100 Tage Schwarz-Rot-Gelb Wissenschafts- und Umweltminister Willingmann: Energiewende nur mit steigenden Preisen

Gut 100 Tage ist Sachsen-Anhalts neue Landesregierung nun im Amt – Zeit für eine erste Bilanz. Nachdem MDR SACHSEN-ANHALT zuletzt schon einige Ministerinnen und Minister zu Wort kommen ließ, ist heute Wissenschafts- und Umweltminister Armin Willingmann an der Reihe. In Teil 6 spricht er über Atomkraft, Windenergie sowie die steigenden Preise für Öl und Gas.

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MDR SACHSEN-ANHALT Mo 03.01.2022 16:24Uhr 03:28 min

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Die steigenden Energiepreise sind von der Politik teilweise gewollt. Das sagte Armin Willingmann (SPD), Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, MDR SACHSEN-ANHALT. Nur so lasse sich die dringend nötige Wende in der Energiepolitik klarmachen. Man müsse sich auf einen anderen Weg der Energie-Erzeugung begeben.

Allerdings sei auch absehbar gewesen, dass die Preise für Öl und Gas steigen werden. Willingmann sagte, Energiekunden in Sachsen-Anhalt müssten angesichts rasant steigender Preise aber auch aufgefangen werden. Da, wo es soziale Schieflagen gebe, müssten die Menschen Ausgleichszahlungen bekommen. In welcher Form das passieren könnte, ließ er offen.

Die Flaggen der EU, der Bundesrepublik und des Landes Sachsen-Anhalt wehen vor dem Landtag in Magdeburg. 1 min
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MDR SACHSEN-ANHALT Mo 27.12.2021 09:30Uhr 00:39 min

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Enerneuerbare Energien statt Atomkraft

Die Einschätzung der EU, wonach Atomenergie künftig unter gewissen Auflagen als klimafreundlich gelten soll, teile er nicht, sagte Willingmann. Er sei überzeugt davon, dass der 2011 beschlossene Atomausstieg richtig war. "Ich halte Atomkraft nicht für nachhaltig. Sie ist sehr teuer, sie ist sehr risikobehaftet und wir haben bis heute das Entsorgungsproblem nicht lösen können", sagte Willingmann weiter. Den Weg in eine klimaneutrale Wirtschaft können man nur mit einem deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien gehen.

Wir brauchen mehr Windenergie. Wir werden auch zusätzliche Flächen ausweisen müssen in Sachsen-Anhalt.

Armin Willingmann (SPD) Wissenschafts- und Umweltminister von Sachsen-Anhalt

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem der Windkraft, werde aber vielerorts auch sehr kritisch gesehen, so Willingmann. Man müsse daher schauen, wie man dem Anspruch der Klimaneutralität sowie den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens auf der einen Seite und den Interessen der Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite gerecht werden kann. Mit einem Beteiligungsmodell zum Beispiel lasse sich die Akzeptanz erhöhen.

100 Tage Schwarz-Rot-Gelb

In Sachsen-Anhalt regiert seit September eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. An der Spitze des selbst ernannten "Deutschland"-Bündnisses steht Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Am ersten Weihnachtsfeiertag war die Regierung auf den Tag genau 100 Tage im Amt. Armin Willingmann, der gleichzeitig stellvertretender Ministerpräsident ist, bezeichnete den Start in die neue Regierung als reibungslos.

MDR (Uli Wittstock, Fabienne von der Eltz, Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Januar 2022 | 19:00 Uhr

23 Kommentare

Kritiker vor 18 Wochen

pwsksk: Zuverlässigkeit wird es nach der Stilllegung von Kohleverstromung, Atomenergie allein mit erneuerbarer Energie NIEMALS GEBEN. Kaufen wir eben in Nachbarländern Energie welche über die entsprechende Pariser Konvention sich nicht um die Atomenergie oder Kohleverstromung auch nur einen kleinen Gedanken machen. ABER Deutschland samt seinen Bürgern hat ja so viel Geld um solche Steigerungen aus der Portokasse bezahlen zu können. Muss eben bei anderen Alltagsbedarf gekürzt werden, was wiederum ja das Problem der Bürger heute und zukünftig sein wird und bleibt! Als Politik wundert man sich DANN NUR über die zunehmende Unzufriedenheit unter den Menschen, aber kommt nicht (oder besser will nicht) darauf das ja die Politiker*innen bestimmen = Zumindest in Deutschland! Bürger möchten eben zusehen wie sie dann mit dem .......! naja!

Kritiker vor 18 Wochen

Frau K.: +...Die Rentenhöhe liegt in Deutschland auch deshalb weit hinten, weil bei uns nicht alle Bürger in das solidarische System einzahlen....+
Eine passende Erkenntnis und dieser ist voll umfänglich zuzustimmen. Da wird immer von Solidarität gesprochen doch hier im Land kann man allen Beamten eine solche Solidarität nicht zumuten denn sie sind und bleiben in dieser Gesellschaft eine Gruppe (im Rahmen der Spaltung) für sich was keiner ändern will oder auch nicht ändern darf, wenn es allein nach der Politik geht. ALSO ERWARTE man auf Seiten der anderen Mitmenschen keinerlei Solidarität in allen Bereichen auch wenn es darum geht Flächen für Windkrafträder finden zu wollen. Es bleibt zu hoffen das die neue Erfindung schneller zur Geltung kommt welche da heißt: Dachsteine als kleine Solarmodule für jedes Dach und für jeden Bürger finanziell erschwingbar, welcher daraus seinen Strom beziehen würde bzw. könnte.

Kritiker vor 18 Wochen

pwsksk: Allein das Menschen im Kalten sitzen könnten, ist nur ein kleiner Sachverhalt der Nachteile! Man könnte ja schon mal einen Probelauf machen bei denen die über 10.000 € im Monat haben. 25 Jahre keinerlei Einkommenserhöhungen da man ja LEIDER nicht an diesen Einkommen Kürzungen vornehmen kann und schon sind Mengen von Euros frei, welche einen Teil der Schulden ausgleichen könnten. Nehme man doch als Bürger nur eines mal in Augenschein. Was ist im Alltag alles von Energie abhängig und wird in Zukunft noch werden? Weiterhin gerade Umwelt.- und Tierschutzorganisationen weisen auf Gefahren für diese entsprechenden Bereiche mehr als genug hin. Dann will ein Minister weiter die Windkraft-Stab-Windmühlen fördern. Kann nur gehofft werden das immer genügend Wind vorhanden sein wird und bei Unwettern entsprechende E-Speicher möglichst verschont bleiben.

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