Verlängerung der Coronaverordnung Diese Coronaregeln gelten ab Montag in Sachsen-Anhalt

Die aktuelle Coronaverordnung wird verlängert, allerdings werden Punkte ergänzt oder entfernt. So wird es zunächst keine Modellprojekte wie zuletzt im Harz geben, wo Gastronomie öffnen darf. Stattdessen wird die Testpflicht an Schulen in die Verordnung mitaufgenommen.

Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht in einem Geographie-Seminar auf einem Weltalas,
Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt hat die aktuelle Coronaverordnung, die eigentlich nur bis zum Montag gelten sollte, verlängert. Laut Ministerpräsident Reiner Haseloff gilt sie, bis das neue bundesweite Infektionsschutzgesetz im Mai greift. Allerdings wurde die aktuelle Verordnung in Sachsen-Anhalt für diese Überbrückungszeit leicht angepasst.

Keine neuen Modellprojekte

So waren bisher Modellprojekte zur Öffnung von Gaststätten oder Hotels möglich. Dieser Paragraf wird in der ab Montag geltenden Verordnung gestrichen. Erst vor kurzem haben einige Hotels und Gaststätten im Harz und in Mansfeld-Südharz solche Projekte gestartet und unter Auflagen geöffnet. Sie dürfen diese Projekte weiterführen, zumindest bis das bundesweite Infektionsschutzgesetz in Kraft tritt. Neue Modellprojekte werden aber vorläufig nicht mehr genehmigt.

Testpflicht an Schulen kommt (wieder)

Die Testpflicht an Schulen wird in die Verordnung mit aufgenommen. Sie gilt eigentlich schon seit vergangenem Montag, wurde allerdings kurzfristig ausgesetzt. Ab kommenden Montag gilt sie aber erneut.

Ab dem 19. April dürfen Schülerinnen und Schüler sowie das Schulpersonal das Schulgelände nur betreten, wenn sie an zwei Tagen in der Woche vor Schulbeginn ein negatives Testergebnis vorweisen können. Die Testung mittels Selbsttest kann laut Gesundheitsministerium auch durch eine Bescheinigung mit negativem Ergebnis eines PCR-Tests oder eines PoC-Antigen-Tests ersetzt werden, die nicht älter als 24 Stunden sein darf.

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Schulen schließen bei Inzidenz von 200

Schon in der vorherigen Version der Coronaverordnung galt, dass Schulen in Landkreisen geschlossen werden, sollte die 7-Tage-Inzidenz in dem Kreis drei Tage in Folge bei 200 oder mehr liegen. So sind die Schulen im Landkreis Stendal am Montag geschlossen. Ausgenommen davon sind Abschlussklassen, dort wird Präsenzunterricht zur Prüfungsvorbereitung durchgeführt.

Von dieser Regel ausgenommen waren bisher die Schulen im Burgenlandkreis. Dort lag die Inzidenz zwischenzeitlich sogar bei über 400. Grund für die Ausnahme war ein Modellversuch, der an den Schulen durchgeführt wurde. Die Schüler dort mussten sich dreimal die Woche testen. So sollte ein sicherer Unterricht möglich gemacht werden. Dieses Modellprojekt ist diese Woche beendet, damit gilt für die meisten Schüler des Burgenlandkreises ab Montag wieder Distanzunterricht.

Kontaktbeschränkungen bleiben

Kontaktbeschränkungen treten dann in Kraft, wenn ein Landkreis an drei Tagen in Folge eine 7-Tage-Inzidenz über einem Wert von 100 liegt. Aktuell liegt laut Sozialministerium kein Landkreis in Sachsen-Anhalt unter einer Inzidenz von 100.

Treffen von maximal 10 Personen

Unverändert bleibt vorerst die Anzahl der Personen, mit denen man sich treffen darf. So darf ein Hausstand einen anderen Hausstand treffen, solange keine der Gruppen mehr als fünf Personen zählt. Kinder unter 14 Jahren werden bei der Zählung nicht berücksichtigt.

Bei Hochzeiten dürfen lediglich neben dem Standesbeamten und den Getrauten, deren Eltern, Kinder und Geschwister anwesend sein. Bei Bestattungen müssen sich die Hinterbliebenen auf den engsten Freundes- und Familienkreis beschränken.

MDR/Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. April 2021 | 05:00 Uhr

4 Kommentare

DermbacherIn vor 15 Wochen

Wo sind die Studien zur Wirkung der Ausgangssperren in Deutschland? Die gibt es nicht. Solche massiven Maßnahmen nicht wissenschaftlich zu begleiten ist wenig professionell und wenig vertrauenerweckend.

DermbacherIn vor 15 Wochen

Das ist der springende Punkt und mein Hauptvorwurf an die Entscheider in diesem Lande:
Das alles hätte man letzten Sommer oder Herbst machen müssen. Methodisch unterschiedliche organisatorische Ansätze und Ideen, um herauszufinden, was wirkt und was nicht, und wo ggf. trotzdem, wie viel Ansteckungen geschehen.
Dass das erst 14 Monate nach Beginn des Infektionsgeschehens passiert, das ist ein Armutszeugnis sondergleichen. Hatte dieses Land denn keinerlei Plan, wie mit derlei Bedrohung umzugehen ist und wie man der HerrInn werden kann?
Wir wissen weitestgehend immer noch nicht, wer sich wo ansteckt, wie was welchen Effekt hat, was bewirkt, wie wir bestimmte Dinge kontrollieren können usw.

DermbacherIn vor 15 Wochen

Mich wundert es nicht, dass sich keiner an die Regeln halten will, wenn unsinnige Vorgaben gemacht werden.

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