Ausfall kritischer Infrastruktur Land will sich Übersicht für Katastrophenfall verschaffen

Thomas Vorreyer
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Im Fall von Cyber-Angriffen, Naturkatastrophen oder einer Gasnotlage droht der Ausfall kritischer Infrastruktur. Sachsen-Anhalts Landesregierung will sich darauf nun besser vorbereiten und gründet eine neue Arbeitsgruppe. Zuvor hatte es Kritik am derzeitigen Katastrophenmanagement gegeben.

Auf einem Feldweg steht am Abend ein Mann vor einem Hochspannungsmast.
Sachsen-Anhalt ist bislang schlecht auf flächendeckende Stromausfälle vorbereitet. Bildrechte: dpa

Um besser auf einen möglichen Katastrophenfall vorbereitet zu sein, will Sachsen-Anhalts Landesregierung erstmals ein gemeinsames Lagebild der kritischen Infrastruktur im Land erstellen. Liefern soll das eine neue Arbeitsgruppe. Das sagte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Dienstag. Dem sogenannten Vorbereitungsstab gehören alle Ministerien, die Staatskanzlei und das Landesverwaltungsamt an.

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Vorbereitungsstab soll bis Ende März liefern

Zwar arbeiteten alle Ressorts und alle Betreiber kritischer Infrastruktur gut, so Zieschang. In Zukunft solle aber eine "reibungslose und zügige Zusammenarbeit" erreicht werden. Der Vorbereitungsstab soll bis spätestens März seine Arbeit abgeschlossen haben.

Cyber-Angriffe wie auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Dürresommer und die derzeitige Energiekrise haben den Blick auf die kritische Infrastruktur gelenkt. Bislang war allerdings nur einmal, beim Elbe-Hochwasser 2013, ein landesweiter Katastrophenstab gebildet worden. Als kritisch gelten etwa die Wasser- und Stromversorgung, der Schienenverkehr und der Lebensmittelhandel.

Nur drei Prozent der Tankstellen können notbetrieben werden

An Zieschang hatte es zuletzt den Vorwurf der Untätigkeit aus dem Kreise von Sachsen-Anhalts Landräten gegeben. Diese tauschten sich momentan über eine private WhatsApp-Gruppe über Katastrophenvorbereitungen aus, sagte Thomas Balcerowski (CDU), Landrat des Harzkreises, MDR SACHSEN-ANHALT Anfang November. Im Falle eine Stromausfalls können landesweit zudem nur drei Prozent aller öffentlichen Tankstellen notbetrieben werden. Das ergab eine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag.

Zieschang wies die Kritik am Dienstag erneut zurück. Zugleich mahnte sie auch die Bevölkerung zu privater Vorsorge. "Wir können flächendeckende Stromausfälle nicht vollständig ausschließen", so Zieschang. Jeder könne sich darauf durch den Kauf von Batterien und Notvorräten vorbereiten.

MDR (Thomas Vorreyer, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. November 2022 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

Shantuma vor 11 Wochen

Wir sind nicht einmal im Krieg und die Minister sprechen wie im Kriegszustand.

Die Journalisten jubeln ihnen auch noch zu.

Das man im Bereich Strom völlig versagt hat, dass darf man ja nicht erwähnen. Aber es ist schlicht die Wahrheit. Man kann doch nicht Kapazitäten abschalten ohne Neue aufzubauen.
Und zeitgleich fordert man mehr Digitalisierung und E-Mobilität. Man muss ganz ehrlich am Geisteszustand vieler Menschen zweifeln.

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