Lehrermangel Sachsen-Anhalt will in diesem Jahr tausend neue Lehrer einstellen

In diesem Jahr sollen in Sachsen-Anhalt etwa 1.000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) geht davon aus, dass die 1.000er-Marke bei den Neueinstellungen geknackt wird.

Eine Lehrerin steht im Unterricht vor ihren Schülern.
Das Land Sachsen-Anhalt will wie schon 2020 und 2021 in diesem Jahr wieder 1.000 neue Lehrkräfte einstellen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt werden in diesem Jahr voraussichtlich etwa 1.000 Lehrkräfte eingestellt. Bisher seien 532 neue Lehrerinnen und Lehrer gewonnen worden, sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Im Oktober kämen etwa 400 hinzu.

Derzeit liegt die absehbare Gesamtzahl der neuen Lehrkräfte für 2022 also bereits bei 927. Bei den Neueinstellungen werde in diesem Jahr die 1.000er-Marke wie 2020 und 2021 wohl wieder erreicht, so Feußner.

Ein Drittel Seiteneinsteiger

Mindestens jede dritte neue Kraft sei ein Seiteneinsteiger. Bei ihnen seien Kündigungsfristen zu beachten. Die Anforderungen an den Seiteneinstieg ins Lehramt seien heruntergeschraubt worden, so Feußner. Vor fünf oder sechs Jahren seien noch zwingend zwei Fächer gefordert worden, die aus der bisherigen Ausbildung und Tätigkeit abgeleitet werden konnten, später eines.

Künftig sollen sich laut Feußner auch Seiteneinsteigerinnen und –einsteiger bewerben können, die kein abgeleitetes Schulfach hätten. Diese könnten dann mit einer Bewährungsfeststellung befristet eingestellt werden. "Das machen andere Länder auch", sagt die Ministerin. Bedingung sei weiterhin ein Hochschulabschluss. Es verließen auch Seiteneinsteiger den Schuldienst, weil sie sich das anders vorgestellt hätten, sagt Feußner. 

Zusätzliche Einstellungen wegen der Ukraine-Geflüchteten

Zusätzlich liefen auch Einstellungen von Lehrkräften aus der Ukraine und Lehrkräften für Deutsch als Zielsprache (DaZ), so Feußner. Diese Lehrerinnen und Lehrer werden für den Unterricht geflüchteter ukrainischer Kinder und Jugendlicher in sogenannten Ankunftsklassen eingesetzt. Parallel dazu besuchen bislang rund 400 ukrainische Schülerinnen und Schüler Regelklassen öffentlicher Schulen.

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dpa, MDR (Maria Hendrischke)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. April 2022 | 08:00 Uhr

3 Kommentare

Sozialberuflerin vor 10 Wochen

Und täglich grüßt das Murmeltier

Irgendwie hab ich bei Berichten, zu Bildung in Sachsen-Anhalt, immer ein Déjag-vu - Erlebnis

Schade, dass es immer ein negatives ist

Begreifen die in Magdeburg eigentlich nicht, dass es mehr braucht, als nur die freien Lehrerstellen auszuschreiben?

Man muss auch Anreize bieten bzw. schaffen, warum man dort leben möchte
Vorallem im ländlichen Bereich

Wenn ich noch nicht mal einen Kinder-/Facharzt finde wenn ich einen benötige oder eine, mit päd. Fachkräften ausreichend besetzte Kita für meinen Spross.
Kaum/ Keine Handwerker-Betriebe, die ich erreiche, wenn es nötig ist oder auch nur ausreichend Einkaufsmöglichkeiten ohne kilometerweit in die nächste Stadt zu fahren...

Mal ehrlich... Da braucht niemand wundern, warum kaum einer "Hier" schreit



Shantuma vor 10 Wochen

Irgendwie kann man diese Meldung jedes Jahr wiederholen.

Die Realität sieht am Ende aber anders aus und das weiß auch jeder.

Wie sagte einst der Rektor meiner Schule zum Schulbeginn in ein neues Schuljahr:
"110% der Stunden sind abgedeckt"
2 Wochen später waren es nur noch 80%. Krankheit und Nichterscheinen haben zum Verlust beigetragen.

Sozialberuflerin vor 10 Wochen

Déja-vu, sollte es heißen 😉

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