Sonntagsfrage CDU und SPD erfreut über Umfragehoch in Sachsen-Anhalt

Einer neuen Umfrage zufolge würde die CDU bei einer Landtagswahl wieder stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt werden. MInisterpräsident Reiner Haseloff (CDU) fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt. Die SPD würde ihr Ergebnis nahezu verdoppeln und begründet das mit dem Bundestrend. Alle anderen Parteien sehen in dem Ergebnis einen Ansporn.

Fahnen mit dem Parteilogo der CDU
Infratest Dimap: Die CDU bleibt einer aktuellen Umfrage zufolge stärkste Kraft im Land. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Wenn am Sonntag in Sachsen-Anhalt gewählt würde, hätte die CDU wieder die Nase vorn. Das geht aus der Infratest Dimap-Umfrage im Auftrag des MDR hervor. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht sich durch das Ergebnis in seiner Regierungsarbeit bestätigt. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er sei sehr, sehr zufrieden.

Ich glaube, dass wir in diesen turbulenten Zeiten alles richtig gemacht haben.

Reiner Haseloff – Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

Die CDU sei mit Abstand die stärkste politische Kraft geblieben und die Koalition selbst sei auf eine gute Akzeptanz in der Bevölkerung gestoßen. Mit 33 Prozent würde die CDU laut Umfrage vier Prozentpunkte hinter ihrem Ergebnis aus der Landtagswahl im Juni landen.

SPD führt Erfolg auf Bundestrend zurück

Der Koalitionspartner SPD landet der Umfrage zufolge bei 16 Prozent. Die Partei hätte ihr Ergebnis somit im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl fast verdoppelt.

SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle sagte, das sei gute Politik, die zum Beispiel gerade auf der Bundesebene durch Bundeskanzler Olaf Scholz oder auch durch Hubertus Heil mit der Einführung des 12-Euro-Mindestlohns gemacht werde. Auf Nachfrage verdeutlichte Pähle, die SPD solle dabei an ihrer eignen Arbeit gemessen werden und nicht am Verhältnis zu Koalitionspartnern.

FDP: "Umfrage ist Zwischeninformation"

Der dritte Koalitionsparter FDP ist in der Gunst der Wählerinnen und Wähler im Vergleich zum Landtagswahlergebnis leicht abgerutscht. Mit fünf Prozent läge sie 1,4 Prozentpunkte hinter dem Wert im Juni.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Silbersack nannte das Umfrageergebnis eine Zwischeninformation, die sehr motiviere. In der Umfrage hatte zudem die Mehrheit der befragten FDP-Anhängerinnen und -Anhänger geäußert, mit der Arbeit der Regierungskoalition weniger zufrieden zu sein. Das begründet Silbersack mit Maßnahmen in der Corona-Pandemie, da Freiheitsrechte das Kernthema der Liberalen seien.

AfD erwartet steigenden Rückhalt

Die Oppositionsparteien AfD, Linke und Grüne blieben der Umfrage zufolge in ihren Ergebnissen im Vergleich zur Landtagswahl nahezu unverändert. Der Landesvorsitzende der AfD-Fraktion Oliver Kirchner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der aktuelle Wert von 20 Prozent (-0,8 Prozentpunkte zu Juni) könne sich aber künftig noch ändern.

Ich glaube, hier passieren noch so viele Probleme in diesem Land, dass sich die Zahl noch deutlich nach oben verbessern lässt.

AfD-Fraktionsvorsitzender Oliver Kirchner

Kirchner verwies darauf, dass die Umfragen von Infratest Dimap bei seinen Vorhersagen nicht immer so genau gewesen seien.

Linke und Grüne werten Ergebnis als Ansporn

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Eva von Angern, nannte die elf Prozent (± 0 Prozentpunkte zu Juni) einen Ansporn, den bisherigen Weg weiterzugehen. Das Ergebnis sei sozusagen ein positives Signal, auch wenn elf Prozent kein Grund zur Freude seien.

Grünes Band im Südharz
Das Grüne Band erinnert an die ehemalige innerdeutsche Grenze. (Archivbild) Bildrechte: MDR/BUND/Klaus Leidor

Der ehemalige Bündnispartner Bündnis90/Die Grünen kam in der Umfrage auf sechs Prozent (+0,1 Prozentpunkte zu Juni). Das annähernd gleichbleibende Ergebnis führte bei der Fraktionsvorsitzenden Cornelia Lüddemann zu Selbstkritik. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Fraktion habe ihre zweite Chance in der Opposition noch nicht ausreichend genutzt. Dass sich Anhängerinnen und Anhänger der Grünen mit der schwarz-rot-gelben Landesregierung zufrieden zeigten, wollte sie nicht überbewerten. Sie sagte, all die Dinge, die die Fraktion auf den Weg gebracht habe, würden jetzt erst anfangen zu wirken. Als Beispiel nannte sie dafür die Landtagsdebatte zum Grünen Band am Donnerstag.

MDR (Karsten Kiesant, Sabine Falk-Bartz, Christoph Dziedo, Marvin Kalies)

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 24. Februar 2022 | 11:00 Uhr

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