Bundesparteitag startet Gallert sieht Linke in schwieriger Situation

Die Linke muss auf ihrem Bundesparteitag ab Freitag „eine ganze Reihe inhaltlicher Fragen klären“, wie der Landtagsabgeordnete Wulf Gallert aus Sachsen-Anhalt findet. In seinen Augen befindet sich die Linke insgesamt in einer ausgesprochen schwierigen Situation.

Wulf Gallert (Die Linke) spricht im Plenarsaal des Landtages von Sachsen-Anhalt zu den Abgeordneten
Wulf Gallert sitzt für die Linke in Sachsen-Anhalts Landtag. Bildrechte: dpa

Vor dem am Freitag beginnenden Bundesparteitag in Erfurt hat der sachsen-anhaltische Linken-Politiker Wulf Gallert die Situation seiner Partei als ausgesprochen schwierig bezeichnet. Nach den Wahlniederlagen in den vergangenen Jahren gebe es eine ganze Reihe von inhaltlichen Fragen zu klären.

Bedeutung der Partei müsse geklärt werden

So müsse man zuerst eindeutig die Frage beantworten, was eine linke Partei im 21. Jahrhundert bedeute. Er mahnte seine Partei, sich darüber im Klaren zu sein, dass man diese Frage derzeit nicht für die Leute überzeugend beantworten könne. Dabei müsse man auch fragen, in welchem Verhältnis inhaltliche Positionen zur Realität stünden. Diese inhaltliche Klärung sei wichtiger als die Frage nach neuen Köpfen an der Spitze der Partei.

Nach Ansicht von Gallert erreicht die Linke nicht mehr Menschen, deren Interessen sie definitiv vertritt. Als Beispiele nannte er diejenigen, die häufig an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden, deren Einkommensverhältnisse so seien, dass sie Angst haben müssten, über den Monat zu kommen und die den Eindruck hätten, von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.

Gallert: Lage ist nicht aussichtslos

Das Problem sei, dass sich gerade diese Menschen am stärksten vom politischen Geschehen verabschiedet hätten, nicht mehr zu Wahlen gingen, keine Perspektive mehr für sich in dieser Gesellschaft sähen und sehr empfänglich seien für die einfachen Wahrheiten von rechts. Dieses Problem habe man bislang nicht lösen können. Dennoch würde er die Lage nicht als aussichtslos bezeichnen.

Gallert will stellvertretender Parteichef werden

Auf dem am Freitagmittag beginnenden Parteitag in Erfurt wählt die Linke eine neue Parteispitze. Gallert bewirbt sich um einen Stellvertreterposten.

MDR (Uli Wittstock, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Juni 2022 | 12:00 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 6 Wochen

Die sprechen schon ihre Wählerschaft an. Nur sind die Strafrentner und Berufsüberzeugten eben immer mehr am Ende der Lebensdauer angelangt. Und bei denen, die die nur aus Protest gewählt haben, Punkten sie auch kaum noch, weil deren Themen eher noch die mancher Etablierten, gegen die man ja seine Stimme erheben mag, überholen. Naja, und so richtig wollen ja nicht mal die Strafrentner die DDR 1989 zurück oder auch nur so leben, wie der Durchschnittsrusse 2022.

Shantuma vor 6 Wochen

Das Problem mit den Linken ist, dass sie ihre eigentliche Wählerschaft nicht mehr ansprechen.
Durch den Schwenk zu unbeliebten Themen (Gendern etc.) hat die Linke große Teile ihrer Wählerschaft vor den Kopf gestoßen.
Das Ziel war es aber, andere Wähler dadurch für die Partei interessant zu machen. Dieser Wähler waren hauptsächlich die akademische Mittelschicht, welche hauptsächlich Grün wählt und keinerlei Interesse an sozialen Themen hat. Was man klar sieht, siehe Herr Habeck.

Heute ist es sogar soweit, dass man nicht nur wegen dem zu kleinen Geldbeutel ausgegrenzt wird, die Gesellschaft grenzt auch aus anderen Gründen Menschen aus.
Nein, nicht die Hautfarbe, oder andere Äußerlichkeiten, sondern wegen der Meinung.
Netterweise bezeichnet man dies dann als Diversität.

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