Corona Trotz zahlreicher Forderungen – Sachsen-Anhalt hält an Präsenzunterricht fest

In dieser Woche hatte die Leopoldina in Halle vorgeschlagen, die Schulpflicht ab 14.12. auszusetzen. Auch der Landeselternrat fordert das. Jedoch wird es in Sachsen-Anhalt nicht dazu kommen. Der Bildungsminister lehnt das ab.

Zwei Schülerinnen mit Mund- und Nasenschutz beraten sich im Unterricht in über ein Arbeitsblatt.
Sachsen-Anhalt hält trotz hoher Infektionszahlen am Präsenzunterricht fest. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt müssen die Schüler auch in der Woche vor den Weihnachtsferien zur Schule gehen. Sachsen-Anhalt hält am Präsenzunterricht fest, obwohl es wegen der hohen Corona Zahlen immer mehr Forderungen gibt, den Unterricht in der Schule schon zehn Tage vor Weihnachten auszusetzen.  

Ein Sprecher des Bildungsministeriums in Magdeburg teilte mit, zwar würden ähnliche Vorschläge derzeit bundesweit diskutiert. Allerdings gebe es in Sachsen-Anhalt derzeit keine konkreten Pläne für einen Lockdown des Schulsystems vor Weihnachten. Der Vorschlag soll am Donnerstag auch Thema auf der Kultusministerkonferenz (KMK) gewesen sein. Laut Teilnehmerkreisen wollten die meisten Landes-Bildungsminister die Schulen aber weiterhin so lange wie möglich offen halten.

Lernschwache Kinder sollen nicht benachteiligt werden

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) verteidigt seit Wochen, dass Sachsen-Anhalt an möglichst uneingeschränktem täglichen Unterricht für alle festhält. Er begründet das mit einem Recht auf Bildung und den Erfahrungen aus der Zeit der geschlossenen Schulen im Frühjahr. Reiner Fernunterricht mit digitalen Angeboten und Aufgaben für zuhause benachteilige lernschwache Schülerinnen und Schüler sowie Familien, denen technische Ressourcen fehlten, hieß es.

Zahlreiche Forderungen nach Schließung der Schulen

Angesichts der hohen Corona-Zahlen fordert nun auch der Landeselternrat Sachsen-Anhalt, den Präsenzunterricht an den Schulen zehn Tage vor Weihnachten auszusetzen. "So soll ein Beitrag geleistet werden, um über die Feiertage die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren und Infektionen aus den Schulen nicht zu Weihnachten an Familienmitglieder der älteren Generationen weiterzugeben", teilte der Elternrat am Donnerstag mit. Das Bildungsministerium habe das aber abgelehnt.

Zuvor hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften, die Leopoldina in Halle, empfohlen, Kinder und Jugendliche möglichst ab dem 14. Dezember nicht mehr in die Schulen zu schicken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss sich diesem Vorschlag in einer emotionalen Rede am Mittwoch im Bundestag an.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

11 Kommentare

luna256 vor 45 Wochen

Die Entscheidung klingt zwar gut für Erwachsene oder eher Eltern aber für uns Schüler ist das die hölle und wieso? Ganz einfach wir können kaum was machen in den schulen und müssen überall eine Maske tragen und das 5 std am stück .. wisst ihr wie schrecklich nervig das auf dauer ist? Die eine Woche hätte uns nicht wehgetan denke ich.. ausserdem bin ich der Meinung das die Gesundheit und Sicherheit der Schüler und Lehrer im moment viel größere Priorität hat.. als den Schulstoff zu schaffen denn was bringt uns der Schule stoff wenn wir uns alle anstecken könnten... ist zumindest mal meine Meinung ich wäre wenigstens dafür gewesen das die Schule pflicht ausfällt oder wir online Schule hätten wäre uns allen viel lieber als 5 std lang die selbe luft einzuatmen.. wegen dieser Maske.. ja ich weiss es gibt hofpausen für frische Luft aber schöner witz haha was bringr die luft draussen einen wenn wir die nicht einatmen können durch die Masken intresannt..

19o03o54 vor 45 Wochen

Hallo, es ist doch überhaupt nicht mit dem Frühjahr vergleichbar. Erstmal habe wir wesentlich höhere Zahlen als im Frühjahr und es geht hier auch nicht um 3 Monate.
Ich würde es vernünftig finden die 5 Tage so zuhandhaben, wie in Niedersachsen. Da wird es den Eltern angeboten, die Kinder ab Montag zu Hause ins Distanzlernen zu lassen. Wo es nicht möglich ist gehen die Kinder zur Schule. Es können die Eltern selber entscheiden. Diese Regelung ist besonders für Kontakte an Weihnachten mit Risikopatienten gedacht. Die Klassen sind dann auch nicht mehr voll.
Ich spreche da aus Erfahrung, da ich Schulbegleiterin bin und ich jeden Tag 6 Stunden mittendrin bin sitze.
Dazu kommt noch, das die Zahlen in Sachsen Anhalt mittlerweile auch noch viel höher sind, als in Niedersachsen.
Da kann man über unseren Bildungsminister nur noch den Kopf schütteln. Ich frage mich, auf was er noch wartet.
Aber irgendwie ist man in Sachen Anhalt noch nicht soweit und es dauert alles wieder viel zu lange.

Lilli_70 vor 45 Wochen

Die Schulen sollten offen bleiben. Im Frühjahr
gab es schon enormen Unterrichtsausfall. Nun hat man genug Zeit gehabt Erfahrungen im Unterricht mit Hygienemaßnahmen (Lüften, Hände waschen, Masken) zu sammeln.
Lernen mittels Lehrkräften sind wichtige Methoden in der Wissensvermittlung. Hierauf basiert unser Schulsystem. Einseitiges Lernen zuhause oder mit Arbeitsblättern kann dies nicht ersetzen. Die gesundheitlichen Auswirkungen für die Schüler durch viel Zeit am Bildschirm sind groß.
Auch die sozialen Spannungen mit den Eltern in Lehrfunktion bzw. Eltern, die nicht mehr oder nur begrenzt erwerbstätig sein können wirken sich auf das Umfeld der Kinder aus. Die fehlenden konstanten Erfahrungen im Klassenverbund und im Schulalltag können im familiären Umfeld nicht ersetzt werden!
Außerdem besagt eine Studie von mehren Unikliniken in Baden Württemberg, dass Kinder
keine Treiber des Infektionsgeschehens sind. Es wurde auch nicht nachgewiesen, dass sie Erwachsene anstecken.

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