Öl-Embargo Schulze: Wir verlassen uns bei Leuna auf Zusage des Bundes

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze hat sich nach dem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Chemiestandort Leuna zuversichtlich gezeigt. Er verlasse sich auf die Zusagen der Bundesregierung. Bisher ist der Standort stark abhängig von russischen Gas- und Öl-Lieferungen.

Sven Schulze, Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt, spricht in der CDU-Landeszentrale zu den Medienvertretern.
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU). Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) zeigt sich zuversichtlich, dass der Chemiestandort Leuna trotz des geplanten Öl-Embargos gegen Russland gesichert ist. Nach einem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) in Leuna sagte Schulze MDR AKTUELL, er verlasse sich auf die Zusage der Bundesregierung. Demnach werde der Chemiestandort Leuna in den nächsten Monaten weiterhin Gas und Öl aus Russland bekommen. Später solle die Versorgung über den Seeweg über Polen und Rostock erfolgen. Er hoffe, das funktioniere.

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Habeck hat gestern ganz klar gesagt bekommen, dass wir uns darauf verlassen, dass der Bund uns garantiert, dass wir in den nächsten Monaten weiter Gas und Öl aus Russland kriegen.

Sven Schulze Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt

Schulze: Russische Gaslieferungen essentiell für Wirtschaft

Im Interview mit MDR AKTUELL hob Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister zudem die besondere Notwendigkeit von Gas- und Öl-Lieferungen für den Chemiepark hervor. Unternehmen aus der ganzen Welt seien hier angesiedelt. Reduzierte oder ausbleibende Lieferungen würden viele Arbeitsplätze gefährden und die Produktion in ganz Deutschland in Schwierigkeiten bringen. Die Ölversorgung in Ostdeutschland ist stark abhängig von der russischen Druschba-Pipeline. Die beiden großen Raffinerien Leuna und Schwedt werden bisher mit russischem Öl aus der Pipeline versorgt.

Ansonsten würde die chemische Industrie in Gänze bei uns in Sachsen-Anhalt und auch in Ostdeutschland große Probleme bekommen.

Sven Schulze Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt

Der Chemiepark in Leuna ist circa 1.300 Hektar groß. Mehr als 100 Unternehmen aus verschiedenen Nationen sind hier angesiedelt. Öl und Gas stellen laut Betreibergesellschaft Infraleuna die Energie- und Rohstoffbasis dar. In Leuna soll in Zukunft auch grüner Wasserstoff entstehen. Der Betreiber TotalEnergie hatte bereits angekündigt, bis Jahresende kein russisches Erdöl mehr kaufen zu wollen.

Habeck lobt Fortschrittlichkeit in Sachsen-Anhalt

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte am Montag gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Leuna besucht. Er überreichte dabei einen Förderbescheid über 184 Millionen Euro. Habeck sagte, Sachsen-Anhalt sei in besonderer Weise von Veränderungen betroffen. Er lobte die Entwicklung Sachsen-Anhalts.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Mai 2022 | 07:45 Uhr

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