Nach Bund-Länder-Gipfel Haseloff: Aufhebung der Impfreihenfolge im Juni

Nach dem Gipfel von Bund und Ländern stellt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in Aussicht, dass die Impfreihenfolge im Juni aufgehoben werden könnte. Das Impftempo in Sachsen-Anhalt solle schneller forciert werden. Spätestens im Juni könnte es auch Lockerungen geben.

Reiner Haseloff
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff: "Impfstrategie forcieren." Bildrechte: imago images / Susanne Hübner

Nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern dringt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) darauf, die Bevölkerung schnell durchzuimpfen. Dafür stellte er in Aussicht, dass ab Juni die bisherige Priorisierung bei den Impfungen landesweit fallen könne, sagte er.

Haseloff rechne außerdem damit, dass dann auch Betriebsärzte zur Immunisierung beitragen könnten. Das digitale Treffen zum Impfgipfel sei ein Abgleich der Länder gewesen, sagte Haseloff am Montagabend. Sachsen-Anhalt müsse nun seine "Impfstrategie forcieren". Im April habe man 50.000 Impfdosen pro Woche zur Verfügung gehabt, ab Mai sollten es dann 60.000 und ab Juni 70.000 sein.

Stärkere Lockerungen für Geimpfte könnten Anfang Juni kommen

Haseloff hält es ebenfalls für realistisch, für Geimpfte Ende Mai/Anfang Juni stärkere Lockerungen zuzulassen. Auf ein entsprechendes Vorgehen haben sich Bund und Länder ebenfalls bei dem Gipfel verständigt. Eine Bundesverordnung, die das ermöglicht, könnte den Bundesrat am 28. Mai passieren, sagte Haseloff. Ein Gesetzentwurf werde derzeit von der Regierung erarbeitet und nach dem Beschluss im Kabinett dann an den Bundestag und den Bundesrat weitergereicht. Im Vorfeld des Gipfels hatte sich bereits Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) für solche Lockerungspläne ausgesprochen.

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Ein Viertel der Sachsen-Anhalter geimpft

Laut Sozialministerium liegt die Zahl der bisher verabreichten Erstimpfungen in den Impfzentren bei 441.505 (20,2 Prozent). Dazu kommen 83.950 (3,8 Prozent) Impfungen der niedergelassenen Ärzteschaft. Das entspricht einem Anteil von 24 Prozent, knapp ein Viertel der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt. Momentan haben 6,3 Prozent eine Zweitimpfung erhalten, wie es abschließend vom Sozialministerum hieß.

Kassenärzte: Geteiltes Echo auf Impfgipfel-Ergebnisse

Die Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt lobt die Ergebnisse des Impfgipfels, meldet gleichzeitig aber auch Bedenken an.

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalts, Jörg Böhme, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die angekündigte Aufhebung der Impfreihenfolge sei richtig. Voraussetzung sei natürlich, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stehe und die im Mai noch möglichst viele chronisch Kranke geimpft werden könnten.

Die möglichen vorzeitigen Lockerungen für Geimpfte sieht KV-Chef Böhme dagegen kritisch. Dies sei ungerecht, solange noch nicht jeder die Chance auf eine Corona-Impfung hatte. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Impfdosen für die Hausarzt-Praxen gesteigert worden. In dieser Woche stehen für Sachsen-Anhalt 56.000 Dosen zur Verfügung.

MDR/dpa, Maximilian Fürstenberg, Mandy Ganske-Zapf

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. April 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Anni22 vor 7 Wochen

Warum macht man das nicht weiter, nächste Gruppe die über 50 Jährigen usw.? Je Älter, desto wahrscheinlicher ein schwererer Verlauf. Was bringt es , wenn alle zugleich einen Termin wollen, aber dann doch nicht bekommen können? Das gibt nur Chaos!

Dan vor 7 Wochen

Prinzipiell finde ich es super das geimpfte Personen mehr Freiheiten haben als ungeimpfte! Aber solange nicht jeder der auch geimpft werden möchte geimpft ist sollte man dies auch lassen! Ich würde mich zB. gerne impfen lassen, darf es auf Grund der Reihenfolge noch nicht! Also fände ich es unfair wenn plötzlich als beispiel unsere Rentner einfach so ins Restaurant gehen dürfen und ich als Arbeiter mitte 30 nicht. Und nur weil ich eben noch nicht geimpft werden darf.
Sie sollen lieber die Priorisierung aufheben und jeden der möchte sich impfen lassen.
Wer dann nicht möchte muss eben mit den erschwerten Bedingnungen leben!!!

DanielSBK vor 7 Wochen

"Momentan haben 6,3 Prozent eine Zweitimpfung erhalten"

Laut Rainerle wird ja in Sachsen-Anhalt "alles Menschenmögliche in Sachen Impfungen/Impfstart seit dem 27.12.2020 gemacht"...

27.12.2020 - und heute, fast im Mai 2021 erst lächerliche 6% .... Bravo! Nicht!

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