Bei Inzidenzwert von unter 100 Corona: Wirtschaftsminister will weitere Modellprojekte für Gastronomie oder Kultur

Die Corona-Zahlen gehen zurück. In Sachsen-Anhalt liegen sie aber nur in Magdeburg unter einem Wert, der weithin spürbare Öffnungen erlaubt. Jetzt bringt Wirtschaftsminister Willingmann neue Modellprojekte ins Gespräch – und nennt dabei ausdrücklich auch die Innengastronomie.

 Coronavirus-Schnelltest
Öffnen? Ja – aber nur mit aktuellem negativen Corona-Test. In Magdeburg gefällt das nicht allen Gastronomen. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/photonews.at

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen hat Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann weitere Modellprojekte für Öffnungen ins Gespräch gebracht. Der SPD-Politiker sagte MDR SACHSEN-ANHALT, solange die 7-Tage-Inzidenz noch nicht flächendeckend unter 50 liege, brauche es Versuche, unter welchen Bedingungen Lockerungen für einzelne Bereiche möglich seien. Willingmann nannte die Innengastronomie sowie Kulturangebote und Fitnessstudios als Beispiele.

Für die Zeit nach den Pfingstferien plant die Landesregierung Willingmann zufolge eine neue Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Außengastronomie im Harz als Positivbeispiel

v.l.: Michael Wiecker, Peter Gaffert, Thomas Balscerowski, Armin Willingmann
Anfang April: Damals durfte im Landkreis Harz die Außengastronomie öffnen – zur Freude unter anderem von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (rechts). Bildrechte: MDR/Swen Wudtke

Als positives Beispiel hob der Minister das Modellprojekt im Landkreis Harz hervor. Dort war vor Inkrafttreten der sogenannten Corona-Notbremse des Bundes in mehreren Städten die Außengastronomie geöffnet worden. Der Versuch war wegen der "Notbremse" des Bundes aber wieder abgebrochen worden. Willingmann sagte, durch die Aerosolforschung wisse man, dass die Ansteckungsgefahr in der Außengastronomie relativ gering sei. In Sachsen-Anhalt könne dieser Bereich deshalb bei einer Inzidenz von weniger als 100 öffnen.

Stabil liegt der Inzidenzwert aber aktuell nur in Magdeburg unter der 100er-Marke. Dort dürfen Biergärten und Restaurant-Außenbereiche bereits seit vergangenem Sonntag unter Bedingungen wieder öffnen. Eine der Bedingungen ist, dass Gäste einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Gastronomen kritisieren Corona-Testpflicht der Gäste

Gastronomen in der Landeshauptstadt hatten genau das zuletzt kritisiert. Man fühle sich diskriminiert, weil man die einzige Branche sei, die bei einer Inzidenz von weniger als 100 negative Tests einfordern müsse, lautete ein Argument. Kontrollen des Ordnungsamtes hatten laut Stadtverwaltung in Magdeburg außerdem gezeigt, dass nicht alle Wirte das negative Testergebnis von ihren Gästen eingefordert hatten.

Wirtschaftsminister Willingmann verteidigte die Testpflicht. Bei MDR SACHSEN-ANHALT sagte er, im Biergarten kämen die Menschen enger und über einen längeren Zeitraum zusammen als beim Einkaufen.

Inzidenzzahlen in Sachsen-Anhalt sinken auch zum Feiertag

Die am Donnerstag veröffentlichten Werte des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen für Sachsen-Anhalt indes einen weiteren Rückgang der Infektionszahlen. Landesweit beträgt die 7-Tage-Inzidenz demnach 110,6. Vor einer Woche war dieser Wert noch mit 139 angegeben worden. Einen besonders starken Rückgang der Infektionszahlen melden demnach der Burgenlandkreis (nun 130,8), die Stadt Halle (nun 109,3) und der Landkreis Mansfeld-Südharz (nun 146,7).

Unter der Marke von 100 liegen neben der Stadt Magdeburg vier weitere Landkreise: Anhalt-Bitterfeld, Börde, Jerichower Land und die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau. Bleibt die Inzidenz fünf Werktage hintereinander unter 100, fällt die Bundes-Notbremse in der jeweiligen Region am übernächsten Tag weg.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Mai 2021 | 08:00 Uhr

2 Kommentare

Warum nicht vor 6 Wochen

Ich weiß ja nicht, in welcher Welt Sie leben, sie scheint recht realitätsfremd zu sein. Es erkranken noch immer täglich viele Menschen an dem Virus und zu viele sterben daran. Der "Coronaspuk" wird nicht aufhören, wenn man, wie hier offensichtlich, abstrusen Gedanken nachhängt.

Critica vor 6 Wochen

"Wirtschaftsminister will Modellprojekte..."
Wie wäre es denn, wenn dank sinkender "Inzidenz" der gesamte Coronaspuk endlich aufhören würde?
Es fühlt sich an, als beginne jetzt- mit dem Hitergrund Corona - die Totalüberwachung der Bürger.

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