Landesregierung verteilt Verantwortungen Sachsen-Anhalt laut Haseloff jetzt "Aufsteigerland" – Chef-Beamter wird befördert

Um Großinvestitionen und den Strukturwandel kümmert sich in Sachsen-Anhalts Landesregierung künftig ein eigener Staatssekretär. Jürgen Ude kommt aus dem Wirtschaftsministerium und war maßgeblich an der Intel-Ansiedlung beteiligt. Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht das Land derweil auf dem Weg nach oben. Er sagt: "Die Bürger können, sollten und müssen Zukunft neu denken."

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Stellte am Dienstag die neuen Personalien vor: Ministerpräsident Reiner Haseloff Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht das Land vor großen Veränderungen. Durch die jüngsten Zusagen für Groß-Ansiedlungen von Unternehmen habe eine "neue Etappe begonnen", sagte Haseloff am Dienstag. Man sei ein "Aufsteigerland", das mittlerweile zu den weltweit wichtigen, strategischen Wirtschaftsstandorten gehöre.

Die Landesregierung will die teils mehrere Milliarden, teils Hunderte Millionen Euro schweren Investitionen wie des US-Chipherstellers Intel in Magdeburg oder des Elektro-Großhändlers Avnet in Bernburg künftig besser politisch begleiten. Deshalb wird die Reihe der Staatssekretäre neu sortiert.

Staatssekretär für Großinvestitionen und Strukturwandel

Der bisherige Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Ude wechselt dafür aus dem Wirtschaftsministerium in die Staatskanzlei und verantwortet dort künftig, ebenfalls als Staatssekretär, wirtschaftliche Großprojekte und den Strukturwandel. Für letzteren besteht in der Staatskanzlei bereits eine Stabsstelle, für erstere wird eine geschaffen. Ude soll zudem auch zukünftig die im Wirtschaftsministerium bestehende Taskforce für Intel führen.

Ude, 1958 in Magdeburg geboren, ist promovierter Werkstoff-Techniker. Als Staatssekretär war er zuletzt maßgeblich für die Ansiedlung des Chipherstellers Intel in Magdeburg mitverantwortlich. Wie Haseloff sagte, war die neue Verantwortung für Ude auch Teil der Verhandlungen mit dem US-Konzern. Bevor Ude 2017 Wirtschafts-Staatssekretär wurde, leitete er unter anderem das Magdeburger Innovations- und Gründerzentrum.

Pötzsch folgt auf Ude

Udes Nachfolgerin und neue Wirtschafts-Staatsekretärin wird Stefanie Pötzsch. Die 44-jährige Diplom-Volkswirtin war bislang Referatsleiterin unter anderem für regionale Wirtschaftsförderung sowie stellvertretende Abteilungsleiterin im selben Ministerium. Davor arbeitete Pötzsch für die Investitionsbank.

An der Vorstellung beider Personalien nahm auch Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) teil. Sachsen-Anhalt ernte jetzt Früchte, "die in den letzten Jahren und Jahrzehnten gesät wurden", sagte Schulze. Er nannte als Beispiele den Ausbau der Autobahnen und den Bau des Flughafens Leipzig/Halle. Auch die erneuerbaren Energien seien ein wichtiger Standortortfaktor.

Schulze: "Gehören nach vorn"

Für Sachsen-Anhalt formulierte Schulze hohe Ziele: Man gehöre "ganz nach vorn". Ministerpräsident Haseloff nahm dafür auch die Menschen im Land in die Pflicht: "Die Bürger können, sollten und müssen Zukunft neu denken", sagte Haseloff.

In Teilen der Landespolitik hatte es zuletzt ersten Unmut über die Durchführung des Strukturwandels in Sachsen-Anhalt gegeben. Aus der CDU-Fraktion gab es Rufe nach einem eigenen Staatssekretär nur für das Thema. Jürgen Ude übernimmt diese Aufgabe nun mit. Insgesamt erhält Sachsen-Anhalt bis zu 4,8 Milliarden Euro vom Bund, um die Folgen des Kohleausstiegs abzufedern.

Mehr zum Thema: Intel und weitere Ansiedlungen in Sachsen-Anhalt

MDR (Thomas Vorreyer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Mai 2022 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Tom0815 vor 13 Wochen

Wenn es in Sachsen-Anhalt nur einen winzigen Bruchteil besser läuft als die Euphorie und der Enthusiasmus einiger Kommentare hier vermuten lassen, dann kann es ja nur aufwärts gehen. ;-)

Oder man macht Sachsen-Anhalt mit Begründungen wie "hätte...", "es könnte...", "aber..." , "die Zukunft allgemein..." mal zu einer gegenteiligen Modellregion: Keine Investitionen mehr, keine Fördergelder mehr, keine Innovationen mehr , nichts neues,...

Ist vielleicht im Ergebnis jetzt für den Arbeitsmarkt (und alles was daran hängt) nicht sooo gut, aber immerhin gäbe es dann noch mehr zu meckern.

Anni22 vor 13 Wochen

@ Peter Wir werden sehen, wie es in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren ergeht und das liegt nicht an "bestimmten Kreisen", sondern an der Politik, die die Bundesregierung macht.

Peter vor 13 Wochen

Es ist immer amüsant zu lesen, dass man in bestimmten Kreisen den arbeitenden Menschen in Sachsen-Anhalt nicht gönnt, dass es sichtbar aufwärts geht.
Ach ja, ich vergaß, diese Kreise fühlen sich immer dann gut, wenn es Deutschland schlecht geht. Meinte zumindest ein Sprecher dieser Kreise.

Mehr Politik in Sachsen-Anhalt