Innenministerin Schnelle unbürokratische Hilfe für Menschen aus der Ukraine geplant

Sachsen-Anhalt will Geflüchteten aus der Ukraine schnell und unkompliziert helfen. Das hat Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) angekündigt. Dafür wurden unter anderem zwei komplette Hotels gemietet. Auch privater Wohnraum wird gesucht.

Flüchtlinge aus der Ukraine überqueren den Grenzübergang Medyka nach Polen.
Über 1.500 Menschen aus der Ukraine sind bereits in Sachsen-Anhalt aufgenommen worden. (Archivbild) Bildrechte: dpa

  • Innenministerin Zieschang verspricht, dass jeder Geflüchtete, der in Sachsen-Anhalt ankommt, untergebracht und unterstützt wird.
  • In Zwischenunterkünften sollen Geflüchtete für eine Übergangszeit untergerbacht werden, wenn sie nicht sofort auf Kommunen verteilt werden können.
  • Das Land hat zwei Hotels gemietet, um einen Teil der Geflüchteten dort unterzubringen. Auch private Wohnungen oder Zimmer werden gesucht.

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) hat ukrainischen Kriegsflüchtlingen unbürokratischen vorübergehenden Schutz im Land zugesichert. Bisher seien in Sachsen-Anhalt etwa 1.570 Menschen aus der Ukraine aufgenommen worden, darunter auch 129 Kinder im Kindergarten- und 248 Kinder im schulpflichtigen Alter, sagte die Ministerin am Dienstag.

Bislang nicht erfasst sind laut Zieschang ukrainische Flüchtlinge, die bei Freunden, Verwandten oder anderweitig privat unterkommen konnten.

170 Menschen aus der Ukraine in Zwischenunterkünften

Tamara Zieschang
Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) sagte am Dienstag Geflüchteten aus der Ukraine Hilfe zu. Bildrechte: dpa

"Jeder wird untergebracht, erhält bei Bedarf finanzielle Unterstützung und darf arbeiten. Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Hilfsorganisationen gilt mein ausdrücklicher Dank für ihren unermüdlichen Einsatz und die unbeschreiblich große Solidarität", sagte Zieschang. Ukrainische Kriegsflüchtlinge erhalten nach einer EU-Entscheidung einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis.

In kurzfristig vom Land geschaffenen Zwischenunterbringungen sind nach Angaben der Staatskanzlei 170 Menschen aus der Ukraine untergebracht. Solche Zwischenunterbringungen dienten ausschließlich der Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen und seien eine erste Anlaufstelle, wenn keine unmittelbare Unterbringung in den Kommunen möglich sei. Neuzugänge würden dort erfasst und anschließend auf Kommunen verteilt.

Private Wohnungen für Gelüchtete gesucht

Ein dauerhafter Aufenthalt in Zwischenunterbringungen ist laut Staatskanzlei nicht vorgesehen. Derzeit habe das Land ein Hotel in Halberstadt sowie eines in Merseburg mit jeweils 150 und 200 Plätzen gemietet.

Die Landkreise und kreisfreien Städte suchen derweil auch privaten Wohnraum. Über Websites und Hotlines können Menschen Zimmer oder Wohnungen für Geflüchtete anbieten.

epd, MDR (Fabian Frenzel)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 08. März 2022 | 18:00 Uhr

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