Corona-Pandemie Haseloff: Stufenweise Rückkehr zu größeren Veranstaltungen

Das Land hält in der Corona-Krise weiter am Sachsen-Anhalt-Plan fest. Ab Herbst ist eine stufenweise Rückkehr von Fans in Stadien, Sport- und Konzerthallen geplant. Details stehen aber noch nicht fest.

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Am Samstag ist in Leipzig wissenschaftlich untersucht worden, wie es um das Corona-Ansteckungsrisiko bei Großveranstaltungen steht (Archivbild). Bildrechte: MDR JUMP

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will in der Corona-Pandemie weiter am Sachsen-Anhalt-Plan festhalten. Haseloff sprach sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag erneut für ein differenziertes Vorgehen in den einzelnen Bundesländern aus – abhängig von den jeweiligen Infektionszahlen. Es müsse in den Ländern angepasste und angemessene Entscheidungen geben, die für die Bürger nachvollziehbar seien, so Haseloff. Grundsockel des Sachsen-Anhalt-Plans seien die bundesweit geltenden Abstands- und Hygieneregeln.

Es geht darum, alles zu ermöglichen, was man verantworten kann.

Ministerpräsident Reiner Haseloff

Konkret soll es im Land in der nächsten Zeit zunächst keine Verschärfung der Corona-Regeln geben. Es gebe aktuell keinen Grund, die Maßnahmen in Sachsen-Anhalt in Frage zu stellen, sagte Haseloff. Die jüngsten Neuinfektionen gingen auf Urlaubsrückkehrer zurück.

Neue Verordnung kommt Mitte September

Am 17. September soll die achte Corona-Verordnung in Kraft treten – mit Gültigkeit bis zum 18. November. Bereits am 1. September will die Landesregierung die Veränderungen vorstellen. Dies soll beispielsweise die Planung der Adventsmärkte ermöglichen, sagte der Ministerpräsident.

Pressekonferenz Landesregierung Sachsen-Anhalt 48 min
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MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Di 25.08.2020 14:00Uhr 48:26 min

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Größere Veranstaltungen nach und nach

Mit Blick auf Veranstaltungen plant Sachsen-Anhalt ab Mitte September eine stufenweise Rückkehr von Fans in Stadien, Sport- und Konzerthallen. Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) schlägt vor, künftig wieder bis zu 2.500 Zuschauer bei Sport- und Großveranstaltungen zuzulassen. Bei niedrigem Infektionsgeschehen und einem guten Hygienekonzept könnten in Einzelfällen auch noch größere Gruppen genehmigt werden.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sagte dazu, 2.500 sei die Zahl, die man generell anstreben wolle. Der Weg dahin müsse aber noch entwickelt werden – und wie lange dieser dauere. Großveranstaltungen wie Karneval jetzt schon abzusagen, halte er für verfrüht. Man wolle die Corona-Entwicklung noch abwarten. Bis Ende Oktober sind Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern bundesweit verboten.

Es geht darum, dass wir in Stufen in Veranstaltungsmodelle reinkommen, die mit Hygienekonzept verantwortbar sind.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ergänzte, das Stufenmodell solle nicht nur für Sportveranstaltungen gelten, sondern beispielsweise auch für Konzerte und die gesamte Veranstaltungsbranche.

Sommersemester wird annuliert

Die Landesregierung gab außerdem bekannt, dass das zurückliegende Sommersemester an den Universitäten und Hochschulen in Sachsen-Anhalt nicht zählt. Wegen der Corona-Pandemie werde die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert. Erbrachte Leistungsnachweise sollen aber anerkannt werden, erklärte Willingmann. Ziel sei es, dass Studierende bei der Bezugsdauer des BaföG keine Nachteile hätten.

Quelle: dpa, MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. August 2020 | 14:00 Uhr

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