Wirtschaftspolitik "Da haben wir einiges vor": Delegation aus Sachsen-Anhalt bei Intel in Irland

Was kann Sachsen-Anhalt in Sachen Intel von Irland lernen? Um diese Frage geht es beim Besuch von Vertretern aus der Landespolitik sowie der Stadt Magdeburg. Denn der US-Chipkonzern ist bereits seit über 30 Jahren auf der Insel tätig. Der Ministerpräsident und sein Stellvertreter sind beeindruckt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff und Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper bei Intel in Irland.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff und Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper bei Intel in Irland. Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) posiert vor einer Baustelle auf dem Gelände des Chipherstellers Intel.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf der Baustelle des Chipherstellers Intel in Irland. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat sich von der der Intel-Fabrik in Leixlip bei Dublin beeindruckt gezeigt. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) zeigte sich im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT ebenfalls begeistert von dem Geschehen vor Ort: "Ich bin überwältigt. Solche Größen kannte ich bisher nur von der Automobilindustrie. Wenn man sich vorstellt, dass das in den nächsten Jahren nach Magdeburg kommt, wird deutlich, dass wir da einiges vorhaben."

Auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) begleitet die Wirtschaftsdelegation des Landes nach Irland. Er verglich den Anblick mit einem "Ameisenhaufen": "Ich sehe, dass hier unheimlich viele Menschen gebraucht werden. Eine solch riesengroße Baustelle hatten wir noch nie in Magdeburg. Das macht einen stolz. Es wird zwar eine Weile dauern, bis das fertig ist, aber das ist schon gigantisch und symbolisiert die Zukunftsperspektive der Stadt."

Delegation ist seit Montag in Irland

Eammon Sinnot
Eamonn Sinnott soll Chef des Magdeburger Intel-Werkes werden. Bildrechte: Sebastian Mantei

Bereits am Montag hatte eine Delegation aus Sachsen-Anhalt den Chef für den neuen Intel-Standort in Magdeburg getroffen. Der irische General Manager Eamonn Sinnott soll den Bau der beiden Chipfabriken in Sachsen-Anhalt leiten. Er hat bereits Erfahrungen auf Baustellen des Intelstandorts in Irland sammeln können.

Der Delegation gehören neben Ministerpräsident Haseloff und Wirtschaftsminister Schulze außerdem Staatssekretär Jürgen Ude, Magdeburgs noch amtierender Oberbürgermeister Trümper sowie die Wirtschaftsbeigeordnete der Stadt, Sandra Yvonne Stieger, an.

Werksbesichtigung und Einblick ins Wassermanagement

Bei ihrem Besuch haben sie sich die Produktion der Halbleiter erklären lassen und die Baustelle einer neuen Fabrik auf dem irischen Intel-Gelände besichtigt. Der Konzern ist dort bereits seit 1989 aktiv und hat auf dem Gelände eines alten Gestüts die irische Halbleiterproduktion begründet. Heute ist der Standort in Leixlip einer der modernsten der Welt.

Die Intel-Standorte in Irland

Der US-amerikanische Intel-Konzern hat sich ab 1989 im Nordosten Irlands, in der Grafschaft Kildare, angesiedelt. Nach eigenen Angaben wurden seitdem umgerechnet mehr als 30 Milliarden Euro in den Standort investiert, um das ehemalige Gestüt in eine moderne Produktionsstätte umzubauen. Derzeit gebe es dort mehr als 4.500 Mitarbeiter.

Auf dem Industriecampus von Leixlip befindet sich eine Halbleiter-Chipfabrik, die zuletzt für 14-Nanometer-Strukturen fitgemacht wurde. Die dort hergestelten Silizium-Mikroprozessoren bilden laut Intel das Herzstück zahlreicher Fortschritts-Technologien.

Im Jahr 2000 kam ein weiterer Intel-Standort in Irland dazu, in Shannon im Südwesten. Dort entwickeln weitere 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Cloud- und Netzwerksysteme.

Das Unternehmen will den Politikern aus Sachsen-Anhalt auch einen Einblick in sein Wasser- und Energiemanagement geben. Für die Produktion von Halbleitern wird sehr viel Wasser benötigt, um die Oberfläche des Siliziums zwischen den Fertigungsschritten zu reinigen. Danach muss es geklärt werden, wie es wieder zu nutzen beziehungsweise in die Natur abfließen zu lassen sei. Die Frage der Wassernutzung hat auch in Sachsen-Anhalt bereits für Diskussionen gesorgt.

Gespräche mit Anwohnern und Uni-Vertretern

Neben der Produktion soll es auch einen Austausch mit Vertretern und Vertreterinnen der lokalen Gemeinden in North Kildare geben, wobei Anwohnerfragen im Mittelpunkt stehen sollen. Dabei wird es um die Frage gehen, wie stark eine Großinvestition die Menschen vor Ort belastet und welche Förderungen sich für die Gemeinden durch das Engagement des Unternehmens ergeben. 

Weiterhin werden die Sachsen-Anhalter mit Forschern und Forscherinnen der Technischen Universität Dublin sprechen, die sich mit der Silizium-Nanotechnologie befassen. Diese Arbeit wird von Intel gefördert, da es sich dadurch Erkenntnisse für die Produktion und für hochqualifizierte Fachkräfte erhofft. Intel kooperiert mit verschiedenen irischen Hochschulen. Ähnliche Pläne sollen auch in Sachsen-Anhalt verfolgt werden. Erste Gespräche hat das Unternehmen bereits mit der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg geführt.

Mehr zum Thema: Intel in Magdeburg

Intel Fabrik und Briefkasten 43 min
Bildrechte: dpa
43 min

"Provinzposse" und "peinlich" waren Reaktion auf die verpatzte Wahl des Landesdatenschutzbeauftragten in Sachsen-Anhalt. Warum das auch die EU beschäftigen dürfte, thematisiert diese Folge.

MDR SACHSEN-ANHALT Fr 25.03.2022 14:17Uhr 42:37 min

Audio herunterladen [MP3 | 39 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 77,7 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/podcast/was-bleibt/audio-was-bleibt-kein-landesdatenschutzbeauftragter-sachsen-anhalt-intel-ansiedlung-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

dpa, MDR (Sebastian Mantei, Dagmar Borchert, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Mai 2022 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

hilflos vor 6 Wochen

Da wünsche ich den Damen und Herren einen schönen Irlandurlaub. Ob die sich da etwas angucken oder Hjnd durch den Zaun guckt.... ; es wird schon Häppchen und das ganze Verwöhnprogramm geben. Intel wird sich für den Deal auch bedanken und... Ich fahre kommenden Monat nach GB, muss den selber zahlen.

zeig_auch_charakter_nicht_nur_maske vor 6 Wochen

Na,aber sicher ...
Wegen der bezahlten Irland-Reisen der Politiker hat man Intel schliesslich angesiedelt! - Da "knüpft" man dann "Beziehungen", wie einst die VW-ler in Brasilien ...
Nur auf die Brandenburger Poliitker ist man wohl hierzulande neidisch -
DIE lädt der grosse Elon sicherlich auf Dienstreise zum Mond ein ..

pwsksk vor 6 Wochen

Die Kommentare hier zu kommentieren braucht man nicht.
Der Neid einiger grenzt schon an Beleidigung.

Mehr Politik in Sachsen-Anhalt