Digitale Wahl Ministerpräsident Haseloff ins Präsidium der Bundes-CDU gewählt

Die CDU stellt sich im Superwahljahr 2021 neu auf: Nach der Wahl von Armin Laschet zum neuen Parteivorsitzenden ist bei einer weiteren Wahl am Nachmittag auch Reiner Haseloff aufgerückt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident ist nun gewähltes Mitglied des CDU-Präsidiums – mit einem starken Ergebnis.

Reiner Haseloff (CDU), kommt in der Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz.
Ist nun gewähltes Mitglied des CDU-Präsidiums: Reiner Haseloff Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ist in das Präsidium der Bundes-CDU aufgestiegen. Haseloff kam bei der digitalen Wahl am Sonnabend auf 811 der 1.001 Delegierten-Stimmen und fuhr damit das zweitbeste Ergebnis aller Präsidiumskandidaten ein. Vertreter der CDU in den neuen Bundesländern sehen darin eine Stärkung der ostdeutschen Landesverbände innerhalb der Partei. Haseloff war zuletzt in seiner Rolle als Ministerpräsident lediglich beratendes Mitglied des CDU-Bundesvorstands gewesen.

Neben ihm wurde auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer in das Präsidium der CDU gewählt. Kretschmer fuhr mit 835 das beste Ergebnis aller Kandidaten ein. Haseloff sagte MDR SACHSEN-ANHALT zu seinem Abschneiden, er werte das als klares Votum, dass ostdeutsche Themen im Präsidium stärker nach vorn gebracht werden müssten.

In den Bundesvorstand der CDU gewählt wurde die Landeschefin der Jungen Union in Sachsen-Anhalt, Anna Kreye. Für sie stimmten 706 Delegierte.

Landes-CDU: Gut, dass die Personalfrage geklärt ist

Zuvor hatten die Delegierten auf dem ersten rein digitalen CDU-Bundesparteitag Armin Laschet zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Laschet kam in einer Stichwahl gegen Friedrich Merz auf 521 Delegierten-Stimmen, Merz auf 466. Der dritte Bewerber Norbert Röttgen war im ersten Wahlgang mit 224 Stimmen ausgeschieden. Er wurde später als Beisitzer ins CDU-Präsidium gewählt.

Der Generalsekretär der CDU in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, begrüßte in einer ersten Reaktion, dass die Personalfrage der CDU nun gelöst ist. Schulze sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Sonnabend, darauf habe die Partei lange gewartet. Er hoffe darauf, dass die Unterstützer von Laschet und Merz nun gemeinsam die Partei voranbrächten.

Für die Menschen ist es, glaube ich, viel wichtiger, was die CDU inhaltlich bringt als wer am Ende des Tages Parteivorsitzender ist. [...] Jetzt geht es um die Arbeit, die wir machen müssen.

Sven Schulze Generalsekretär der CDU in Sachsen-Anhalt

Innerhalb der Sachsen-Anhalt-CDU hatten sich in der Vergangenheit viele für Friedrich Merz als künftigen Parteichef ausgesprochen. Schulze sagte, dass sie nun möglicherweise sehr enttäuscht seien, sei normal. Wichtig sei nun aber die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Der stellvertretende CDU-Landeschef Marco Tullner wünschte Laschet einer Mitteilung zufolge viel Erfolg, Mut und Schaffenskraft. Tullner sicherte dem neuen Parteichef die Unterstützung der Sachsen-Anhalt-CDU zu.

Linke: "Der Osten ist klarer Verlierer dieser Entscheidung"

Sachsen-Anhalts Linke äußerte sich am Sonnabend dagegen verhalten zur Personalie Laschet. Fraktionschefin Eva von Angern teilte mit, unter einem Vorsitzenden Laschet werde die Politik Merkels mit männlichen Mitteln fortgeführt. Antworten auf die fortschreitende soziale Spaltung der Gesellschaft seien vom neuen CDU-Chef nicht zu erwarten. Der Osten sei klarer Verlierer dieser Entscheidung.

Mahnende Worte kamen von der SPD in Sachsen-Anhalt. Fraktionsvorsitzende Katja Pähle sagte: "Armin Laschet ist möglicherweise der CDU-Vorsitzende, der mit dafür sorgen kann, dass bis zur Bundestagswahl in Berlin die Vorhaben der Koalition noch umgesetzt werden können." Gleichzeitig kritisierte sie einen "Zick-Zack-Kurs" von Laschet in der Corona-Krise.

AfD: CDU ist eine gespaltene Partei

Für AfD-Landeschef Martin Reichardt zeigt das knappe Ergebnis, dass die CDU eine gespaltene Parte sei: "Gespalten zwischen einem radikalen Linkskurs, wie ihn Angela Merkel in den letzten Jahren durchgeführt hat." Unter Merz wäre eine Rückkehr der CDU zu ihren bürgerlichen Wurzeln möglich gewesen. Merz hatte sich in seiner Rede auf dem Parteitag allerdings deutlich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD sowohl im Bund als auch in den Ländern ausgesprochen.

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Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/ld,jm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Januar 2021 | 12:00 Uhr

3 Kommentare

klarimkopf vor 36 Wochen

Neuer Chef Laschet und im Vorstand auch Herr Haseloff. Die passen ja bstens zusammen. probleme nichtb angehen, immer wieder beschwichtigen wo mal Tacheles angesagt ist. Immer schön kuschlig für die Parteinomenklatura. was wollt ihr denn, ist doch alles gut? Macher, wie Merz und Stahlknecht, werden in die Wüste geschickt. Das wird ein böses Erwachen geben wenn demnächst der Wähler spricht. Alternativen hat er ja genug. Und nicht nur die eine ungeliebte.

uchteschwimmer vor 36 Wochen

Das sich ausgerechnet Frau von Angern bei ihrer Wortwahl an einem Zitat von Clausewitz orientiert, sagt sehr viel über ihre Auffassung von Demokratie aus.

jackblack vor 36 Wochen

Da hat die Linke LEIDER Recht,war aber zu erwarten, der Osten ist doch nur die verlängerte Werkbank, aber sich WUNDERN ,wenn die AfD gewählt wird !!!

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