Schutzstatus soll geprüft werden Neue Koalition plant strengeren Umgang mit dem Wolf

Die neue Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt will den Schutzstatus des Wolfes prüfen. Die CDU will ihn in das Bundes- und das Landesjagdgesetz aufnehmen und spricht sich für wolfsfreie Zonen aus. Zudem sollen Herdenschutzhunde und Zäune weiterhin gefördert werden.

Die verstorbene Wölfin Adena aus dem Bärenpark Worbis
Bildrechte: Bärenpark Worbis

Die neue Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt will den Schutzstatus des Wolfes überprüfen lassen. Die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sandra Hietel, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Wolf müsse in das Bundes- und das Landesjagdgesetz. Es müsse geklärt werden, wie viele Wölfe eine Kulturlandschaft vertrage. Man brauche ein gutes Miteinander von Mensch und Wolf.

Hietel sprach sich zwar dagegen aus, den Wolf zu verdrängen oder auszurotten. Es sollte aber dort wolfsfreie Zonen geben, wo das Tier immer wieder gezielt Zäune überwinde, um Schafe zu reißen: "Wenn sich der Wolf den Nutztieren immer wieder nährt, muss er dort vergrämt werden." Das könnten auch Jäger mit Gummigeschossen erledigen.

Förderung für Herdenschutzhunde und Zäune

Außerdem forderte Hietel, das Wolfsmanagement anders aufzubauen. So könne sich die CDU vorstellen, Aufgaben vom Wolfskompetenzzentrum in Iden auf die Unteren Naturschutzbehörden zu übertragen, um schneller zu sein. Die Fachleute aus dem Wolfskompetenzzentrum haben aktuell die Aufgabe, getötete Nutztiere zu begutachten.

Hietel sprach sich außerdem dafür aus, die Anschaffung von Herdenschutzhunden und Zäunen weiterhin zu fördern und die Auszahlung von Entschädigungsleistungen unbürokratischer als bisher zu organisieren. Zur Begründung verwies die CDU-Politikerin auf deutlich gestiegene Zahlen von gerissenen Nutztieren. Demnach hat sich die Zahl der Fälle von 2018 bis 2020 mehr als verdoppelt.

Kompetenzzentrum: Wolfsbestand stabil, aber nicht gesichert

Die Zahl der in Sachsen-Anhalt lebenden Wölfe steigt immer weiter an. Dem Monitoring des Wolfskompetenzzentrums zufolge wurden im Berichtsjahr 2019/2020 landesweit mindestens 134 Wölfe inklusive Welpen gezählt. Mindestens 20 weitere Tiere leben demnach grenzübergreifend. Fünf Jahre zuvor wurden noch 43 Wölfe in Sachsen-Anhalt gezählt. Laut Wolfskompetenzzentrum ist der Tierbestand stabil, aber nicht gesichert.

MDR/Ronald Neuschulz, Christoph Dziedo, Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. September 2021 | 12:00 Uhr

5 Kommentare

Mythos vor 1 Wochen

Wieder einmal zeigt sich wie Natur fern die CDU ist denn was hier gefordert wird, "Wolfsfreie Zonen" hat der EuGH bereits 2019 untersagt und obendrein hat der EuGH auch die präventive Jagd auf Wölfe bereits 2018 untersagt!! Obendrein hat die EU, wegen der Änderung des Paragraph 45a Bundesnaturschutzgesetz ein Strafverletzungsverfahren eingeleitet! Übrigens ist das nur eins von jetzt 77 die bereits gegen die Bundesrepublik Deutschland (Platz 5 aller EU Staaten) eingeleitet wurden!! Die neue Koalition in Sachsen-Anhalt ist ein Rückschritt und ein Schlag ins Gesicht all jener die sich für Umwelt und Klimaschutz einsetzen!

TobiasHerr vor 1 Wochen

Sollten auch Autos aus dem bevölkerungsdichten Mitteleuropa verschwinden? Täglich werden Menschen durch Autos verletzt und müssen manchmal sogar "dran glauben".

Zum Umweltministerium:
Ich weiß nicht was Tiere töten und fortschrittlichbremsend gemeinsam haben.

pwsksk vor 1 Wochen

Gehen sie mal ein paar Wochen mit einem Schäfer oder Rinderzüchter mit. Sie werden erstaunt sein, welche Probleme und Schäden durch ihren "lieben" Wolf angerichtet werden. Dieses Tier gehört nicht in das bevölkerungsdichte Mitteleuropa. Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn der erste Mensch "dran glauben muß". Das Wild wird gezielt bejagt und das sollte beim natürlichen Feind ebenso möglich sein.
Die Inkompetenz des Umweltministeriums in Grüner Hand, absolut fortschrittlichbremsend, ist zu Recht zu Ende.

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