Landtag stimmt im Dezember ab Studie: Knappe Mehrheit in Sachsen-Anhalt ist für Erhöhung des Rundfunkbeitrags

Wird der Rundfunkbeitrag in ganz Deutschland im kommenden Jahr erhöht? Die unabhängige Experten-Kommission KEF hat vorgeschlagen, den Beitrag auf monatlich 18,36 Euro zu erhöhen. Dem müssen alle 16 Landtage in Deutschland zustimmen. In Sachsen-Anhalt droht das am Veto von CDU und AfD zu scheitern. Nun zeigt eine neue Studie im Auftrag der ARD: Etwas mehr als die Hälfte der Sachsen-Anhalter ist dafür, dass der Landtag der Anpassung zustimmt.

Auf einem Tisch in einem Büro in Dresden (Sachsen) liegt am 15.04.2016 Münzgeld auf Formularen für Bürgerinnen und Bürger zu den Rundfunkbeiträgen.
15 von 16 Landtagen haben schon abgestimmt oder zugesagt, der Erhöhung des Rundfunkbeitrags zuzustimmen. Im Landtag von Sachsen-Anhalt gibt es aktuell keine Mehrheit. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt ist eine knappe Mehrheit der Menschen dafür, dass der Landtag einer Anpassung des Rundfunkbeitrags zustimmt. Das zeigt eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts dimap, die die ARD in Auftrag gegeben hat. Demnach sagen 54 Prozent, der Landtag solle der Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent auf monatlich 18,36 Euro zustimmen. 44 Prozent lehnen das ab.

Die Umfrage listet auch die Stimmung nach Parteianhängern auf. Danach gibt es bei AfD-Anhängern eine deutliche Mehrheit gegen die Erhöhung. Bei allen anderen Parteien ist eine Mehrheit für eine Beitragsanpassung, bei der CDU sind 58 Prozent der Anhänger für eine Erhöhung, 40 Prozent dagegen. Die höchste Zustimmung gibt es der Umfrage zufolge mit 84 Prozent bei den Grünen-Anhängern.

Eine Grafik, die die Zustimmung der Menschen in Sachsen-Anhalt für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags zeigt
Eine knappe Mehrheit der Sachsen-Anhalter ist der Umfrage zufolge für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hohe Glaubwürdigkeit für öffentlich-rechtlichen Rundfunk

In puncto Glaubwürdigkeit schneidet der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Zahlen zufolge so gut ab wie kein anderes Medium: 77 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt bewerten die Berichte öffentlich-rechtlicher Fernsehsender demnach als glaubwürdig, bei öffentlich-rechtlichen Hörfunksendern sind es 70 Prozent. Ähnlich gut schneiden Tageszeitungen ab (63 Prozent).

Über die Studie: 1.001 Menschen in Sachsen-Anhalt befragt Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut dimap 1.001 Menschen in Sachsen-Anhalt telefonisch befragt. Sie wurden per repräsentativer Zufallsauswahl bestimmt. Die Interviews wurden zwischen dem 20. und 24. November dieses Jahres geführt.

Was die Studie ebenfalls zeigt: Ein großer Teil der Befragten (79 Prozent) hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für "nicht verzichtbar". Am ehesten tun dies Anhänger der AfD. 58 Prozent der AfD-Anhänger sagten der Studie zufolge, ARD, ZDF und Deutschlandradio seien verzichtbar. Zum Vergleich: Unter den Anhängern der SPD sagen dies 19 Prozent, unter denen der Grünen 2 Prozent.

Stilisierte Deutschlandkarte mit Funkmasten. Außerdem eine Hand mit Geldstück. 2 min
Bildrechte: MDR/MEDIEN360G

Landtag stimmt Mitte Dezember ab

Hintergrund der Erhebung ist die nahende Abstimmung im Landtag von Sachsen-Anhalt über eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Sie ist für Mitte Dezember geplant. Zuvor wird in der kommenden Woche der Medienausschuss des Parlaments beraten und eine Empfehlung aussprechen. Während Grüne, SPD und Linke im Landtag einer Erhöhung der Abgabe um 86 Cent zustimmen, lehnen CDU und AfD dies ab.

Dass die CDU dagegen stimmen will, hatte zuletzt für politische Diskussionen gesorgt. Vor allem die SPD hatte ihrem Koalitionspartner CDU vorgeworfen, in der Frage gemeinsam mit der AfD zu stimmen. Die CDU hatte das zurückgewiesen und erklärt, man betone seit Jahren, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk reformiert werden müsse. Mit dem Veto löse man nun ein Wahlversprechen ein, argumentierte die Kritiker in der CDU. Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte zu dem Thema weitere Gespräche angekündigt.

Illustration einer Familie im Wohnzimmer mit Fernseher, Radio und Smartphone. 1 min
Bildrechte: MDR/MEDIEN360G

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. November 2020 | 19:00 Uhr

81 Kommentare

Fakt vor 35 Wochen

@Sonnenanbeter:

Ist schon komisch. Immer wenn jemandem das Ergebnis nicht in den Kram passt, sind die Fragen manipulativ gestellt worden. Man kann sich nur noch an den Kopf fassen, was mancher wegen 86 Cent im Monat für einen Aufstand macht.

Fakt vor 35 Wochen

@Emil Kaminsky
>>"das keiner eine Gebührenerhöhung will."<<
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Das ist nun aber alles andere als die Wahrheit. Ich kenne noch etliche Menschen in meinem Umfeld, die nichts gegen eine Beitragserhöhung um 86 Cent im Monat haben.

Fakt vor 35 Wochen

Emil Kaminsky:

Ich bin gerne bereit, 86 Cent im Monat mehr zu zahlen und dafür informative und seriöse Programme geliefert zu bekommen - von den Regionalprogrammen über ARD und ZDF bis hin zu Phoenix, arte und weiteren Spartensendern. Und dank DVBT-2 komme ich auch nicht in Verlegenheit, mir irgendwelchen privaten Blödsinn ansehen zu können.

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