahmen zu verändern. Das hänge davon ab, wie sich die Corona-Situation bis dahin entwickele.

Gesundheitsministerin Grimm-Benne sagte, die aktuellen Zahlen seien sehr von den Weihnachtsferien geprägt. Nächste Woche würden die Daten wieder aussagekräftiger sein.

dpa, MDR (Kalina Bunk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Januar 2022 | 18:00 Uhr

17 Kommentare

ria vor 1 Wochen

@Uw_58_Wernigerode,
Die Entscheidungen von Herrn Haseloff kann man nicht nachvollziehen. Selbst als wir die zweithöchsten Inzidenzen und vor allem die sehr hohe Krankenhausauslastung hatten wurde nichts aber auch garnicht unternommen. Es wurde auf die Landkreise und Gemeinden abgewälzt. Ich denke im Landkreis Harz wurde absolut richtig gehandelt.
Woher will der MP wissen das bei uns Omnikrom keine Rolle spielt? Werden mehr Tests auf die neue Variante untersucht oder Proben aus Kläranlagen genommen um diese zu untersuchen. Fehlanzeige. Was mich am meisten stört ist dieser Flickenteppich an Vorschriften. Wenn ich von Magdeburg z.B. in den Harz fahre muss ich erst suchen was überhaupt dort gilt. Muss man sich bei solch einem Chaos innerhalb eines Bundeslandes und auch gesamt Deutschland nich wundern wenn die Menschen die Faxen dicke haben?

Sharis vor 1 Wochen

Warum haben Sie denn die Zweitimpfung erst so spät bekommen?
Das muss ja dann etwa zum Beginn bzw. in der Booster-Kampagne gewesen sein, da sollten sie den Fehler doch eher bei sich selbst suchen.
Dass eine Booster-Impfung überhaupt nötig sein würde, galt ja erst seit dem letzten Herbst als gesicherte Erkenntnis, dann kam noch Omikron dazu. Auf diese Entwicklungen hat die Politik keinen Einfluss, sie kann nur mit entsprechenden Maßnahmen REagieren.

heiko1 vor 1 Wochen

Ist es ein Wunder, das Sachsen-Anhalt bei den Beschlüssen nicht mit macht! Hier interessiert es niemanden, ob man den Booster hat oder ein Tic Tac genommen! Wenn auf was Rücksicht genommen wird dann auf diese sogenannten "Spaziergänger"! Gesetze und Verordnungen gelten eben nur für den dummen Rest der Bevölkerung (keine Angst ich schließe mich da mit ein) !

Mehr Politik in Sachsen-Anhalt