Vor Corona-Impfgipfel Grimm-Benne: "Geimpfte müssen Freiheiten zurückbekommen"

Landessozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ist dafür, für Geimpfte stärkere Lockerungen gelten zu lassen. Im Juni könnte es soweit sein – sofern bis dahin genügend Menschen geimpft sind.

Petra Grimm-Benne (SPD), Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt
Petra Grimm-Benne spricht sich dafür aus, das Geimpfte bald mehr Freiheiten erhalten. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Wer gegen das Coronavirus geimpft ist, soll aus Sicht von Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne schneller wieder mehr Freiheiten bekommen. Die SPD-Politikerin sagte MDR SACHSEN-ANHALT, wenn mindestens ein Viertel der Menschen geimpft sei, müssten auch Freiheiten zurückkommen: "Wenn keine Gefahr von demjenigen ausgeht oder er sich auch nicht anstecken kann, dann muss man die Freiheit wieder zurückgeben. Das ist ja ein Grundrecht."

Grimm-Benne sprach sich zudem dafür aus, dass es für Geimpfte keine Testpflicht mehr geben soll. Die Ministerin geht davon aus, dass es nahezu ausgeschlossen sei, dass bei Geimpften noch ein Übertragungsrisiko mit dem Coronavirus vorliege. Daher müssten Geimpfte mindestens die gleichen Rechte und Möglichkeiten erhalten wie negativ Getestete.

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Lockerungen fair gestalten: "Keine Zweiklassengesellschaft machen"

Eine Lockerung der Regeln für Geimpfte sei aber erst in einigen Wochen möglich, glaubt Grimm-Benne. Und schränkt zur genannten Zahl von ein Viertel ein: So lange der Impfstoff noch knapp ist, sei es schwierig abzuwägen, wem man Rechte einräumt und wem nicht, sagte die Ministerin. "Wir dürfen auf jeden Fall keine Zweiklassengesellschaft machen. Es wollen sich ja viel mehr Menschen impfen lassen, als wir es momentan ermöglichen können." Möglicherweise sei der Juni der richtige Zeitpunkt für Lockerungen für Geimpfte. "Dann hätten, wenn das so weiter geht, wir die Hälfte der Menschen geimpft. Das ist dann eine respektable Größe." Entscheidend sei aber der tatsächliche Impffortschritt.

Derzeit haben in Sachsen-Anhalt knapp 25 Prozent der Menschen die erste Impfdosis erhalten.

Impfgipfel von Bund und Ländern

Das Bundesjustizministerium hat bereits ein Eckpunktepapier vorgelegt, das Vorschläge für mögliche Lockerungen für Geimpfte und Genesene aufführt. Das dürfte am Montagabend voraussichtlich zentraler Diskussionspunkt beim Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern sein. Demnach ist vorgesehen, dass sie ähnlich wie aktuell negativ Getestete zum Beispiel Erleichterungen bei Ausgangssperren, Kontakten oder auch bei Reisen erhalten sollten. Die Landesregierung will am Montagabend in einer Landespressekonferenz über Ergebnisse informieren.

MDR/ Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. April 2021 | 14:00 Uhr

29 Kommentare

nie wieder cdu vor 12 Wochen

Nicht könnte, in Mitteldeutschland ca. 400 geimpfte positiv getestet.
Die Frage lautet also wie viele wurden dadurch mit dem Virus angesteckt?
Eine 100 % Sicherheit wird es nie geben, der Schutz vor einer schweren Erkrankung ist alle mal besser als kein Schutz.

nie wieder cdu vor 12 Wochen

werde auch ich vors Bundesverfassungsgericht gehen!!!!
Unfug, wer setzt die Richter ein ?
Solange wie auch ein Test die gleichen Möglichkeiten bietet, solange besteht auch nicht der Verdacht einer Spaltung der Gesellschaft.

Soldaten Norbert vor 12 Wochen

Um seine verbrieften Grundrechte zurückzubekommen, muss ich mich also durch eine Impfung freikaufen ? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wir sind nicht 5 Cent besser als unsere Grosselter, wenn wir es zulassen, dass diese die Gesellschaft, das Bürger entzweit und in Gruppen geteilt werden. Wir teilen die Grundechte auf - in Geimpfte und Nichtgeimpfte ? Wirklich jetzt ? Sollte das so kommen, werde auch ich vors Bundesverfassungsgericht gehen. Und da bin bestimmt nicht der Einzige.

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