Überblick 2G in Sachsen-Anhalt: Was gilt und was nicht?

Ab sofort können Betriebe und Veranstalter in Sachsen-Anhalt die 2G-Regel für Gäste in Kraft setzen. Allerdings ist dies an besondere Bedingungen geknüpft. MDR SACHSEN-ANHALT hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Ein hölzernes 2G-Modell auf einer Wiese
Das 2G-Modell ist freiwillig. Veranstalter und Gastronomen können auch weiterhin auf 3G setzen. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Was bedeutet 2G?

Nur Genesene oder Geimpfte – dafür stehen die beiden G – erhalten nach dem Konzept Zutritt zu Räumen und/oder Veranstaltungen. Die Landesverordnung Sachsen-Anhalts sieht vor, dass Impf- oder Genesenennachweis auf Verlangen vorgezeigt werden müssen. Negativ Getestete – so wie bei 3G – sind nach der 2G-Regel ausgeschlossen. Dafür entfallen Abstandsregeln, Maskenpflicht und Personenbegrenzungen.

Gibt es eine Pflicht zu 2G?

Nein, es ist eine Kann-Bestimmung. Den Veranstaltern und Einrichtungen steht es frei, die 2G-Regel anzuwenden oder bei der 3G-Regel zu bleiben.

Wo kann 2G gelten und wo nicht?

Die Landesverordnung nennt folgende Bereiche: geschäftliche und religiöse Veranstaltungen, Trauungs-, Trauer- und Bestattungszeremonien sowie Beisetzungen, außerschulische Bildungsangebote, Bürgertreffs und Mehrgenerationenhäuser, Theater, Kino, Disco, Prostitution, Volksfeste, Beherbergungsbetriebe, Gaststätten, Messen und Ausstellungen sowie Sportstätten.

Für andere Bereiche, etwa Supermärkte oder den ÖPNV, kann 2G nicht angewendet werden.

Was müssen Einrichtungen/Veranstalter bei 2G beachten?

Betriebe und Veranstaltungen nach den 2G-Regeln müssen laut Landesverordnung deutlich gekennzeichnet werden – etwa per Aushang. Außerdem ist eine Anmeldung beim jeweiligen Landkreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt nötig – das geht zentral über diesen Link. Betriebe und Veranstalter müssen zudem die Nachweise kontrollieren, dass ihre Gäste Impfschutz besitzen oder genesen sind. Das gilt auch für die Mitarbeiter jener Einrichtung, die 2G anbieten will.

Darf ein Arbeitgeber den Impfstatus abfragen?

Nicht grundsätzlich, denn Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Für Gesundheitsberufe gibt es eine Ausnahme im Infektionsschutzgesetz, wenn es konkret der Bekämpfung von Krankheiten dient.

Die kürzlich verlängerte Arbeitsschutzverordnung sieht keine allgemeine Auskunftspflicht der Beschäftigten vor. Allerdings prüft die Regierung einen Anspruch der Arbeitgeber auf Impfauskunft.

Jedoch ist es nicht verboten, die Arbeitnehmer nach ihrem Impfstatus zu fragen. Das bedeutet praktisch: Werden sich Angestellte und Arbeitgeber auf freiwilliger Basis einig und sind alle Beteiligten geimpft oder bereits genesen – so kann 2G Anwendung finden.

Was ist mit Kindern und Jugendlichen?

Sie sind von der 2G-Regel aktuell ausgeschlossen. Konkret, laut Landesverordnung, müssen alle bis 18 Jahre keinen Impf- oder Genesenennachweis erbringen. Sie müssen hingegen, etwa per Ausweis, ihre Minderjährigkeit nachweisen.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kündigte an, diese Regel in Zukunft zu ändern. "Wir werden das verschärfen", so die Ministerin bei der Vorstellung der 2G-Regelung. Hintergrund ist, dass Kinder ab 12 Jahren ebenfalls die Corona-Impfung erhalten können. Da die Immunisierung zeitlich verzögert erfolgt, soll 2G später auch für die 12- bis 18-Jährigen gelten, kündigte Grimm-Benne an. Die aktuelle Landesverordnung gilt längstens bis zum Ablauf des 7. Oktober.

Was ist mit Menschen, die sich nicht impfen lassen können?

Unabhängig davon, ob sie wegen ihres erhöhten Infektions- und Krankheitsrisikos überhaupt Veranstaltungen mit anderen Menschen wahrnehmen wollen würden – sind sie von 2G-Angeboten ausgeschlossen.

Laut Robert Koch-Institut gibt es nur sehr wenige medizinische Gründe, die gegen eine Corona-Impfung sprechen. Dazu zählen beispielsweise Allergien gegen Bestandteile der Impfstoffe. Eine Übersicht gibt es hier.

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Was ist, wenn 2G nicht eingehalten wird?

Mit der neuen Landesverordnung und der 2G-Option wurden auch zwei weitere Bußgelder eingeführt. Sie greifen, da bei Nichteinhaltung der Regeln eine Ordnungswidrigkeit nach dem Infektionsschutzgesetz vorliegt.

  • Hat ein Betrieb 2G angemeldet und gewährt Nichtimmunisierten den Zugang, muss er bis zu 1.000 Euro zahlen.
  • Meldet ein Betrieb die 2G-Regel vorher nicht an, sind ebenfalls bis 1.000 Euro fällig.

Die Bußgelder können reduziert werden, wenn die Täter sich einsichtig zeigen oder durch die Geldbuße wirtschaftlich stark belastet werden. Details stehen im aktuellen Bußgeldkatalog.

MDR/André Plaul

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. September 2021 | 19:00 Uhr

17 Kommentare

Karl Schmidt vor 1 Wochen

@Haller:
Zwangsimpfung gab es im Deutschen Reich.
Reichsbürger im 2021-Update-Format lehnen wundersamerweise das Impfen ab....
Die sind ja "erleuchtet" und das muss REICHen.

😷

Fakt vor 1 Wochen

@Haller:

Wo habe ich denn etwas vom MDR geschrieben? Bei mir kommen jeden Morgen so bedruckte Papierdinger, nennen sich Zeitungen. Zumindest dort konnte man es lesen. Ich denke aber, dass auch irgendwo beim MDR die Definitionen der Begriffe zu finden sein werden.

Fakt vor 1 Wochen

@peterhau:

Falls Sie nich geimpgft oder genesen sind, bleibt Ihnen auch nichts anderes übrig. Ich werde übrigens hier bei uns, wo es auch die 2G-Möglichkeit gibt, ausschießlich Restaurants respektive Veranstaltungen besuchen, wo 2G angewandt wird.

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