Rund 40.000 Daten gelöscht Fachliche Fehler im LKA führten zu Datenpanne

Nach der Datenpanne beim Landeskriminalamt, die am Wochenende bekannt geworden ist, steht nun die Ursache fest. Ein fachlicher Fehler beim LKA führte dazu. Sachsen-Anhalts Innenminister Richter will die Panne aufarbeiten. Eine Arbeitsgruppe ist bereits eingerichtet.

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt
Am Wochenende war im Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt eine Datenpanne aufgeflogen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Nach der Datenpanne beim Landeskriminalamt (LKA) hat Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter (CDU) fachliche Fehler eingeräumt. Richter sagte am Montag, die Abläufe seien mangelhaft gewesen. Das Kernproblem liege in der Aktenführung. Derzeit werde geprüft, wie Daten zurückgeholt werden könnten. Unklar sei, wie sich die Panne auf die Ermittlungsarbeit auswirke. Richter stelle klar, dass für alle gelöschten Daten die Speicherfrist abgelaufen war.

Innenminister verspricht schnelle Aufklärung

Richter versprach schnelle Aufklärung. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Innenministeriums, der Polizei und dem LKA solle das Thema aufgearbeitet werden. So solle verhindert werden, dass sich ein solcher Fall wiederhole. Noch am Wochenende ist laut Richter dafür eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden. Nach ersten Erkenntnissen sind drei Bedienstete an dem Vorgang beteiligt gewesen: jeweils einer im Bundeskriminalamt (BKA), im LKA und bei der Polizei. Das BKA hatte die Daten zuvor an die Länder rückübertragen. Dort gibt es laut "Magdeburger Volksstimme" vom Wochenende eine Datenbanksicherung, die eine Rettung der Daten möglich machen könnte.

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Sachsen-Anhalts Innen- und Finanzminister Michael Richter (CDU) Bildrechte: dpa

Am Sonnabend war bekannt geworden, dass im Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt Zehntausende Datensätze gelöscht wurden. Sie hatten unter anderem Fingerabdrücke und Fotos von Straftätern und Tatverdächtigen enthalten. Nach Angaben des Innenministers können die Daten knapp 16.500 Personen zugeordnet werden. Der SPD-Innenexperte Rüdiger Erben sprach sich für eine Sondersitzung des Innenausschusses aus. Sebastian Striegel (Bündnis 90/ Die Grünen) kritisierte die "auffallend vielen" Datensätze im System der LKA-Ermittler. Die mangelnde Pflege des Datenbestands müsse überprüft werden.

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MDR, Karsten Kiesant, Cornelia Winkler, Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. März 2021 | 16:00 Uhr

6 Kommentare

guenti02 vor 10 Wochen

Hier sind keine kleinen Mitarbeiter verantwortlich, sondern die Führungsebene. Bei solchen komplexen IT-Zusammenhängen wie Datenbankmanagement muss zuerst die Führungsebene exakt vorgeben was von wem zu tun ist. Die Aussagen des Innenministers zeigen mir, dass er von den IT-themen keine Ahnung hat. Auf der Grundlage der Vorgaben von oben qualifizierte IT-Mitarbeiter die konkreten Schritte realisieren. Hier gilt: Wer qualifizierte Mitarbeiter haben möchte, muss entsprechend bezahlen!

Thueringer vor 10 Wochen

Genau dieser Verdacht stieg spontan beim Lesen des Beitrags in mir auf, denn interessierte Kreise könnten durchaus von dieser Löschung profitieren.... Und selbst wenn es sich tatsächlich um eine versehentliche Aktion gehandelt haben sollte, legt die Vorgehensweise der Behörden schonungslos offen, wie dilettantisch in den verantwortlichen Stellen mit sensiblen Daten umgegangen wurde und vermutlich noch immer wird…. Ein Skandal erster Güteklasse!

Na.Ti vor 10 Wochen

"Richter stelle klar, dass für alle gelöschten Daten die Speicherfrist abgelaufen war"

Worum bitte geht es dann hier? Ist die Frist eine Aufbewahrungspflicht? Was geschieht danach regulär?

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