Vor Bund-Länder-Beratung am Mittwoch Sachsen-Anhalt fordert Lockerungen auch bei Inzidenzen über 50

Sachsen-Anhalt schlägt vor, dass auch bei Corona-Inzidenzzahlen über 50 Lockerungen möglich sind. Darüber sollen am Mittwoch Bund und Länder beraten. In den kommenden Tagen will das Land auch über Regeln für die Osterzeit beraten.

Reiner Haseloff (CDU), kommt in der Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz.
Ministerpräsident Reiner Haseloff hat am Dienstag Lockerungen auch bei höherer Inzidenz gefordert. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt will bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch durchsetzen, dass es auch Lockerungen der Corona-Maßnahmen gibt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz höher liegt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte auf einer Pressekonferenz am Dienstag einen Handlungsspielraum auch bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100.

Derzeit sind Lockerungen nur bei Werten unter 50 oder unter 35 vorgesehen. Haseloff kündigte an, dann mögliche vorsichtige Lockerungen mit Schnelltests flankieren zu wollen. Das Land werde aber schnell reagieren, wenn die Inzidenz von 100 wieder überschritten werde.

Kontaktbeschränkungen sollen gelockert werden

Außerdem will das Land die Kontaktbeschränkungen lockern. Unter anderem soll es in den körpernahen Dienstleistungen über die Fußpflege hinaus Öffnungen geben. Für Textil- und Schuhgeschäfte sprach Haseloff das System "click and meet" an. Dabei könnten Menschen mit Termin einkaufen gehen.

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Haseloff stellte auch den weiteren Ablauf vor: Am Mittwoch beraten Bund und Länder. Am Donnerstagvormittag kommt die Landesregierung zusammen. Am Nachmittag ist dann eine Pressekonferenz geplant, bevor um 17 Uhr der Landtag über das Thema spricht. Mittelfristig will die Landesregierung die Regeln für Ostern in den Blick nehmen. Ob die Außengastronomie dann wieder öffnen darf, sei eine Frage von Kontrolle und Tests, so Haseloff. Die Runde von Bund und Ländern will sich am 24. März das nächste Mal beraten.

Haseloff: Kriterien für Lockerungen ausweiten

Haseloff hat vor den Gesprächen am Mittwoch für Lockerungen geworben. Er sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die harten Maßnahmen könnten nicht ewig aufrechterhalten werden, wenn die Akzeptanz für unsere Corona-Politik nicht nachlassen solle. Die Menschen seien nach dem Lockdown erschöpft. Daher solle mit strengen Hygienemaßnahmen, Tests und Impfangeboten mehr angeboten werden. Zugleich plädierte Haseloff nicht allein die Sieben-Tage-Inzidenzen als Kriterium für Lockerungen heranzuziehen. Auch die Auslastung der Intensivstationen, die Impfquote oder die Teststrategie müssten beachtet werden.

Cornelia Herrmann unterrichtet Schüler. 43 min
Bildrechte: dpa

Trotz langsam steigender Inzidenzwerte hat die Landesregierung in dieser Woche einen ausführlichen Plan für Lockerungen vorgestellt. Warum ausgerechnet jetzt und wie der Plan aussieht, bespricht diese Folge.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 26.02.2021 15:15Uhr 42:57 min

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Erste Lockerungen bereits in dieser Woche

Sachsen-Anhalt hatte bereits zu Beginn dieser Woche einige Beschränkungen gelockert. So sind die Friseursalons seit Montag wieder offen. Auch die Fußpfleger dürfen wieder arbeiten. Darüber hinaus sind Gartencenter und Baumärkte wieder offen und Fahr- und Flugschulen dürfen wieder arbeiten.

MDR, Mario Köhne, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. März 2021 | 15:00 Uhr

25 Kommentare

Matthi vor 10 Wochen

Wiedermal eine Sinnlose Minister Diskussion. Die Herrschaften sollten eher mal diskutieren wie man die Bevölkerung schnellstmöglich Impft, das was bisher geleistet wurde war wohl nichts.

Ritter Runkel vor 10 Wochen

Der zufallsgesteuerte Inzidenzwert spiegelt nur unzureichend die Gefährlichkeit des pandemischen Geschehens wider.
Eine ständige, statistisch relevante Erhebung der Inzidenzien mittels zufälliger Schnelltests könnte entscheidend besser Informationen bzgl. der Pandemieentwicklung geben. Und zwar in Richtung von Lockerungen, aber auch dann, wenn wieder härtere Maßnahmen nötig werden.
So könnte man die Hauptquellen der Infektionen (z. B. Schulen, Altersheime, Büros, Geschäfte, Sportveranstaltungen etc.) besser identifizieren, gezielte Maßnahmen einleiten, ohne die anderen Bereich einzuschränken. Intelligente, zielführende Maßnahmen sind allemal besser als ein Holzhammerlockdown nach Bauchgefühl.

tim regenbogen vor 10 Wochen

Ritter Runkel
Man kann es nicht mehr hören. Leider verfallen noch sehr sehr viele in eine wahre Euphorie wenn es heißt, lockdown , es bleibt alles zu , es wird verlängert , usw.
Tja, wer hat nun nicht alle Tassen im Schrank?

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