Online-Sportwetten Sachsen-Anhalt macht legales Online-Glücksspiel möglich

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat dem neuen Glücksspiel-Staatsvertrag zugestimmt. Damit sollen bisher verbotene Internet-Glücksspiele wie Online-Poker und Online-Sportwetten deutschlandweit erlaubt und kontrolliert werden.

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Nach der Ratifizierung durch alle 16 Landesparlamente soll der Staatsvertrag zum 1. Juli in Kraft treten. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Als letzter Landtag hat Sachsen-Anhalt am Mittwochabend dem neuen Glücksspiel-Staatsvertrag zugestimmt. Mit dem einheitlichen Glücksspielrecht sollen bisher verbotene Glücksspiele im Internet wie virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele erlaubt, reguliert und kontrolliert werden. Nach der Ratifizierung durch alle 16 Landesparlamente soll der Staatsvertrag zum 1. Juli in Kraft treten.

Der neue Glücksspiel-Staatsvertrag beinhaltet auch die zentrale Glücksspiel-Aufsichtsbehörde der Länder, die in Halle ihren Sitz haben soll. Die Anstalt soll 2023 ihre Arbeit aufnehmen. Zum Schutz gegen Spielsucht soll es ein monatliches Höchstlimit von 1.000 Euro für jeden Spieler geben, die auch über mehrere Anbieter hinweg gelten, sowie zentrale Spielersperrdateien.

Sachsen-Anhalt will zudem die Beratung für Spielsüchtige aufstocken. Dafür sollen eine Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht und regionalen Schwerpunktberatungsstellen in Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau, Halberstadt und Stendal eingerichtet werden.

Der SPD-Abgeordnete Rüdiger Erben kritisierte, dass jahrelang illegales Tun nun legalisiert werde. So wie im Online-Glücksspiel gebe es das sonst nirgends. Mehrere Abgeordnete wiesen bei der Abstimmung am Mittwoch auf die Spielsucht-Problematik hin. Experten schätzen, dass in Deutschland mindestens 200.000 Menschen Glücksspiel-süchtig sind.

Quelle: MDR exakt/ dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Juli 2020 | 05:00 Uhr

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