Corona-Pandemie Sachsen-Anhalt hat jetzt das Sagen in der Gesundheitsminister-Konferenz

Neue Herausforderung für Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Grimm-Benne: Weil das Land den Vorsitz der Gesundheitsminister-Konferenz übernommen hat, stehen zusätzliche Aufgaben an. Wofür die SPD-Politikerin ihre Amtszeit nutzen will.

Eine Labormitarbeiterin bereitet Teströhrchen für einen PCR-Test vor.
Sachsen-Anhalt hat den Vorsitz der Gesundheitsminister-Konferenz übernommen. Jetzt in der Corona-Pandemie gibt es viel zu tun. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In der nach Einschätzung von Experten entscheidenden Phase der Bekämpfung der Corona-Pandemie hat Sachsen-Anhalt den Vorsitz der Gesundheitsminister-Konferenz (GMK) übernommen. Wie das zuständige Sozialministerium in Magdeburg mitteilte, ist Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) in diesem Jahr die Chefin des Gremiums. Bis zum Jahreswechsel hatte das Amt in den Händen des bayerischen Gesundheitsministers gelegen.

Schalte mit Lauterbach schon heute

Grimm-Benne, seit 2016 im Amt, kündigte an, dass sie und ihre Amtskolleginnen und -kollegen sich bereits diesen Mittwoch mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zusammenschalten werden. Dabei soll unter anderem über die Möglichkeit einer verkürzten Quarantäne im Falle einer Infektion beraten werden. Die nächste reguläre Sitzung ist für kommenden Montag geplant.

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm Benne (SPD)
Spricht jetzt auch für ihre Amtskolleginnen und -kollegen: Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

In einem Grußwort auf der Website der GMK kündigte Grimm-Benne an, das Gesundheitssystem für künftige Krisen widerstandsfähiger machen zu wollen. Ihr sei es ein Anliegen, noch stärker auf die Verbesserung der Bedingungen in Gesundheitsberufen hinzuwirken, sagte die SPD-Politikerin. Das beginne bereits bei den Bedingungen in der Ausbildung, sagte Grimm-Benne.

Kurz erklärt: die Gesundheitsminister-Konferenz

Es gibt sie schon seit mehr als 70 Jahren – und doch werden die meisten erst im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von der Gesundheitsministerkonferenz gehört haben. Die setzt sich zusammen aus den Gesundheitsministerien der Länder und dem Bundesgesundheitsministerium und berät in Nicht-Pandemie-Zeiten zum Beispiel darüber, wie Ärzten eine Leichenschau vergütet oder die Ausbildung von Hebammen organisiert wird. Im Corona-Jahr 2021 beschlossen die Ministerinnen und Minister beispielsweise, auch ohne eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission die Impfung von Kindern ab 12 Jahren zu ermöglichen.

Einmal im Jahr wechselt der Vorsitz. Nach Sachsen-Anhalt wird 2023 Baden-Württemberg an der Reihe sein.

Mehr zum Thema: Aktuelles zur Corona-Lage

MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Januar 2022 | 11:00 Uhr

20 Kommentare

DermbacherIn vor 19 Wochen

@pwsksk
Die örtlichen Gesundheitsämter schaffen es zumeist, Nichteinmal trotz SORMAS die entsprechenden Infizierten zahlen an das RKI weiterzugeben, ein Beispiel aus Thüringen:
Wie die falschen Zahlen bzw. die erhebliche Zahlendifferenz, die das Gesundheitsamt Jena dem RKI weitermeldet, beweist, in Jena haben sie die Software SORMAS zwar, aber arbeiten nicht damit.
Erschwerend kommt noch in Jena dazu, dass man nicht das Testdatum, sondern das Meldedatum als Berechnungsgrundlage nimmt.
Wie sollen da die Inzidenzahlen sinken?

DermbacherIn vor 19 Wochen

@pwsksk
Die örtlichen Gesundheitsämter schaffen es zumeist, Nichteinmal trotz SORMAS die entsprechenden Infizierten zahlen an das RKI weiterzugeben, ein Beispiel aus Thüringen:
Wie die falschen Zahlen bzw. die erhebliche Zahlendifferenz, die das Gesundheitsamt Jena demRKI weitermeldet, beweist, in Jena haben sie die Software SORMAS zwar, aber arbeiten nicht damit.
Erschwerend kommt noch in Jena dazu, dass man nicht das Testdatum, sondern das Meldedatum als Berechnungsgrundlage nimmt.
Wie sollen da die Inzidenzahlen sinken?

pwsksk vor 19 Wochen

Sie haben vollkommen Recht. In vielen Firmen gibt es globale Vernetzungen. Man kann mit 1 Klick Zahlen korrigieren.
In Deutschland? Es gibt scheinbar überhaupt keine Vernetzung der Gesundheitsämter zur Landes- oder Bundesregierung. Wenn eine Infizierung festgestellt wird, gibt es den Druck auf die Taste "Plus 1". Und solche Software können wir in Deutschland nicht erstellen, um reale Zahlen zu bekommen?
Aber wir brauchen ja jetzt schon über 10 Jahre für den Schmalbandausbau.

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