Corona-Pandemie So liefen die Selbsttests an den Schulen an

An den Schulen in Sachsen-Anhalt haben am Montag landesweite Corona-Selbsttests begonnen. 300.000 Selbsttests wurden verteilt. Viele Schulleiter haben die Tests am Wochenende im Schnellverfahren organisiert.

Eine Schülerin träufelt in einem Klassenraum im "֖kumenischen Domgymnasium" eine Lösung nach einem selbst durchgeführten Corona-Test auf einen SARS-CoV-2-Antigentest.
Leichter anzuwenden: Ein Abstrich im vorderen Nasenbereich ist ausreichend. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt setzt zur Pandemieeindämmung seit Montag verstärkt Corona-Selbsttests an Schulen ein. Etwa 300.000 Tests wurden seit Freitag im ganzen Land verteilt. Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, nach ersten Informationen seien die Selbsttestungen gut angelaufen. Genaue Zahlen, auch zu den positiven Fällen, würden noch nicht vorliegen.

Sobald weitere Tests zur Verfügung stehen, soll zweimal wöchentlich an den Schulen getestet werden. Das Testangebot basiert auf Freiwilligkeit. Die für die Kinder bereitgestellten Tests seien anwenderfreundlich und von den Kindern selbst durchführbar, so das Gesundheitsministerium. Es genüge ein Abstrich im vorderen Nasenbereich, damit der Test funktioniert, so das Gesundheitsministerium.

Turnhalle als "Testzentrum"

In der Grundschule Am Westring in Magdeburg wird seit Montagmorgen in der Turnhalle getestet. Klassenweise sitzen die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Bänken. Getrennt nach Kindern, die sich testen und nicht testen lassen wollen.

Mehr Vorlaufzeit für bessere Planung

Freiwillige Unterstützung bekommt die Schule von Eltern und Praktikanten. Die Schulleiterin Stefanie Gregull sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie habe von den Selbsttests als Erstes aus der Presse erfahren. Sie wünsche sich mehr Vorlaufzeit, um so etwas langfristig und besser planen zu können und nicht nur schnell über das Wochenende.

Ein wichtiger Schritt, um die Schulen offen zu halten

Auch in Halle am Lyonel-Feiniger-Gymnasium testen sich die Schülerinnen und Schüler seit Montag selbst. Möglich war das nur durch den Einsatz des Schulleiters Jan Riedel.

Da in Halle die Selbsttests vergangene Woche ankamen, aber noch nicht verteilt wurden, musste Riedel die Tests selbst abholen, erklärte er MDR SACHSEN-ANHALT. Nach dreimaligem Hupen vor einem Lagertor bekam er letzten Endes 635 Selbsttests durchs Autofenster gereicht.

Für den Schulleiter sind die Tests aber ein entscheidender Schritt, um die Schulen offen zu halten – neben AHA-Regel und Impfungen. Momentan reichen diese bis zu den Osterferien. Jeder Schüler und jede Schülerin hat Anspruch auf zwei Tests pro Woche. Riedel hofft, dass nach Ostern weitere Selbsttests geliefert werden, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

IGS Willy Brandt in Magdeburg testet ab Dienstag

Doch nicht in allen Schulen konnte sofort am Montag mit den Tests begonnen werden.

An der IGS Willy Brandt in Magdeburg wird erst ab Dienstag oder Mittwoch getestet. Schulleiter Eik Ruddat formulierte zuvor einen Elternbrief mit dem genauen Testablauf an Schülerinnen und Schüler und deren Eltern. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er wolle sich für die Umsetzung und Durchführung erst noch im Team beraten.

Förderschulen brauchen für Hilfestellung Erlaubnis von Eltern

Auch die Förderschule Hugo Kückelhaus in Magdeburg unter Schulleitung von Wolfram Stäps, testet ab Dienstag. Er betonte, er brauche ebenfalls mehr Vorbereitungszeit. Einige der Schülerinnen und Schüler brauchen beim Selbsttesten Hilfe. Diese Hilfe müsse erst einmal bei den Eltern erfragt werden. Auch müssen die Anleitungen für die Schülerinnen und Schüler differenziert erklärt werden. Das benötigt Zeit, so Stäps.

MDR, Maximilian Fürstenberg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Rasio wie wir | 22. März 2021 | 08:39 Uhr

9 Kommentare

Thill vor 12 Wochen

Das ist aber schön, dass es alles so gut läuft in Sachsen-Anhalt. In der Grundschule meines Kindes sind für Donnerstag die ersten Tests geplant. Information erfolgte durch Weitergabe der offiziellen Unterrichtung der Schulleiter durch das Bildungsministerium. Auf Nachfrage wie das durchgeführt wird heißt es, das die Kinder selbst einen Rachenabstrich nehmen sollen. Wenn der Test positiv ausfällt, muss das Kind isoliert werden. Eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgt meines Wissens nicht. Den anderen Eltern wird über das Hausaufgabenheft mitgeteilt wenn ein positiver Test in der Klasse auftritt. Von 25 Schülern haben 5 die Elternerlaubnis zum Selbsttest. Mein Kind ist nicht dabei. Warum? Ich möchte nicht, dass mein achtjähriges Kind an sich selbst ohne Hilfe einen Test vornimmt. Ich bezweifele den Sinn das Ganzen, wenn man nur eine Testquote von 20% erreicht. Was erreicht man mit der Isolierung eines Kindes, wenn der Rest der Klasse weiter zur Schule geht? Ministerium= Irrenhaus?

Susanna vor 12 Wochen

@Mediator: Wie Menschen mit Gefahren des Lebens umgehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Sie fordern hier von anderen, Ihre Wahrnehmung eins zu eins zu übernehmen, und Ihre Reaktion darauf, nämlich die vollständige, nicht hinterfragbare Unterwerfung unter die herrschende Klasse, eins zu eins zu übernehmen. DAS ist nicht etwa links (wie Sie es nach meinem Eindruck sehen), sondern extrem autoritär und in der klassischen Wortbedeutung rechts. Das sage ich als Linke, die sehr viel von der Analyse in Marx´ Kapital hält. Es ist mir rätselhaft, wie angebliche Linke sich angesichts Corona einbilden können, die Herrschenden inklusive ihres Machtapparats wollten plötzlich "nur unser Bestes". Das ist absurd. Selbst wenn die Pest wütete, würde ich mich nicht freiwillig unterwerfen.

Mediator vor 12 Wochen

Immer die gleiche dumme Querdenkerlogik von Menschen wie ihnen!
Woran machen sie den Begriff "krank" denn bitte fest?
Auch ein Mensch der keine Symptome zeigt kann infektiös sei und seine Mitmenschen anstecken.

Auch ein HIV positiver Mensch muss nicht krank sein, aber jeder tut gut daran sich zu schützen, wenn es zum Geschlechtsverkehr oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten kommt.

Haben sie auch etwas dagegen Menschen zu testen um festzustellen, ob diese infektiös sind? Es geht ja nur um so banale Dinge, ob sie ihre Frau, Kinder und Großeltern mit einem potentiell tödlichen Virus anstecken oder sich durch Wissen um ihre Infektiosität in Quarantäne und Behandlung begeben können.

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