Landtagssitzung 3 min
Sehen Sie hier das Video zum Hilfde für die Obstbauern Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Massive Ernteausfälle befürchtet Frostschäden: Weiter keine Soforthilfe des Landes für Obstbauern und Winzer

13. Juni 2024, 18:53 Uhr

Wegen des Frosts Ende April erwarten Sachsen-Anhalts Obstbauern und Winzer in diesem Jahr massive Ernteausfälle. Doch Soforthilfen der Landesregierung lassen bislang auf sich warten. Im Landtag begründete sie das nun damit, noch keinen "belastbaren Überblick" über die Schäden zu haben. In Thüringen und Sachsen sind bereits millionenschwere Hilfen zugesagt worden.

Nach den Frostschäden für Sachsen-Anhalts Obstbauern und Winzer Ende April sind weiter keine Soforthilfen des Landes absehbar. Finanzminister Michael Richter (CDU) sagte im Landtag in Vertretung von Agrarminister Sven Schulze (CDU), Angaben zur Schadenshöhe seien für konkrete Hilfeleistungen noch "zu pauschal". Man wolle die Zahlen nicht in Zweifel ziehen, müsse sich aber zunächst einen "belastbaren Überblick verschaffen". Vorfestlegungen wären daher "nicht seriös", erklärte Richter.

Hilfen sollen im Ausschuss besprochen werden

Das weitere Vorgehen für mögliche Hilfszahlungen wollen demnach nun Wirtschafts- und Finanzministerium klären. Zudem soll das Thema im Agrarausschuss des Landtags weiter besprochen werden.

Sachsen-Anhalts Obstbauern hatten aufgrund des Frosts Ende April erhebliche Schäden beklagt. So würden etwa bei der Aprikosenernte Ausfälle von bis zu 100 Prozent erwartet.

Linken-Politikerin Eisenreich: 50 bis 70 Millionen Euro Schaden

Die Linken-Abgeordnete Kerstin Eisenreich erklärte im Landtag, nach aktuellen Schätzungen seien durch den Frost Ende April Schäden von 50 bis 70 Millionen Euro entstanden. Daher müsse das Land mit Hilfen einspringen, die zumindest 60 Prozent der Schäden ausgleichen würden.

Eisenreich zeigte sich enttäuscht, dass Agrarminister Schulze bisher lediglich die Prüfungen für mögliche Hilfszahlungen ankündigt habe, während es in Sachsen und Thüringen bereits Zusagen über Millionenbeträge gebe. Sie betonte, die Obst- und Weinbaubetriebe sorgten für regionale Wertschöpfung im Land und produzierten wertvolle Lebensmittel.

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MDR (Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. Juni 2024 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

C.T. vor 5 Wochen

Sich gegen Umsatzausfälle durch Wetterereignisse abzusichern, ist keine Aufgabe für die Allgemeinheit. Hier hat der Unternehmer allein die Verantwortung und Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Auch die Grundversorgung der Gesellschaft ist hier keineswegs gefährdet. Es gibt außreichend Importalternativen aus Regionen mit besseren Bedingungen. Daher halte ich Hilfe aus Steuermitteln für absolut unangebracht.

ElBuffo vor 5 Wochen

Wie kommt man denn auf das schmale Brett vom Steuerzahler für das Wetter entschädigt zu werden? Demnächst werden hier noch Bananen und Orangen angebaut und der Staat möge gleich alle Ausfälle durch unpassenden Wetter ausgleichen.

Shantuma vor 5 Wochen

Der CDU-Mann hat hier auch durchaus Recht.

Ein paar Sachen kann man zwar nun ernten, wie Kirchen etc.
Aber für Wein ist es noch zu früh, genauso wie mit anderen Obstsorten.
D.h. auch ein Winzer und ein Obstbauer hatte bisher kaum Einnahmen in einem regulären Jahr.

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