Vierter Kandidat der Partei AfD-Kandidat Hecht scheitert bei Wahl zum Landtagsvizepräsidenten

Der AfD-Landtagsabgeordnete Christian Hecht ist am Freitag bei der Wahl zum Vizepräsidenten im Landtag von Sachsen-Anhalt durchgefallen. Die AfD-Fraktion beantragte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses keinen zweiten Wahlgang. Die AfD hat mit Hecht bereits den vierten Bewerber für den Posten ins Rennen geschickt.

Das Rednerpult im Plenarsaal im Landtag von Sachsen-Anhalt
Ein der AfD zustehender Stellvertreter-Posten in Sachsen-Anhalts Landtagspräsidium bleibt weiter unbesetzt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die AfD-Landtagsfraktion ist mit ihrem neuen Anlauf zur Wahl eines Vizepräsidenten im Landtag von Sachsen-Anhalt gescheitert. Der Halberstädter Landtagsabgeordnete Christian Hecht (AfD) fiel bei der Wahl am Freitag durch. Er erhielt im ersten Wahldurchgang keine Mehrheit.

Die AfD-Fraktion beantragte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses keinen zweiten Wahlgang.

Fraktionsübergreifende Ablehnung des AfD-Kandidaten

Der 50-Jährige erhielt in der geheimen Wahl lediglich 29 Ja-Stimmen. 61 Abgeordnete stimmten gegen den Mann aus Halberstadt. Die AfD hat im neuen Landtag 23 Sitze und war damit auf die Unterstützung aus anderen Fraktionen angewiesen.

Christian Hecht (AfD), Landtagsabgeordneter, steht anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags vor einer Fotowand.
Christian Hecht (AfD) ist bei der Wahl zum Vizepräsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt durchgefallen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Bei der Wahl zum Vizepräsidenten des Landtags genügt eine einfache Mehrheit. Das heißt: Der AfD-Kandidat hätte mehr Ja- als Nein-Stimmen erhalten müssen, um gewählt zu sein.

Hecht bereits vierter AfD-Kandidat für Posten

Die AfD hatte mit Christian Hecht nunmehr bereits den vierten Bewerber für den Posten des Landtagsvizepräsidenten ins Rennen geschickt. In den vergangenen Monaten hatten bereits die AfD-Kandidaten Matthias Lieschke, Matthias Büttner aus Staßfurt und Hagen Kohl keine Zustimmung gefunden. Mehrere Fraktionen hatten vor der Landtagssitzung deutlich gemacht, gar keinen Bewerber der AfD wählen zu wollen.

Die AfD Sachsen-Anhalt wird seit Januar 2021 vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtet. Die Partei klagt dagegen.

Anfang Juli war bei der konstituierenden Landtagssitzung bereits Gunnar Schellenberger (CDU) zum neuen Landtagspräsidenten gewählt worden. Anne-Marie Keding (CDU) und Wulf Gallert (Die Linke) wurden zu seiner Vizepräsidentin beziehungsweise seinem Vizepräsidenten gewählt.

MDR (Thomas Tasler), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 28. Januar 2022 | 17:00 Uhr

54 Kommentare

Caramba vor 15 Wochen

Die AfD hat einen Kandaidaten zur Wahl gestellt und der Kandidat ist durchgefallen. Statt nun einmal kritisch zu hinterfragen, warum die Abgeordneten den Herrn von der AfD nicht als Landtagsvize wollen, jammert man wie üblich herum, suhlt sich in der Opferrolle und leitet daraus ab dass man als armes Opfer legitimiert isch weiter wie die Axt im Walde aufzuführen und manche leiten daraus auch das Recht ab selbst Gewalt anzuwenden.

Fakt vor 15 Wochen

@hansfriederleistner:

Er kann doch seine Wähler vertreten, er bleibt doch Abgeordneter. Lediglich für seine Wahl zum Vize-Landtagspräsidenten hat er von den demokratischen Abgeordneten nicht genügend Stimmen bekommen. Ein ganz normaler demokratischer Vorgang, dass Demokraten keine Vertreter einer in großen Teilen rechtsextremen Partei wählen.

Fakt vor 15 Wochen

@hilflos:

Da Sie offenbar nicht wissen, dass ein Verbot von Parteien an hohe Hürden stoßen kann, sollten Sie sich mit der jüngsten Geschichte befassen und sich über die Verbotsverfahren bezüglich der NPD beschäftigen. Lesen bildet!

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