Energiepreise Kritik an Gaspreisbremse wegen Heizöl

Die Linkspartei und die Verbraucherzentrale in Sachsen-Anhalt haben die Gaspreisbremse der Bundesregierung kritisiert. Sie bemängeln, dass ein Teil der Bevölkerung wissentlich übersehen werde. Die Energiehilfen der Bundesregierung greifen in diesem Monat erstmals. Wer Fernwärme und Gas nutzt, dem wird der Dezemberabschlag erlassen. Für Kunden, die mit Heizöl heizen, gilt das jedoch nicht.

Heizöl für das Einfamilienhaus
Für Heizölkunden sind derzeit keine direkten Entlastungen geplant. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Winter ist da und es wird geheizt, auch in Sachsen-Anhalt. Nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT heizt etwa ein Fünftel der Menschen im Land mit Öl. Anders als bei Beziehern von Gas sind für Heizölkunden derzeit keine direkten Entlastungen geplant. Auch die bereits von Bund und Ländern beschlossene Dezember-Soforthilfe gilt nur für Erdgas- und Fernwärme.

Nicht nur Gas teurer, auch Heizölpreise steigen

Allerdings haben sich die Preise für 100 Liter Heizöl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Der Magdeburger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Kröber verteidigt die Entscheidung zugunsten von Gas- und Fernwärmekunden. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Gas, Fernwärme und Öl bezahlt man in der Regel nur einmal im Jahr. Am Ende des Tages wird es darauf ankommen, wie viele Menschen Hilfe brauchen. Aber niemand wird im Stich gelassen." Die Umsetzung des Gaspreisdeckels habe derzeit Priorität, so Kröber weiter. Diese Entscheidung betreffe aktuell die Mehrheit der Bevölkerung.

Kritik kommt von der Verbaucherzentrale und der Linken. Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Landtag von Sachsen-Anhalt, wirft der Bundesregierung Fahrlässigkeit vor. Das Entlastungspaket müsse alle Energieträger berücksichtigen, um Menschengruppen nicht außen vor zu lassen.

Ein Auslieferungsfahrer hält 2018 auf dem Betriebsgelände eines Heizöllieferanten die Zapfpistole eines Tanklasters in den Händen.
Die Linkspartei im Landtag von Sachsen-Anhalt wirft der Bundesregierung Fahrlässigkeit vor. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung hat eine rasche Lösung für alle Betroffenen in Aussicht gestellt. In Sachsen-Anhalt heizen etwa 170.000 Haushalte mit Öl. Sie könnten möglicherweise aus dem Härtefallfonds der Bundesregierung unterstützt werden. Am 16. Dezember entscheidet der Bundesrat zunächst über die Strom- und Gaspreisbremse. Wann es eine Regelung für Ölkunden gibt, ist unklar.

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MDR (Gianluca Siska, Jörg Wunram, Susanne Ahrens)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 03. Dezember 2022 | 07:30 Uhr

17 Kommentare

Haller vor 9 Wochen

Russland hat klar gesagt, dafür gibt es für die Deckelnden Null Öl und Null Gas.

Also ob das noch nur Theorie ist, wenn angeblich auf Russland geschossen wird mit Sanktionen aber über Bande (wie im Billard) Deutschland plus EU getroffen wird.
Als Heuristiker sehe ich in dieser Praxis mehr als nur Verschwörungstheorie.

Niemann vor 9 Wochen

Die EU schreibt vor für wieviel wenig Russland sein Erdöl auf dem Weltmarkt verkaufen darf. Hoffentlich klappt das auch, da hab ich doch volles Mißtrauen.

Denkschnecke vor 9 Wochen

Dass Fernwärmekunden bevorzugt rot-grün wählen würden halte ich ja erst mal für eine recht steile Hypothese. Und dass die größte Oppositionspartei das anders handhaben würde, wäre sie in Regierungsverantwortung, auch. (Und die zweitgrößte Oppositionspartei würde Russland jeden verlangten Preis zahlen. Dann wäre bestimmt alles gut.)

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