Landesvertreterversammlung in Dessau-Roßlau Mit fast 95 Prozent: CDU schickt Haseloff als Spitzenkandidaten für Landtagswahl ins Rennen

Die CDU in Sachsen-Anhalt schickt Reiner Haseloff zum dritten Mal als Spitzenkandidat für eine Landtagswahl ins Rennen. Intern geklärt war das eigentlich schon lange. Nur die Abstimmung der Delegierten hatten wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben werden müssen. Nun ist alles geklärt – und Haseloff mit deutlichem Ergebnis gewählt. Auch in Richtung Bundestagswahl zieht die CDU mit bewährten Gesichtern – angeführt von Heike Brehmer.

Reiner Haseloff bei einer Rede auf einer CDU-Landesvertreterversammlung in Dessau-Roßlau
Zum Spitzenkandidaten gewählt: Reiner Haseloff kam auf 94,9 Prozent Zustimmung. Bildrechte: CDU Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ist Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl am 6. Juni. Bei einer Landesvertreterversammlung in Dessau-Roßlau wurde Haseloff mit deutlichen 94,9 Prozent der Delegierten-Stimmen gewählt. Die CDU hatte sich schon vorigen Herbst für Haseloff als Spitzenkandidaten stark gemacht. Seine Wahl hatte wegen der Corona-Pandemie aber immer wieder verschoben werden müssen.

Nur mit negativem Testergebnis

Das Gesetz sieht es vor: Parteien dürfen ihre Landesliste nur in Präsenz aufstellen – in Corona-Zeiten eigentlich unerwünscht. Weil die Landtagswahl aber näher rückt und die Zeit drängt, stellt die CDU nach mehrmaliger Verschiebung der Versammlung am Sonnabend die Weichen für die anstehenden Wahlen. Nötige Bedingung: Jede und jeder musste zuvor einen Corona-Schnelltest machen – oder ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 24 Stunden war. Gäste indes sind bei der Vertreterversammlung nicht erlaubt. Das gilt auch für Vertreterinnen und Vertreter der Medien.

Der Regierungschef hatte zuvor mit seinen politischen Erfolgen in den vergangenen Jahren für sich geworben. Regieren könne nur, wer Dinge manage, die nicht in einem Wahlprogramm stünden, sagte Haseloff mit Blick auf Flut oder Corona-Pandemie. Die CDU werde daran gemessen.

Es darf in keinster Weise heute und in den gesamten Wahlkampfzeiten dazu kommen, dass wir eine Steilvorlage für die Linke liefern, dass sie durch die Hintertür die Macht in diesem Lande übernimmt. Das darf nicht passieren!

Reiner Haseloff Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl

Der 67-Jährige wiederholte in seiner Bewerberrede erneut seine Abgrenzung von der AfD – und wies auch diejenigen in der CDU in die Schranken, die sich in der Vergangenheit nicht immer an diesen Parteibeschluss gehalten hatten. "Es darf null Möglichkeit geben, dass von rechts die Geschicke dieses Landes auch nur irgendwie mitbestimmt werden", rief Haseloff.

Bewährte Mannschaft um Heike Brehmer für die Bundestagswahl

Zur Spitzenkandidatin der CDU für die Bundestagswahl wählten die Delegierten am Nachmittag die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer aus dem Harz. Brehmer, seit 2009 für die CDU im Bundestag, bekam 77 Ja-Stimmen, 18 Delegierte stimmten gegen sie. Brehmer sagte, die CDU müsse ihre Identität nach innen und nach außen stärken und Klartext reden, ohne zu polarisieren. "Der Gegenwind ist viel aggressiver geworden. Dem müssen wir uns stellen", rief sie.

Auf den Listenplätzen 2 und 3 ziehen Dieter Stier aus Weißenfels und Tino Sorge aus Magdeburg in den Bundestagswahlkampf. Die Plätze 4 und 5 gingen an die Bundestagsabgeordneten Christoph Bernstiel aus Halle und Sepp Müller aus Wittenberg.

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MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. Februar 2021 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

Storch Heiner vor 34 Wochen

im März 2017 hatte SPD einen 100% Kandidaten und stürzte dann grandios ab
der CDU hilft nur sich konsequent von Nazis abzugrenzen die ihren 87% Flügel-Mann Kirchner (Höcke's "Hardliner" vom ganz rechten Rand) nominiert

ralf meier vor 34 Wochen

Im Zweifel hält es Herr Haseloff wie die CDU in Thüringen.
Wetten Das ?
Eine CDU; die sich weigert mit der AFD zu koalieren ist schlicht nur ein Steigbügelhalter für rotgrün

Brigitte Schmidt vor 34 Wochen

""Es darf null Möglichkeit geben, dass von rechts die Geschicke dieses Landes auch nur irgendwie mitbestimmt werden", rief Haseloff."

Herr Haseloff hat die zeitgeistige Rhetorik erfolgreich angewendet. Ich wiederhole mich hier zum x-ten Mal: Zu einer gesunden Demokratie gehört links und rechts. Eine Abgrenzung hat bei -extrem zu erfolgen, und auch das gilt rechts wie links.
Und früher war die CDU auch eine rechte Partei. Und wer da schon zusammenzuckt, für den gerne etwas sanfter: Eine Partei des rechten Spektrums. Und das war nicht schlimm und das ist nicht schlimm. Man hat nur die sogenannte rechte Ecke konstruiert in der keiner mehr stehen will.

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