Eine Kontrollstelle zur Erfassung der Maut für LKW steht 2018 an der Bundesstraße 87. 1 min
Im Rahmen des geplanten Pilotprojekts dürften Lkw 44 statt bisher maximal 40 Tonnen wiegen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
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MDR SACHSEN-ANHALT Do 30.05.2024 07:38Uhr 00:37 min

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Geplantes Pilotprojekt Bund stellt sich bei Zulassung von 44-Tonnen-Lkw in Sachsen-Anhalt quer

30. Mai 2024, 11:22 Uhr

In Sachsen-Anhalt sollen im Rahmen eines Pilotprojekts künftig besonders schwere Lkw mit bis zu 44 Tonnen unterwegs sein – unter anderem zur Verkehrsentlastung. Doch das Bundesverkehrsministerium hat eine Ausnahmegenehmigung dafür verweigert. Grund sind erwartete Schäden an Straßen und Brücken.

MDR AKTUELL Mitarbeiter Felix Fahnert
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Die Zulassung von besonders schweren Lkw auf Sachsen-Anhalts Straßen gerät ins Stocken. Wie das Infrastrukturministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, hat der Bund eine "skeptische Haltung" gegenüber dem geplanten Pilotprojekt für bis zu 44 Tonnen schwere Fahrzeuge deutlich gemacht. Vor allem Straßen und Brücken könnten demnach durch Überlastung längerfristig geschädigt werden. Eine Ausnahmegenehmigung sei deshalb in der beantragten Form vom Bundesverkehrsministerium abgelehnt worden.

Unternehmen im Land sollen befragt werden

Ob und wann tatsächlich 44 Tonnen schwere Lkw auf Sachsen-Anhalts Straßen unterwegs sein werden, ist damit offen. Nach Angaben des Infrastrukturministeriums in Magdeburg sind weitere Untersuchungen dazu nötig, welche Strecken für das Projekt geeignet sind. Nicht infrage kommen demnach Autobahnabschnitte mit Brücken. Mit Blick auf die Landesstraßen sollen nun zunächst Unternehmen befragt werden, auf welchen Strecken ein konkreter Bedarf besteht, hieß es.

Das Pilotprojekt war im Dezember im Landtag beschlossen worden. Auf ausgewählten Strecken in Sachsen-Anhalt sollen demnach statt 40 künftig 44 Tonnen schwere Lkw in Sachsen-Anhalt unterwegs sein dürfen. Dadurch soll unter anderem der Verkehr etwas entlastet werden, weil theoretisch weniger Fahrten für die gleiche Menge an Waren nötig sind. Für das Pilotprojekt war eine Ausnahmegenehmigung beim Bundesverkehrsministerium beantragt worden. Vorgesehen ist den Plänen zufolge auch eine wissenschaftliche Begleitung des Feldversuchs durch das Fraunhofer-Institut.

Speditionsbranche begrüßt Pilotprojekt

Die oppositionellen Grünen und Linken hatten bereits im Landtag auf mögliche Schäden an der Infrastruktur verwiesen. So hatte der Linken-Abgeordnete Guido Henke erklärt, schwerere Lkw führten dazu, dass Straßen, Brücken sowie Anwohner noch stärker belastet würden. Auch Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte, die Klimaschädigung werde man "sicherlich nicht durch noch schwerere Lkw lösen".

Die Speditionsbranche in Sachsen-Anhalt hatte die Pläne dagegen bereits begrüßt. Der Geschäftsführer des zuständigen Landesverbands, Tobias Hinze, erklärte, ein vier Tonnen höheres Gewicht bedeute "gleichlautend eine Steigerung der Transportmengen". Damit gebe es einen Mehrwehrt für das Transportgewerbe sowie positive Effekte für den Klimaschutz.

MDR (Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Mai 2024 | 06:00 Uhr

17 Kommentare

goffman vor 6 Wochen

Das stimmt so nicht!
Die Grünen haben sich dem Thema sehr umfangreich, z.B. in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl, gewidmet. Ihre Vorschläge u.a.:
„Den ausufernden Lkw-Verkehr wollen wir durch eine
CO₂-orientierte Maut so regulieren, dass die entstehenden Kosten von
den Verursacher*innen getragen werden.“
„Die Trassenpreise wollen wir deutlich senken, um Anreize
für Verkehrsverlagerungen auf die Schiene zu verstärken.“

Anstatt Vorschriften oder Verbote zu erlassen (wie andere Parteien es oft und gerne tun, z.B. die Union beim Gendern), wollte man es den freien Markt regeln lassen und die Subventionen entsprechend verschieben.

Das hätte funktionieren können und wäre ebenso sinnvoll wie das Tempolimit.
Leider mit der FDP nicht zu machen.
Wir haben es bei der nächsten Wahl in der Hand.

Reiner202 vor 6 Wochen

Noch haben wir für solche LKW keine Autobahn, schon gar nicht in Anhalt . sie werden schon durch den normalen Fernverkehr so geschädigt das sie laufend Saniert werden müssen. siehe A14.

nilux vor 6 Wochen

Sie haben recht!
Ich möchte gern noch ergänzen, dass sich sämtliche Diskussionen über Verkehr, Klima und Umweltschutz fast immer um so Peanuts wie den privaten PKW drehen (Tempolimit, Elektro etc.).
Um den schweren Güterverkehr (insbesondere den Transitverkehr) schert man sich kaum, es passiert hier so gut wie gar nichts.

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