Mangel an medizinischem Personal Sachsen-Anhalt führt Quote für Amtsärzte ein

Sachsen-Anhalt führt eine Quote für Amtsärzte ein. Knapp drei Prozent der Medizinstudienplätze gehen damit an Studierende, die nach ihrem Studium im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten wollen. Mit der Quote soll langfristig für Nachwuchs gesorgt werden.

Zwei Medizinerinnen vom Corona-Kriesenstab in Berlin-Neukölln 6 min
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In Sachsen-Anhalt wird zukünftig eine bestimmte Anzahl an Medizinstudienplätzen für Amtsärztinnen und -ärzte reserviert. Das entsprechende Gesetz zur Amtsarztquote hat der Landtag am Donnerstag beschlossen. Demnach werden jährlich 2,8 Prozent der Studienplätze in Humanmedizin für Studierende vorbehalten, die sich verpflichten, nach ihrem Studium mindestens zehn Jahre im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Quote gegen Mangel an Amtsärzten

Bewerberinnen und Bewerber müssen laut Gesetz "ihre Motivation und persönliche Eignung zur hausärztlichen Tätigkeit" nachweisen. Mit der Quote soll der ärztliche Nachwuchs im Öffentlichen Gesundheitsdienst sichergestellt werden. Aktuell herrscht ein Mangel an Amtsärzten in Sachsen-Anhalt. Laut dem Leiter des Gesundheitsamts in Magdeburg, Eike Hennig, wird ein Großteil der Amtsärzte in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) betonte vor dem Beschluss die Wichtigkeit von Amtsärztinnen und -ärzten. "Neben den niedergelassenen Ärzten sind die Gesundheitsämter und der öffentliche Gesundheitsdienst das Rückgrat in der Pandemiebekämpfung", so Grimm-Benne. Bei der Prävention und Gesundheitsförderung vor Ort würden die Amtsärztinnen und Amtsärzte auch in Zukunft eine große Verantwortung tragen.

Welche Aufgaben Amtsärztinnen und -ärzte nachgehen, erfahren Sie hier im Interview mit dem Leiter des Magdeburger Gesundheitsamtes:

Weitere Quote gegen Ärztemangel auf dem Land

Vorbild für die Amtsarztquote ist die Landarztquote, die seit vergangenem Jahr in Sachsen-Anhalt gilt. Demnach werden fünf Prozent der Medizin-Studienplätze in Halle und Magdeburg an Interessierte vergeben, die sich verpflichten, im Anschluss an ihr Studium für mindestens zehn Jahre in einer schlecht versorgten ländlichen Region Sachsen-Anhalts zu arbeiten. Das Auswahlverfahren leitet die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA). Nach Informationen der KVSA gingen in der zweiten Bewerbungsrunde 192 Bewerbungen ein, im vergangenen Jahr waren es 277. Insgesamt werden 20 Studienplätze vergeben. Sachsen-Anhalt hatte als eines der ersten Bundesländer ein Landarztgesetz beschlossen.

Quelle: MDR/Sarah Peinelt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. April 2021 | 18:00 Uhr

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