Coronapandemie Impfzentren in Sachsen-Anhalt sollen wieder öffnen

Angesichts der steigenden Inzidenzen sollen in Sachsen-Anhalt erste Impfzentren wieder öffnen. Auch die Anzahl der mobilen Impfteams wird erhöht. Die Landesregierung erwartet einen Ansturm von Impfwilligen, vor allem wegen der Boosterimpfungen.

Polizeibedienstete werden im Impfzentrum des polizeiärztlichen Dienstes Sachsen-Anhalt geimpft.
Comeback zum Jahresende: Impfzentren Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt kommen erste Impfzentren zurück. Das hat Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag bei einer Pressekonferenz angekündigt. Grimm-Benne sagte: "Seit Montag gilt eine neue Impfverordnung, wo insbesondere der Betrieb der Impfzentren wieder ermöglicht wird."

Petra Grimm-Benne
Gesundheitsministerin Grimm-Benne erwartet einen Impfandrang. Bildrechte: dpa

Zum Jahreswechsel erwartet die Ministerin einen großen Ansturm von Impfwilligen: "Wenn man zurückrechnet, war das die Zeit, wo unsere Impfzahlen mit den Erstimpfungen sehr hochgegangen sind. Wir können nachrechnen, wann es bei denjenigen die zweite Impfung gegeben hat und ab wann die sechs Monate um sind, um sich boostern zu lassen." Das werde im Dezember und Januar sein. Bis dahin solle alles Nötige aufgebaut werden.

Niemand werde zurückgeschickt

"Wer sich die erste, zweite oder dritte Imfpung holen möchte, soll nicht zurückgeschickt werden, weil es beim Arzt keine Termine gibt oder die Schlange so lang ist", so die Ministerin. Zudem könne die Anzahl der mobilen Impfteams in den Landkreisen erhöht werden.

In Sachsen-Anhalt hatten am 15. November 2021 knapp 64 Prozent der mindestens Zwölfjährigen ihre zweite Corona-Impfung erhalten. Gut 65 Prozent sind laut Sozialministerium einmal geimpft. Ende September waren die letzten verbliebenen Impfzentren in Sachsen-Anhalt geschlossen worden.

Mehr Kontrolle, auch für Kontrolleure

Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die vierte Coronawelle werden laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Kontrollen sein. So soll gewährleistet werden, dass die Regeln auch von der Bevölkerung umgesetzt werden. Es werde die Kontrolldichte erhöht, "aber es geht auch um die Kontrolle der Kontrollen."

So sollte etwa besser überprüft werden, ob diejenigen, die verpflichtet seien, die Einhaltung der Coronaregeln zu kontrollieren, dies auch gewissenhaft täten. Als Beispiel nannte der Ministerpräsident etwa den öffentlichen Personennahverkehr oder die Bahn.

Kommen Kontaktbeschränkungen zurück?

Mit Blick auf die anstehende Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag sowie das Treffen des Bundesrats am Freitag hofft Haseloff auf einen Beschluss, der Kontaktbeschränkungen ermöglicht. "Das heißt nicht, dass es auch zu Beschränkungen kommen wird, aber wir wollen die Möglichkeit haben, handeln zu können," sagte er.

Sollte die "Epidemische Notlage nationaler Tragweite" am 25. November wie geplant auslaufen, könnte die Landesregierung aktuell Kontaktbeschränkungen nur schwer oder überhaupt nicht durchsetzen.

Impfpflicht und 3G am Arbeitsplatz

Ebenfalls ein Bundesthema ist laut Gesundheitsministerin Grimm-Benne die Frage der Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Aus Landessicht befürworte sie eine Impfpflicht für Pflegepersonal, Lehrer und Erzieher allerdings. Zuletzt hatte sich die Linkenfraktion für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ausgesprochen.

Sowohl die Gesundheitsministerin als auch Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) sprachen sich für eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz aus. Schulze verwies auf die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen im Land, bei denen schon ein Coronafall dazu führen könne, dass der Betrieb massiv eingeschränkt sei.

Für eine 3G-Regelung bedürfe es allerdings einer Auskunftspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Diese sei aber zumindest kurzfristig gerechtfertigt, so Schulze.

MDR/Matthias Lindner, Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 16. November 2021 | 16:00 Uhr

17 Kommentare

Mikro vor 9 Wochen

Mediator In dem Artikel geht es um Sachsen Anhalt.Statt der alternativen Desinformation der Grünen aufzusitzen hätten die 20% der Grünen Wähler die bei den Querdenkern dabei sind den Rat der Fachleute folgen sollen und sich impfen lassen.Gilt natürlich auch für die restlichen 80% aus Nichtwählern,SPD,CDU…..

Mediator vor 9 Wochen

@Strolchi
Viele Impfzentren sind immer noch in Betrieb.
Andere wurden geschlossen, weil im Vergleich zum Aufwand dort nicht genügend Menschen zum impfen erschienen. Was sprach also dagegen die Impfungen durch die Hausärzte durchführen zu lassen.

Anrufen, Termin machen und die Sache ist erledigt. wer sich im Sommer nicht hat impfen lassen und jetzt keinen Termin kriegt, der muss sich halt ein wenig mit sozialen Kontakten zurück halten oder weiterhin Lotto mit seinem Leben spielen.

Mediator vor 9 Wochen

@Altlehrer:

Nur weil es irgendwo eine Schlange gibt bedeutet noch lange nicht, dass alle das Produkt wollen, das es am Ende der Schlange gibt.

Die Impfquoten in SN und ST sind sehr niedrig und das wird sich auf die schnelle nicht beheben lassen. Selbst schuld, wer sich im Sommer nicht hat impfen lassen.

Mal was Positives zum Thema:
Bei meinem Hausarzt gab es die Grippeschutzimpfung recht spontan und bei der Impfung fragte ich dann nach der Boosterimpfung und habe gleich nächste Woche einen Termin. Impfstoff ist genügend da im Land.

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