Folgen des Brexit Tourismus und Wirtschaft ankurbeln: Ministerpräsident Haseloff reist nach London

Ministerpräsident Haseloff fliegt mit einer Delegation am Mittwoch nach London. Dort will er über die Folgen des Brexits für Unternehmen in Sachsen-Anhalt beraten – und einen besonderen Schatz besuchen, der eigentlich in Halle zu Hause ist.

London Bus und Big Ben
Eine Delegation aus Sachsen-Anhalt fliegt am Mittwoch nach London. Dort wird es unter anderem um Wirtschaft und Tourismus gehen. (Archivfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Den Tourismus nach mehr als zwei Jahren Corona ankurbeln – und dabei auf einen der wohl größten Kulturschätze des Landes setzen: Eine Delegation um Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) fliegt am Mittwoch nach London, um in der englischen Hauptstadt für einen Besuch in den Unesco-Welterbestätten in Sachsen-Anhalt zu werben.

Himmelsscheibe im Mittelpunkt von Ausstellung

Wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte, wird Haseloff unter anderem im British Museum of London erwartet. Das Haus gilt als eines der berühmtesten Museen der Welt.

Himmelsscheibe von Nebra 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit Februar dieses Jahres ist dort die Himmelsscheibe von Nebra ausgestellt, als Teil der Ausstellung "The world of Stonehenge". Die Briten werben explizit mit der Himmelsscheibe für einen Besuch ihrer Ausstellung. Bei dem Besuch werden auch Landesarchäologe Harald Meller und Kulturminister Rainer Robra (CDU) erwartet.

"Brückenschlag in die Weltmetropole" Die Himmelsscheibe von Nebra im British Museum of London – das hatte bereits zu Beginn dieses Jahres für Begeisterung in Sachsen-Anhalt gesorgt. Der hallesche Bürgermeister Egbert Geier sprach seinerzeit von einem doppelten "Brückenschlag in die Weltmetropole" London. Damit war gemeint, dass einer der berühmtesten Söhne Halles – der Komponist Georg Friedrich Händel – sich zu Lebzeiten in London niederließ und dort große Erfolge feierte.

Auf der Tagesordnung des zweitägigen Besuchs stehen allerdings auch Gespräche über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und Sachsen-Anhalt. Sie sind deshalb von Bedeutung, weil sich der Handel für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt seit dem Brexit stark verändert hat: zusätzlicher bürokratischer Aufwand, neue Zollbestimmungen – von Corona ganz zu schweigen. Regierungschef Haseloff wird aus diesem Anlass laut Staatskanzlei den britischen Minister für Wirtschaft und Energie, Greg Hands, treffen.

Wieder Bewegung für die wirtschaftlichen Beziehungen

Über sein Treffen mit Hands sagte Haseloff am Montag MDR SACHSEN-ANHALT, ihm sei wichtig, wieder Bewegung in die wirtschaftlichen Beziehungen zu bekommen. Für die mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt sei die weitere Vernetzung der Volkswirtschaften "hochinteressant".

Vor dem Brexit war Großbritannien unser zweitgrößter Exportpartner. Wir haben in Spitzenzeiten 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro an Waren dorthin exportiert und eine dreiviertel Milliarde kam nach Sachsen-Anhalt. Seitdem ist Großbritannien von Platz zwei auf vier und aktuell jetzt Platz sieben gefallen.

Reiner Haseloff, CDU Ministerpräsident

Außerdem will er bei einem Besuch des Unternehmens Axe Trading mögliche Lösungsansätze besprechen und wie die Landespolitik helfen kann. Denn: Axe Trading, das seinen Stammsitz in London hat, aber auch eine Niederlassung in Magdeburg – hat für seine Kunden eine Plattform für den elektronischen Handel von Staatsanleihen und Bonds entwickelt. Ein Ansatz für Unternehmen auch in Sachsen-Anhalt?

Berichte bei MDR.de und im Programm MDR SACHSEN-ANHALT wird von der Reise nach London auf MDR.de sowie bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE und MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir berichten.

MDR (Luca Deutschländer, Thomas Vorreyer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 30. Juni 2022 | 19:00 Uhr

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