Corona-Forschung Forscher aus Halle erwarten Konsumboom im Sommer

In Deutschland wurde während der Corona-Krise doppelt so viel gespart wie sonst. Der Grund: ein Mangel an Gelegenheiten, ihr Geld auszugeben. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle rechnet deshalb mit einem starken Anstieg des Konsums, sobald der Lockdown beendet ist.

Menschen in einer Fußgängerzone
Hoffnung für Händler und Gastronomen: Der Konsum könnte nach dem Lockdown stark ansteigen. Bildrechte: IMAGO / photonews.at

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hält nach einem Ende des Lockdowns einen Konsumboom für wahrscheinlich. Präsident Reint Gropp sagte MDR SACHSEN-ANHALT unter Verweis auf eine Studie, die Leute in Deutschland hätten doppelt so viel wie sonst gespart – und das nicht aus Angst zum Beispiel vor Arbeitslosigkeit oder höheren Steuern, sondern weil sie nichts hätten ausgeben können.

Doppelt so viele Ersparnisse wie sonst

Gropp bezifferte das auf 20 Prozent des Bruttosozialprodukts statt wie sonst zehn Prozent. Nach Ende des Lockdowns würden die Menschen versuchen, etwas aufzuholen. Nach den Worten Gropps ist mit einem starken Anstieg des Konsums möglicherweise schon ab Juni zu rechnen, sollten Außengastronomie und Verreisen wieder möglich sein.

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Steigende Preise wahrscheinlich

Das Logo des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle ist eine außeruniversitäre Einrichtung für wirtschaftswissenschaftliche Forschung Bildrechte: dpa

Unsicher sei aber, ob die Kapazitäten zum Beispiel von Reiseveranstaltern oder Restaurants ausreichten, um die zu erwartende Nachfrage abzudecken. Die Preise würden daher vermutlich steigen. Die Wirtschaft könne aber über den Konsum aus der Krise heraus kommen. Gropp äußerte auch die Hoffnung, dass sich die Innenstädte erholen. In diesem Zusammenhang verwies der Professor auf den vergangenen Sommer. Einige Konsumaktivitäten würden aber im Internet bleiben.

Die Studie des IWH basiert den Angaben nach auf Daten über Ersparnisse in den Haushalten. Demzufolge hätten die Haushalte ungefähr so viel mehr gespart, wie der Staat von seinem Sparvorhaben ausgegeben habe. Die Forscher setzten für die Studie das Sparverhalten in mehreren Ländern in ein Verhältnis zur jeweiligen Strenge des Lockdowns.

MDR SACHSEN-ANHALT/Stephan Schulz, Jana Müller

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 11. Mai 2021 | 12:00 Uhr

50 Kommentare

Bernd1951 vor 6 Wochen

Vielleicht sollte man doch die Klassiker im Original lesen. Aber auf den Webseiten des IWH ist keine aktuelle Studie über dieses Thema bezogen auf Deutschland zu finden. Was zu finden ist sind entsprechende Meldungen von Ende Januar 2021 wie im wallstreet online
"Die Ökonomen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnen mit einem Konsumboom - falls der Shutdown im Frühjahr enden sollte. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe." (Ursprungsquelle: Artikel der Nachrichtenagentur: Redaktion dts | 29.01.2021, 13:10)
In der Pressemitteilung des IWH vom 01.02.2021 heißt es unter anderem:
"Der beobachtete Zeitraum erstreckt sich von Januar 2019 bis August 2020 ".
"Die Stichprobe umfasst alle Länder des Euroraums mit mehr als einer Million Einwohner."
"Daten zum zweiten Lockdown seit November 2020 liegen noch nicht vor und gingen somit nicht in die Analyse ein"
Noch Fragen Kienzle ?

Kritiker vor 6 Wochen

@Ines W: Welche Botschaft? Das ein Konsumrausch nach dem Lockdown eintreten wird. Meine Familie und ich samt Kinder gehören zur gut situierten Mittelschicht aber denken nicht im Traum daran jetzt Unmengen von Geld auszugeben, (von dem ja wohl doppelt gespartem) um uns etwas zu leisten was den Umsatz im Handel steigern würde. Wir bleiben bei dem was wir immer schon handhabten eine entsprechende Lebensgrundlage!

Anhaltiner vor 6 Wochen

In Deutschland wurde während der Corona-Krise doppelt so viel gespart wie sonst. Der Grund: ein Mangel an Gelegenheiten, ihr Geld auszugeben. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle rechnet deshalb mit einem starken Anstieg des Konsums, sobald der Lockdown beendet ist.
Jaja der Wunsch ist der Vater des Gedanken oder war es diesmal die Kristallkugel. Der Ansturm würde die Preise erhöhen .Die preise werden auch ohne Ansturm erhöht .Wer es nicht glaubt .sollte mal Tanken fahren.
Kein Ansturm aber gewaltige Preis.

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