Für Lehrer und Schüler Eine Million Corona-Schnelltests für Sachsen-Anhalts Schulen

Corona-Schnelltests sollen künftig eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Corona-Pandemie spielen - auch in Sachsen-Anhalt. Das Land will nun vor allem an den Schulen kostenlose Tests anbieten und hat dafür eine Million Corona-Schnelltests bestellt. Kommende Woche sollen die Tests ankommen, aber nicht lange reichen.

Illustration: Ein Mann führt bei der Durchfuehrung eines Corona-Selbsttests von Siemens Healthineers den Tupfer mit seinem Nasenabstrich in ein Plastikroehrchen, in dem sich eine Loesung befindet.
Sachsen-Anhalt hat eine Million Corona-Schnelltests für die Schulen im Land bestellt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Seit Montag soll sich jeder kostenlos auf Corona testen lassen können. Zum Start waren allerdings viele Testeinrichtungen kaum vorbereitet und auch noch viele Fragen offen. Auch die Landesregierung von Sachsen-Anhalt musste einräumen, dass noch nicht genügend Schnelltests bestellt waren.

Nun hat das Gesundheitsministerium MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt, eine Million Corona-Schnelltests zumindest für die Schülerinnen und Schüler im Land bestellt zu haben. Bislang gibt es Schnelltests in Sachsen-Anhalt nur für Lehrerinnen und Lehrer.

Einfache Handhabung der Tests

Die Tests würden am Mittwoch eintreffen. Sie seien zuverlässig und einfach in der Anwendung. Der Abstrich soll im vorderen Teil der Nase entnommen werden können. Der Vorteil dieser Tests: Es ist kein zusätzlich geschultes Personal notwendig, jeder kann den Test selbst machen.

Geplant seien zwei Schnelltests pro Woche. Wie das Bildungsministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, sollen die Tests so schnell wie möglich dezentral verteilt werden. Geplant seien auch zwei Tests pro Woche für die Lehrkräfte. Bislang werden ihnen lediglich ein Test pro Woche angeboten.

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Bestellung reicht für drei Wochen

Allerdings dürften die nun bestellten Schnelltests relativ schnell aufgebraucht sein. Dem Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt zufolge besuchen derzeit knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen im Land. Sollten alle Kinder und Jugendlichen das Testangebot in Anspruch nehmen, wären die jetzt zugesagten Tests schon nach zweieinhalb Wochen aufgebraucht.

Bis Tests auch außerhalb der Schulen in allen Apotheken oder Testzentren zur Verfügung stehen, wird es außerdem weiter dauern. Das machte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bereits am Sonntag im Ersten bei "Anne Will" deutlich. Er erklärte, dass die Verhandlungen mit "den einzelnen Partnern" liefen. Erst im Laufe des März bis in den April hinein werde die zuletzt beschlossene Teststrategie auch richtig funktionieren.

Impfangebote für Lehrkräfte im Landkreis Wittenberg

Zugleich weitet Sachsen-Anhalt auch seine Impfstrategie an den Schulen aus. So wolle man jetzt auch im Landkreis Wittenberg allen Lehrerinnen und Lehrern eine Impfung gegen das Coronavirus anbieten. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne im Landtag. Die SPD-Politikerin begründete den Schritt damit, dass der Landkreis zu den Corona-Hotspots in Sachsen-Anhalt gehört. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet für den Landkreis Wittenberg am Freitag eine 7-Tage-Inzidenz von 132,8. Seit Donnerstag gelten wieder die verschärften Kontaktbeschränkungen in und um Wittenberg. Der Landkreis ist der zweite, in dem allen Lehrerinnen und Lehrern ein Impfangebot gemacht wird – neben dem Burgenlandkreis. Landesweit richtet sich das Angebot vorerst nur an Beschäftigte von Kitas sowie Grund- und Förderschulen.

Die Apothekenkammer listet Apotheken auf, die bereits Schnelltests anbieten:

MDR/dpa/Michael Rosebrock/Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. März 2021 | 10:00 Uhr

5 Kommentare

Altlehrer vor 31 Wochen

Leider ist die reale Lebenswirklichkeit oft widersprüchlich und anders, als oft medial vermittelt wird. So sind zumindest meine mehr als 40jährigen Erfahrungen mit Schülern und Eltern.

Mediator vor 31 Wochen

Es würde schon viel asoziales Verhalten und auch kriminelle Energie dazu gehören sein Kind nach einem positiven Schnelltest nicht genau mittels PCR diagnostizieren zu lassen. Gleiches gilt, wenn man mit psoitivem Test keine [Selbst]Quarantäne einhält bis man Gewissheit hat.

Mediator vor 31 Wochen

Ich habe schon lange den Eindruck, dass sie nur hier sind um zu stänkern. Die Gründe dafür darf sich jeder selbst überlegen.

Seit wann verlängern denn mehr Tests eine Krise? Ist es nicht eher so, dass mehr Tests in der Fläche Infektionen schneller erkennen helfen und damit mittelfristig weitere Neuinfektionen reduzieren lassen?

Sie haben schon eine sehr primitive Vorstellung von dem was Politik ist und will.
Kein Politiker mutet seinen Wählern ohne Not Entbehrungen zu oder erfreut sich daran, wenn er andere "gängeln" kann. Der Lockdown wirkt allem entgegen was Politikern in der Regel wichtig ist: Wirtschaftliche Prosperität und sich daraus ergebende finanzielle Spielräume für die Regierung.

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