Linke-Forderung Corona: Debatte über Impfpflicht für Lehr-, Pflege- und Kita-Kräfte

Um Kinder, Jugendliche und Pflegebedürftige besser zu schützen, bringt Sachsen-Anhalts Linksfraktion eine Corona-Impfpflicht für Bedienstete an Schulen sowie in Kitas und Pflegeeinrichtungen ins Spiel. Nicht-Geimpfte müssten dann ins Home-Office oder könnten nicht arbeiten. Die Bildungsgewerkschaft will lieber schnelle Auffrischungsimpfungen und kleinere Klassen.

Eva von Angern, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Landtag Sachsen-Anhalt, stellt auf einer Pressekonferenz vor der Bundespressekonferenz die Forderungen ihrer Partei einer gerechten Lastenverteilung der Krisenkosten und Wiedererhebung der Vermögensteuer vor.
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Sachsen-Anhalts Landesregierung soll sich für eine Impfpflicht für Beschäftigte an Schulen, Kindertagesstätten, in der Pflege und im Gesundheitsbereich im Bund einsetzen. Einen entsprechenden Antrag will die Linksfraktion in dieser Woche im Landtag einbringen, sagte Fraktionsvorsitzende Eva von Angern am Montag MDR SACHSEN-ANHALT. Sie fordert die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen.

"Es geht nicht darum, Impfgegner zu brechen, sondern wir wollen die besonders schützenswerten Gruppen auch tatsächlich schützen", so von Angern. Ziel müsste in den entsprechenden Bereichen eine Impfquote von nahezu 100 Prozent sein.

Gemäß der Linken sollen in einem ersten Schritt die Arbeitgeber und Dienststellen den Impfstatus der Beschäftigten erfragen. Wer dann später bei einer zweiten Befragung noch immer nicht geimpft sei, müsste dann ins Homeoffice oder könne nicht zur Arbeit. Zu prüfen sei, ob verbeamtete und nicht verbeamtete Lehrkräfte gleich zu behandeln sind.

Bildungsgewerkschaft will lieber schnelle Auffrischungsimpfungen

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, GEW, schätzt, dass 80 Prozent aller Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt bereits vollständig geimpft sind. Vor diesem Hintergrund hätte eine Impfpflicht für Lehrkräfte und Kitabetreuende kaum einen Effekt, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Eva Gerth.

"Eine Impfpflicht wäre wenn überhaupt nur sinnvoll, wenn sie für alle kommt", so Gerth. Sie rief die Politik dazu auf, schnell zusätzliche Impfangebote für die von der Gewerkschaft vertretenen Berufsgruppen zu schaffen. So könnten diese ihre Impfungen auffrischen. Auch stellte Gerth eine Wiedereinführung verkleinerter Klassen angesichts der pandemischen Entwicklung zur Debatte.

Linken-Politikerin von Angern regte ebenfalls zügige Impfungen direkt in den Einrichtungen und Schulen an. Sie fordert außerdem ein Impf-Anschreiben der Landesregierung an alle Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt. Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr soll allerdings weiterhin eine 3G-Regelung gelten.

Debatte über vereinzelte Impfpflicht läuft auch im Bund

Sachsen-Anhalts Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte sich zuletzt nicht für eine Impfpflicht für Beschäftigte in der Pflege aussprechen wollen.

Im Bund diskutieren derweil SPD, Grüne und FDP bereits über eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen. Noch herrscht keine Einigkeit. Entsprechende anderslautende Aussagen der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt hat ihre Fraktion am Montag korrigiert.

MDR/Thomas Vorreyer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. November 2021 | 16:00 Uhr

19 Kommentare

Gernot vor 9 Wochen

Statusquo..., wenn sie sich halbwegs einmal mit der Materie beschäftigt hätten, anstatt hier heiße Luft zu erzeugen, wüssten sie besser bescheid. Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt nämlich nach Empfehlungen der Impfkommission die Verantwortung für eventuelle Schäden nach Impfungen.
Sie sind ein sehr gutes Beispiel für die vielen Unkundigen in Sachen Corona. Mal belesen und auch überdenken und nicht nur immer kleine Bröckchen uminterpretieren , nur weil sie ihnen in die Karten spielen

MDR-Team vor 9 Wochen

Hey,
der Schutz nimmt zwar ab, ist aber immer noch höher als bei Ungeimpften. Hier gibt es genauere Informationen dazu: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-impfschutz-impfstoffe-dauer-100.html

Nelke vor 9 Wochen

DieLinke versucht nicht einmal mehr, gegen die Auswüchse des Kapitals anzugehen. Sie ist zum "Hofsänger" geworden und wird bei dem folgerichtig miesen Wahlergebnis bei der Bundestagswahl bald die Rolle des Hofnarren übernehmen. Mit dem Finanzkapital (strategisch richtig an allen Impfstoffherstellern und damit an Milliardengewinnen beteiligt) nicht gegen Covid19, sondern gegen die Menschen und die -vormals- eigenen Wähler. Die Politiker und Kassenfunktionäre, die nun als Retter in der Krise auftreten, haben den miserablen Zustand geschlossener Krankenhäuser, fehlender Arztpraxen außerhalb der besserten Viertel in den Großstädten, Überlastung des Personals, erbärmliche, primitive und unpraktikable "Schutzausrüstung" des med. Personals zu verantworten, leben gut von unserer Arbeit und belehren die Menschen, was angeblich das Richtige für sie sein soll- trotz einer Kette von Pannen und Mißerfolgen. Danke dafür.

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